Zu einem großen Polizeieinsatz kam es Ende März im St.-Christophorus-Krankenhaus in Werne, nachdem es eine Bombendrohung gab. Wer steckte hinter der Drohung per Telefon? © Jörg Heckenkamp (A)
Polizeieinsatz im Krankenhaus

Polizei ermittelt: Wer steckt hinter der Bombendrohung im Krankenhaus in Werne?

Eine Bombendrohung sorgte Ende März für einen Schreckmoment im St.-Christophorus-Krankenhaus in Werne. Mehr als 100 Personen mussten evakuiert werden. Wer steckte hinter der Drohung per Telefon?

Kurz nach Beginn der Nachtschicht im St.-Christophorus-Krankenhaus in Werne ging am 24. März gegen 22.50 Uhr ein Anruf in der Zentrale ein. Eine unbekannte Stimme drohte damit, eine Bombe in einer Küche des Gebäudes zu zünden. Sofort wurden die Verantwortlichen des Krankenhauses und die Einsatzleitung informiert.

Schnell musste erstmals der Krisenplan für eine derartige Bedrohungslage greifen. Ein gesamter Gebäudeteil wurde geräumt. Mehr als 100 Personen, darunter auch bettlägerige Patienten, mussten, wie die Zentrale Notaufnahme, evakuiert werden.

Polizei hat Anzeige nach Bombendrohung in Werne erstattet

Erst drei Stunden später konnte die Polizei des Kreises Unna Entwarnung geben. Die beiden Spürhunde, die neben dem Spezialeinsatzkommando der Polizei eingesetzt wurden, hatten keinen Sprengstoff gefunden. „Es gab keine reale Bedrohung. Das Ganze hat sich als Fake herausgestellt“, erklärte Bernd Pentrop, Pressesprecher der Polizei des Kreises Unna, nach dem Einsatz.

Doch wer steckte hinter der Bombendrohung, die sich nicht bewahrheitete, allerdings laut Krankenhaus-Standortleiter Ludger Risse für „eine Menge Unruhe“ im Krankenhaus sorgte. Noch ist nicht klar, wer für den großen Polizeieinsatz, die großflächige Evakuierung und den Schockmoment für alle Beteiligten sorgte.

Die Polizei hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Ermittlungen laufen noch, erklärt Pressesprecher Bernd Pentrop am Dienstag (13. April). Es gebe auch noch keine Anhaltspunkte auf den oder die möglichen Verursacher des Anrufs, in dem mit dem Zünden von Sprengstoff gedroht wurde.

Schutz vor derartiger Bedrohungslage unmöglich

Nur schwer könnten sich die Verantwortlichen des Krankenhauses generell auf derartige Bedrohungslagen vorbereiten. „Bei solch einer Bombendrohung ist es wichtig, dass man die Informationen der Polizei wahrnimmt und die zwingend erforderlichen Maßnahmen, die gemeinsam von Polizei und Rettungskräften aufgestellt werden, befolgt werden“, erklärt Bernd Pentrop im Allgemeinen.

Die etwa 80 Patienten, darunter auch einige bettlägerige, hätten die vorgeschriebenen Schritte der Einsatzleitung sehr diszipliniert verfolgt, erklärte Pflegedirektor Mario Bergmann. „Es gab kein Chaos“, sagt er. Die Mitarbeiter hätten die schwierige Situation gut im Griff gehabt und nach dem Evakuierungs- und Krisenplan gehandelt.

Immer wieder nimmt das Krankenhaus-Personal an Schulungen teil, um auf derartige, außergewöhnliche Situationen reagieren zu können. Vor einer Bombendrohung wie Ende März, so Mario Bergmann, könne man sich aber nicht generell schützen. Das bestätigt auch Bernd Pentrop von der Polizei des Kreises Unna.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek
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