Pendlerin (21) aus Werne verärgert: Bus lässt sie am Stadthaus stehen

dzÖffentlicher Nahverkehr

Viele Pendler sind derzeit auf den Schienenersatzverkehr zwischen Lünen und Werne angewiesen. So auch Antonia Telgmann. Obwohl sie pünktlich ist und vorn an der Kante steht, fährt der Bus einfach vorbei.

Werne

, 02.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Monatelang sind viele Pendler zwischen Münster und Dortmund auf den Schienenersatzverkehr angewiesen. Statt im Zug der RB50 zu sitzen, müssen sie auf der Strecke zwischen Davensberg und Lünen in den Bus steigen.

Auch Antonia Telgmann, die zurzeit in Werne wohnt und ein Praktikum in Dortmund macht, gehört seit knapp zwei Wochen zu den Pendlern. Eigentlich. Denn am Donnerstagmorgen (1. Oktober) konnte sie nicht geplant den Bus am Stadthaus in Werne um 7.43 Uhr nehmen. Denn der Fahrer hielt laut Telgmann nicht an, um Fahrgäste einsteigen zu lassen.

Erst hält Bus pünktlich, dann gar nicht in Werne

In den ersten Tagen sei auf dem Arbeitsweg von Werne nach Dortmund hingegen alles problemlos gelaufen. Der Bus sei immer pünktlich gekommen. „Das hat mich überrascht. Das kenne ich aus Hamburg nämlich anders“, erzählt die 21-Jährige, die in der Hansestadt wohnt und in Bremen studiert.

Umso überraschter war sie über die Reaktion des Busfahrers am Donnerstagmorgen. „Ich habe auch keine Erklärung dafür“, sagt Antonia Telgmann. Denn sie war nicht nur pünktlich an der Haltestelle, sondern hat sich auch vorn an die Kante gestellt, als der Bus in die Haltestelle fuhr.

Pendlern muss auf das Auto umsatteln

Dass sie in den Bus einsteigen wollte, war also nicht zu übersehen. Dennoch hielt der Busfahrer zwar „für ein paar Sekunden“ an der Bus-Ampel, die ein rotes Zeichen gab, allerdings nicht an der eigentlichen Haltestelle. „Ich bin dann zusammen mit einer jungen Frau schneller nach vorne zum Bus gegangen und habe gewinkt. Der Fahrer muss uns auch im Rückspiegel gesehen haben“, berichtet Antonia Telgmann.

Dennoch hat der Fahrer die Tür des Buses nicht geöffnet. Das Fahrzeug sei auch nicht mit Gästen voll besetzt gewesen. Auch ein weiterer Bus kam in den Folgeminuten nicht mehr am Stadthaus an.

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Auf Anfrage bei Keolis, dem Eurobahn-Betreiber und verantwortlich für den Schienenersatzverkehr, habe es sich um einen unglücklichen Einzelfall gehandelt. „Der Busfahrer hat erklärt, dass er pünktlich am Stadthaus angekommen ist. Als er die Türen geschlossen hat, schaltete die Ampel unverzüglich auf Grün. Dann ist er los gefahren und hat sich nach vorn konzentriert. Für ihn war es nicht mehr ersichtlich, dass noch Fahrgäste mitfahren möchten“, erklärt Nicole Pizzuti, Unternehmenssprecherin.

Der Busfahrer habe noch einen Trupp Jugendlicher und einen Mann an der Haltestelle gesehen, aber keinen Fahrgast, der noch einsteigen wollte. „Ich weiß nicht, ob man dem Busfahrer hier einen Vorwurf machen kann. Aber für den Fahrgast ist das natürlich sehr ärgerlich. Das kann ich verstehen“, sagt Pizzuti auch mit Blick auf den hohen morgendlichen Verkehr um diese Stoßzeit.

Erste Beschwerde zum Schienenersatzverkehr

Sie habe das erste Mal eine derartige Beschwerde während der Zeit des Schienenersatzverkehrs, der seit Januar 2020 gilt, erhalten, so die Unternehmenssprecherin weiter. Und das kurz bevor der Schienenersatzverkehr mit den Bussen beendet ist und der Bahnverkehr ab dem 9. Oktober (am Abend) wieder geregelt laufen soll.

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Für Antonia Telgmann ging es am Donnerstagmorgen statt mit dem Bus hingegen mit dem Auto in Richtung Lünen. „Ich habe Glück gehabt. Die junge Frau kam zu mir und hat mir angeboten, mit ihr bis nach Lünen zu fahren“, erzählt Antonia Telgmann.

Obwohl viel Verkehr herrschte, erreichten die beiden jungen Frauen den Bahnhof in Lünen noch rechtzeitig. Denn hier kam die RB50 fünf Minuten später als geplant an. So konnte Antonia Telgmann den Zug der Eurobahn doch noch erreichen und so pünktlich an ihrem Arbeitsplatz in Dortmund ankommen.

Antonia Telgmann (21) ist doch noch rechtzeitig zum Arbeitsbeginn im Pressehaus von Lensing Media in Dortmund angekommen. Dort macht die Hamburgerin gerade ein fünfwöchiges Praktikum.

Antonia Telgmann (21) ist doch noch rechtzeitig zum Arbeitsbeginn im Pressehaus von Lensing Media in Dortmund angekommen. Dort macht die Hamburgerin gerade ein fünfwöchiges Praktikum. © Irina Höfken

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