Notbetreuung in Kitas und Schulen ausgeweitet: Wird Ansturm in Werne erwartet?

dzKinderbetreuung in Corona-Krise

Ab Donnerstag können Eltern aus weiteren Berufsgruppen und ab Montag Alleinerziehende eine Notbetreuung ihrer Kinder in Kitas und Schulen nutzen. In Werne stellt man sich auf Änderungen ein.

Werne

, 23.04.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Mitte März gilt eine Notbetreuung in Schulen und Kitas. Ab Donnerstag, 23. April, können Eltern aus weiteren Berufsgruppen ihre Kinder in eine solche Betreuung geben. Bislang konnten Eltern aus systemrelevanten Berufen wie etwa im Gesundheitswesen ihre Kinder in eine Notbetreuung schicken.

Nun wurde die Liste der Berufe ergänzt um 29 weit gefasste Sparten. Dazu zählen Mitarbeiter in Tankstellen, Lebensmittelhandel, Drogerien, Öffentlicher Personenverkehr, Hausmeister, Müllentsorger, Erntehelfer, Notare und Banker sowie Hersteller von Hygiene-, Desinfektionsmitteln und Seifen. Ab Montag, 27. April, können Alleinerziehende generell auf die Notbetreuung zurückgreifen.

Erhöhte Nachfrage in der Notbetreuung in Werne zu erwarten

Auch in Werne bereitet man sich aufgrund der neuen Corona-Verordnung auf eine erhöhte Nachfrage in der Notbetreuung vor. „Je länger es andauert, desto stärker wird das Angebot angenommen“, erklärt Alexander Ruhe, Jugenddezernent der Stadt Werne.

Bislang hätten die meisten Eltern aber selbst eine Lösung gefunden, wie sie ihre Kinder in der Corona-Zeit betreuen können. Viele Arbeitnehmer hätten eine Regelung durch den Abbau von Überstunden oder durch Urlaubstage finden können. „Doch das ist endlich“, sagt Ruhe, der davon ausgeht, dass sich die Situation in der Notbetreuung in Werne ändern wird.

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Vor allem nachdem die Landesregierung eine neue Verordnung erlassen und damit auch weiteren Berufsgruppen dieses Angebot zugänglich gemacht hat, rechnet er mit kontinuierlich steigenden Zahlen. Aktuell befinden sich aber sehr wenige Mädchen und Jungen in der Notbetreuung, die es seit dem 16. März verpflichtend in allen Kitas und Schulen gibt.

Maximal 35 Kinder hätten die Erzieherinnen in den Kitas in ganz Werne an einem Tag betreut. Keine Einrichtung würde aktuell auf eine zweistellige Zahl kommen, erklärt Ruhe. Bei insgesamt 1048 Kindern in 17 Kitas in Werne sei das marginal. Manchmal sei nur ein Kind vor Ort.

Insgesamt nutzen viele Eltern das Angebot von Tag zu Tag unterschiedlich. Während die Familien freitags intern Lösungen finden können, sind mehr Kinder von dienstags bis donnerstags in der Notbetreuung, wie Ruhe erzählt.

Neue Anfragen an den Schulen

Wer dieses spezielle Angebot in der Corona-Zeit nutzen möchte, kann dies auch kurzfristig tun. Der Arbeitgeber stellt für den Mitarbeiter aus den relevanten Berufsgruppen eine Bescheinigung aus. Diese wird an der Kita oder Schule geprüft und nach der Zusage ist die Notbetreuung gleich möglich.

Während nach der neuen Verordnung der Landesregierung keine erhöhten Anfragen einer Notbetreuung in den Kitas festzustellen sind, gab es diese allerdings an den Schulen, wie Alexander Ruhe weiter berichtet. Bislang käme man dort aber auch noch nicht auf eine zweistellige Anzahl an Kindern.

Zwei Fünftklässler am St. Christophorus in Notbetreuung

Am St.-Christophorus-Gymnasium saßen am Dienstag, 21. April, zum ersten Mal zwei Kinder aus der fünften Klasse in der Notbetreuung. Von 8 bis 13 Uhr können die Schüler der fünften und sechsten Klasse Aufgaben erledigen. Alles findet in einem Raum neben dem Sekretariat mit genügend Abstand zwischen den Schülern statt.

Zwei Lehrer kümmern sich um die Kinder. „Das alles ist ganz entspannt. Die Kinder können ihre Aufgaben machen oder mal mit den Lehrern nach draußen gehen und einen Spaziergang machen“, erzählt Schulleiter Thorsten Schröer.

Er hat bereits drei weitere Anfragen von Eltern für die Notbetreuung bekommen. Schröer glaubt, dass weitere dazu kommen. Ab Montag können das Angebot auch Alleinerziehende - egal aus welcher Berufsgruppe - nutzen. Aktuell hat bereits eine alleinerziehende Mutter, die im Einzelhandel arbeitet, ihr Kind für die nächsten 14 Tage angemeldet, erzählt Schröer.

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