In der Gegenwart angekommen: Der letzte kleine Raum im Obergeschoss behandelt die Zeit von 1960 bis heute. © Michael Falkenstein
Museum in Werne

Neugestaltung Werner Stadtmuseum: Über sechs Räume zurück in die Gegenwart

Das Obergeschoss des Stadtmuseums wird völlig neu gestaltet. Doch was bekommen die Besucher eigentlich dort zu sehen, wenn‘s fertig ist? Der letzte Raum führt zurück in die Gegenwart.

Es fing an mit den Preußen und endete in der Gegenwart – in etwa so könnte das nüchternste und kürzeste Fazit der künftigen Museumsbesucher ausfallen, wenn sie das neu gestaltete Obergeschoss des Karl-Pollender-Stadtmuseums am Kirchhof durchschritten haben. Vom Flur aus durch sechs Räume mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten und ein kleines Depot hat sie ihr Weg dann geführt. Vorbei an preußischen Pickelhauben und Gewehren, Grubenlampen und Lohnbüchern, Dreschflegeln und Moormann-Fass, Bahnhofsmodell und Wäschepresse sowie SS-Dolch und Notgeld.

Idealerweise haben sie auf ihrer kleinen Tour durch die Geschichte der Lippestadt auch etwas mitgenommen – nicht nur trockenes Wissen, sondern auch ein anderes Bewusstsein von den Bezügen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Vielleicht haben sie die Historie auch ein bisschen „erlebt“ statt nur zur Kenntnis genommen. Und womöglich haben sie nun sogar ein etwas besseres Gefühl dafür, was denn genau die „Identität“ Wernes überhaupt ist. Die Suche danach ist schließlich einer der Kerngedanken des neuen Konzepts für das Obergeschoss des Museums.

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Museum in Werne: Im Obergeschoss gibt’s nichts mehr

Was steht wohl in den Geschichtsbüchern von morgen?

Wer in dem letzten kleinen Raum angekommen ist, der sieht sich mit „historischen“ Zeugnissen des Zeitraums von 1960 bis heute konfrontiert. Dazu gehören unter anderem ein Dokument der Zechenschließung im Jahr 1975 und ein Teil der vor nicht allzu langer Zeit abgerissenen Fußgängerbrücke.

„Die letzten Jahrzehnte sind uns vermeintlich recht präsent, werden aber in 20 Jahren Stoff für Geschichtsbücher sein“, heißt es im neuen Museumskonzept zu diesem Raum: „Umschwünge der 60er und 70er Jahre, wie die Zechenschließung, die kommunale Neuordnung und Erfolge der 80er Jahre, wie die Öffnung nach Osteuropa, sind für viele Besucher erlebte Geschichte. Auch unsere Interessen und Gewohnheiten ändern sich.“

Und spätestens nun stelle sich eine weitere Frage: Was wird von den heutigen Themen wohl einmal in den Geschichtsbüchern der Zukunft stehen?

Die Kernthemen dieses Ausstellungsbereiches sind:

  • Schließung der Zeche 1975
  • Kommunale Neuordnung 1975
  • Europapartnerschaften
  • Aktuellste Neubauten in Werne wie Schulen oder das Solebad
  • Reflektion über aktuelle Entwicklungen

Für diese Unterthemen stehen verschiedene Exponate bereit. Fest eingeplant sind hier:

  • Dokumente Schließung Zeche
  • Alte Stempel des Amtes Werne
  • Fliesenmuster von Schulneubauten und Bad
  • Stück von der abgerissenen Fußgängerbrücke über die B54
  • Osterkrone aus Walcz
  • Aktueller Objektvorschlag zum Thema Corona: Mini-Sim-Jü Herz 2020
  • Zen-Board für Objektvorschläge für die Gegenwart

Der Blick ins Museum – Bürger können mitgestalten

  • Wir stellen die geplanten neuen Räume des Stadtmuseums im Zuge einer kleinen Serie vor.
  • Bürger haben nach wie vor die Möglichkeit, an der Neugestaltung des Museums mitzuwirken – und zwar im Zuge eines Workshops auf der Homepage der Stadt Werne. Dort ist das gesamte Konzept inklusive der bislang vorgesehenen Exponate aufgeführt. Wer möchte, kann Anregungen geben und beispielsweise anmerken, welche Exponate ihm besonders wichtig sind oder auch persönliche Anekdoten zu den Ausstellungsthemen mitteilen.
  • Es gibt auch eine Druck-Version. Diese kann auf der Museums-Homepage heruntergeladen sowie in der Christophorus-Kirche oder auf Anfrage im Museum abgeholt werden (Tel. 02389780773).
Über den Autor
Redakteur
Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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