Pater James in Werne zu Gast

WERNE Das Begrüßungsritual ist immer das gleiche: Fester Händedruck, weißes Lächeln und ein fröhliches „Hallo, wie gehts?“ Pater James ist Priester mit Leib und Seele – wovon sich die Werner in den nächsten drei Wochen überzeugen können.

von Von Daniel Claeßen

, 14.07.2008, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pater James fühlt sich in der Lippestadt wohl.

Pater James fühlt sich in der Lippestadt wohl.

Bis Ende des Monats unterstützt der 34-jährige Inder Pfarrdechant Klaus Martin Niesmann und Pfarrer Michael Berning. Eigentlich ist Pater James ein Ordenspriester der syro-malabrischen Kirche, die aus den Apostel Thomas zurückgeht.

„Ich bin in Kerala aufgewachsen, im Südwesten Indiens. Die Menschen dort sind tendenziell sehr religiös“, erklärt er seinen Zugang zum Katholizismus. Mit 15 schloss er sich dem Orden an. Zwölf Jahre später wurde James 2001 zum Priester geweiht. „Das war immer mein Ziel“, sagt er heute.

Freundlicher junger Mann

Der indische Pater ist kein klassischer Hirte, der streng über seine Schäfchen wacht. Man begegnet einem freundlichen jungen Mann, der den Kontakt mit seinen Mitmenschen sucht. „Ein Priester muss alles sein können. Zelebrant der Messe, Spender der Sakramente, aber auch Lehrer und Vermittler.“

In Europa könne er seine speziellen Fähigkeiten und Vorlieben einsetzen, um Zugang zu den Menschen zu bekommen. In seiner Heimat herrsche ein anderes Priesterbild vor. „Da gibt es Dinge, die man als Geistlicher einfach nicht tun darf.“ Zum Beispiel tanzen. Und James tanzt gerne.

Tänzer aus Leidenschaft

„Ich bin vielleicht kein guter Tänzer. Aber es hilft, und jeder merkt, dass wir normale Menschen sind.“ Wer er nicht tanzt oder singt, treibt der Pater Sport – Cricket, Tennis, Schwimmen. „Aber am liebsten koche ich“, gibt er zu. In Werne könne er jedoch nur schwer an die Zutaten für seine indischen Gerichte kommen.

 „Das ist in Rom schon einfacher.“ Schöner Eindruck In der ewigen Stadt studiert Pater James seit zwei Jahren Bibelwissenschaften. 2010 will er fertig sein, um dann Missionsarbeit zu leisten und Priester auszubilden. „Klassischen Seelsorgedienst in einer festen Gemeinde gibt es bei uns eigentlich nicht. Von daher bin ich schon gespannt, wie die Arbeit hier in Werne sein wird.“

Schöner Eindruck von Werne

Von Dechant Niesmann und Pater Suitbert sei er nett aufgenommen worden, auch die Stadt gefällt ihm. „Es ist zwar etwas kälter als in Rom, macht aber einen sehr schönen Eindruck.“ Ganz neu ist Deutschland für ihn nicht: Im vergangenen Jahr verbrachte er zwei Wochen in Nürnberg. Nach seiner Zeit in Werne stehen noch vier Wochen in München an. Angst vor einem Kulturschock hat er nicht – obwohl: „Ich habe schon gehört, dass der Dialekt dort schwieriger ist.“

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