Politik in Werne gibt grünes Licht für Sportgutscheine - aber nicht einstimmig

Schulen in Werne

Mit ihrem Vorschlag, die kommenden Erstklässler in Werne mit Gutscheinen für Sportvereine auszustatten, ist die SPD auf offene Ohren gestoßen. Gegenwind gab es allerdings auch - von Seiten der CDU.

Werne

, 06.06.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Immer weniger Kinder nutzen das Angebot in Sportvereinen. Die Politik in Werne will das nun mit einem Gutschein-Konzept ändern.

Immer weniger Kinder nutzen das Angebot in Sportvereinen. Die Politik in Werne will das nun mit einem Gutschein-Konzept ändern. © picture alliance / dpa

Das war quasi eine Zentimeterentscheidung auf der Zielgeraden: Die Mitglieder des Schulausschusses haben sich ihrer jüngsten Sitzung am Donnerstag (4. Juni) mit knapper Mehrheit dafür ausgesprochen, Wernes kommende Erstklässler zum Schulstart mit einem 50-Euro-Gutschein für eine einjährige Mitgliedschaft in Sportvereinen auszustatten - vorausgesetzt, die Vereine spielen mit. Einen entsprechenden Antrag hatte die SPD zuvor gestellt. Die CDU hält das allerdings für den falschen Weg und stimmte dagegen.

„Natürlich gibt es viele Kinder mit Übergewicht, aber es gibt auch viele Kinder mit sozialen Problemen. Da müssen wir uns breiter aufstellen. Wir wollen kein Gießkannen-Prinzip“, betonte Rolf Weißner (CDU). Den Einwurf Dagny Dammermanns (FDP), dass bei Sportvereinen ja nicht nur der Sport eine Rolle spiele, sondern durchaus auch eine soziale Komponente, konterte Weißner mit dem Hinweis, dass der SPD-Vorschlag andere Arten von Vereinen ausschließe: „Das ist einfach zu eng gefasst.“

Stadt müsste maximal 12.600 Euro zahlen

Das Modell der SPD sieht vor, jedem Kind bei der Einschulung einen Gutschein zu übergeben. Die Stadt müsste aber nur die Kosten übernehmen, wenn der Gutschein dann auch wirklich genutzt und von den Kindern bei der Anmeldung im Sportverein vorgelegt wird. Würden tatsächlich alle kommenden Erstklässler das tun, müsste die Stadt maximal 12.600 Euro an die Vereine zahlen.

Zu dem von der Politik in der vergangenen Ausschusssitzung formulierten Fragenkatalog im Zusammenhang mit dem Gutschein-Modell hat die Stadtverwaltung inzwischen Antworten geliefert. Dazu gehört unter anderem eine Auflistung der bereits bestehenden Sport-, Spiel- und Bewegungsangebote in der OGS. Teils fallen die ziemlich umfangreich aus - etwa im Falle der Wiehagenschule, in der es verschiedene AGs für Fußball, Tischtennis, Leichtathletik, Badminton und Volleyball sowie ein Abenteuersport-Angebot gibt. Die Uhlandschule bietet hingegen Entspannungsübungen, Selbstverteidigung und eine „Bewegungsbaustelle“. An der Kardinal-von-Galen-Schule gibt es eine Trampolin- sowie eine Spiel-und-Spaß-AG.

Zudem verweist die Verwaltung darauf, dass es bei vielen Sportvereinen schon kostenlose Schnupperangebote gibt und die Vereine darüber hinaus bereits „eine jährliche städtische Sportförderung mit dem Schwerpunkt Jugend“ erhalten. Die SPD hatte ihren Antrag ursprünglich damit begründet, durch das Gutschein-Konzept mehr Anreize für die Mitgliedschaft in Sportvereinen zu schaffen. Dabei gehe es neben dem Aspekt der Gesundheitsförderung auch um die Stärkung der sozialen Integration, „verbunden mit dem Erlernen sozialer Kompetenzen wie Teamgeist, Rücksichtnahme und der Beachtung von Regeln“.

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