Viele Schüler nutzen in Werne den Bus, um zur Schule und zurück zu kommen - auch kostenlos. Doch letzteres könnte sich bald ändern. © Helga Felgenträger (Archiv)
ÖPNV

Neues Schüler-Ticket könnte sich auf die Portemonnaies der Werner Eltern auswirken

Müssen bald alle Schüler in Werne für die Nutzung des ÖPNV auf ihrem Schulweg zahlen? Bislang war das nicht der Fall. Das könnte sich mit der Einführung eines neuen Ticketmodells nun ändern.

Fast die Hälfte aller Schüler aus der Sekundarstufe I und II, die eine der beiden städtischen weiterführenden Schulen in Werne besuchen, nutzt aktuell das sogenannte Schulweg-Monats-Ticket. Genau genommen sind es 45,7 Prozent und damit 657 Schüler. Sowohl prozentual gesehen als auch in absoluten Zahlen liegt das Anne-Frank-Gymnasium (415 Schüler bzw. 64,3 Prozent) dabei deutlich vor der Marge-Spiegel-Sekundarschule (242 bzw. 30,5 Prozent).

Das geht aus einer Verwaltungsvorlage hervor, die in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Schule und Sport am 25. Februar auf dem Tisch liegen wird. Darin schlägt die Verwaltung vor, eine Elternbefragung zur Prüfung der Einführung des „Schüler-Tickets Westfalen“ durchzuführen. Die Umstellung auf ein solches Ticket würde sich zwar nicht auf den städtischen Haushalt auswirken – aber durchaus auf die Portemonnaies der Eltern.

„Das Schüler-Ticket stellt eine Optimierung des vorhandenen Ticketangebotes für Schüler dar und soll im Kreis Unna das Schulweg-Monats-Ticket und Flash-Ticket ersetzen“, heißt es in der Vorlage. Ziel des Kreises Unna und der Verkehrsbetriebe sei es dadurch „eine Ticket-Gleichberechtigung unter den Schülern im Kreisgebiet zu erreichen.“

Nun sollen die Werner Eltern entscheiden, ob sie der Einschätzung der Verwaltung folgen. Denn die sieht in dem neuen Angebot „inhaltlich tatsächlich einen deutlichen Vorteil für die Schülerinnen und Schüler“. Dieser Einschätzung liegen ein paar Rechenspiele zugrunde. Fakt ist aber letztlich: Für das neue Ticket selbst würden nun definitiv auch die Eltern anspruchsberechtigter Kinder zur Kasse gebeten – anders als bisher beim Schulweg-Monats-Ticket, das vom Schulträger kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Aktuell nutzen 105 Werner Schüler kostenpflichtige Angebote

Die Vorteile des neuen Schüler-Tickets liegen auf der Hand: Mit ihm hätten die Schüler die Möglichkeit, an allen Tagen im gesamten Tarifgebiet den ÖPNV zu nutzen. Das aktuelle Schulweg-Monats-Ticket ermöglicht es den Schülern lediglich, morgens von der Wohnanschrift zur Schule und mittags wieder zurück zu fahren. Wer außerhalb des Schulwegs, nachmittags, an den Wochenenden oder in den Ferien den ÖPNV nutzen will, muss privat draufzahlen und sich Einzel-, Mehr-Fahrten-Tickets oder aber das „Fun-Ticket“ kaufen.

Letzteres kostet monatlich für die Preisstufe A exakt 11,80 Euro und lässt nur Fahrten innerhalb Wernes und in Randbereiche wie Rünthe zu. Laut Angaben der Stadt nutzen durchschnittlich 45 Schüler ein solches Abo. 60 Schüler, die zuletzt kein Schulweg-Monats-Ticket durch den Schulträger kostenlos zur Verfügung gestellt bekamen, hätten ein Schüler-Abo-plus-Ticket für monatlich 42,70 Euro in der Preisstufe A erworben und für Fahrten am Nachmittag, Wochenende oder in den Ferien zusätzlich das Fun-Ticket für 11,80 kaufen müssen.

All dies würde durch das neue Schüler-Ticket wegfallen. Aber: Selbst anspruchsberechtigte Schüler würden für das neue Ticketmodell monatlich zur Kasse gebeten. Die Kosten für anspruchsberechtigte Schüler würden laut Angaben der Stadt monatlich 12 Euro für das erste Kind einer Familie und 6 Euro für das zweite Kind betragen. Weitere Kinder würden das Ticket kostenlos beziehen. Für nicht-anspruchsberechtigte Schüler würden sich die Kosten gegenüber der derzeitigen Situation reduzieren – auf monatlich 33 Euro.

Die Stadtverwaltung kommt zu dem Schluss: „Mit diesem Ticket wird die Attraktivität des ÖPNV deutlich gesteigert, da der Geltungsbereich massiv ausgeweitet wird. Damit ist es für Schüler*innen auch problemlos möglich, sich für Gruppenarbeiten etc. am Nachmittag zu treffen oder das Freizeitangebot klimaneutral mit dem ÖPNV aufzusuchen.“ Da Kinder im Grundschulalter ihr bisheriges Ticket allerdings hauptsächlich für den Schulweg nutzen, möchte man das neue Ticket jedoch nur für die Kinder in der Sekundarstufe I und II einführen.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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