Das Hussel-Geschäft von Clemens Overmann am Marktplatz in Werne. © Jörg Heckenkamp
Hussel in Werne

Overmann zu Hussel-Insolvenz: „Der Laden wird weiter bestehen“

Die Werner Hussel-Filiale wird bestehen bleiben, auch wenn sich in den sozialen Netzwerken gerade Gerüchte um die Werner Filialschließung verbreiten. Besitzer Clemens Overmann gibt Antworten.

Das Dachunternehmen Deutsche Confiserie Holding GmbH des Süßwarenhandels Hussel hat eine vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Norderstedt beantragt. Das teilte die DCH am Montag (18. Januar) mit. Doch entgegen aller Gerüchte, die in den sozialen Netzwerken zur Hussel-Filiale in Werne kursieren, erklärt Inhaber Clemens Overmann: „Der Laden wird weiter bestehen.“

Vor zwei bis drei Wochen habe er die Nachricht bekommen, dass die DCH Insolvenz beantragen werde. Daraufhin habe er sich noch einmal verstärkt mit Ware eingedeckt. Denn anders als viele andere Hussel-Filialen ist die Werner Filiale eine, die Overmann als Franchisenehmer betreibt. Zu diesem Schritt hatte sich Overmann nach eigener Aussage als erster Hussel-Franchiser in Deutschland entscheiden, nachdem das Unternehmen verkündet hatte, die Filiale schließen zu wollen.

Overmann hatte 250 Jahre altes Gebäude vor 10 Jahren saniert

Heute gibt es etwa 25 dieser Hussel-Franchiser, die in einem Arbeitskreis zusammengeschlossen sind. Auch deswegen erklärt Overmann, werde es keine Engpässe in der Belieferung der Werner Filiale geben. Im schlimmsten Falle also, sollte sich das Dachunternehmen entscheiden, seine Produktion irgendwann in der Zukunft für Hussel einzustellen, „dann finden wir Alternativen“, sagt der Werner Einzelhändler. Auf diese Situation sei man eingestellt. Und weiter: Außerdem habe er das 250 Jahre alte Haus am Markt nicht vor 10 Jahren saniert, um nun die Türen zu schließen.

Das alles ist bisher allerdings nur potenzielle Zukunftsmusik: Denn bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt das Unternehmen in den Händen des bisherigen Managements. Durch diesen Schritt können nun zwei Rechtsanwälte, die der DCH mit der Restrukturierung und Sanierung beauftragt hat, helfen.

„Die Restrukturierung unter dem Corona-Schutzschirm wird den Unternehmen die Möglichkeit geben, sich in Eigenregie neu aufzustellen“, erklärte einer der beiden Experten, Dr. Rainer Eckert, am Montag. Sein Kollege Markus Kohlstedt ergänzt: „Wir rechnen damit, dass wir hinsichtlich der Sanierung schon in einigen Wochen erste Ergebnisse vorstellen können.“ Der Geschäftsbetrieb der Filialen bundesweit werde außerdem „vollumfänglich fortgeführt“.

Corona-Lockdowns setzten dem Mutterunternehmen DCH zu

Den Schritt, die Insolvenz zu beantragen, begründete die DCH am Montag wie folgt: „Aufgrund starker Umsatzeinbrüche vor allem im wichtigen Saisongeschäft wegen der Corona-Beschränkungen war dieser Schritt letztlich unumgänglich.“ Die Corona-Beschränkungen belasteten die Unternehmen stark. Die wichtigen Verkaufszeiten zu Ostern und Weihnachten seien 2020 weggefallen. Außerdem seien viele Einkaufsstraßen und Shoppingcenter wegen der Lockdowns nur wenig besucht gewesen.

„Gleichzeitig konnten die Unternehmen aufgrund der für den Lebensmittelhandel nicht geltenden Schließungsanordnungen keine Staatshilfen beantragen“, so die DCH. Der Geschäftsführer der DCH-Gruppe, Patrick G. Weber, erklärte: „Es ist uns nicht leichtgefallen, den Insolvenzantrag zu stellen. Vor uns liegt nun eine große Aufgabe. Wir sind zuversichtlich, die drei

Marken positiv in die Zukunft zu führen.“ Denn neben Hussel haben auch die Ketten arko und Eilles (Süßwaren, Kaffee und Tee), die ebenfalls zur DCH gehören, Insolvenz beantragt. Bei der J. Eilles GmbH & Co. KG sei lediglich das Filialgeschäft betroffen, das die Gesellschaft in Lizenz betreibt, teilt das Unternehmen mit.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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