Ab Samstag (8. Mai) gelten auch in Werne neue Regeln für Geimpfte und Genesene. Wann könnten weitere Lockerungen folgen? © Montage Klose
Coronavirus

Neue Regeln für Geimpfte und Genesene: Das müssen Werner jetzt wissen

Für Geimpfte und Genesene gelten ab Samstag (8. Mai) neue Regeln. Wie der aktuelle Stand ist und wann in Werne weitere Lockerungen folgen könnten, erklären wir hier im Überblick.

Seit Montag (3. Mai) gibt es bereits erste Lockerungen für Geimpfte und Genesene. Ab Samstag (8. Mai) sollen weitere Lockerungen für diese Menschen hinzukommen. Aber was bedeutet das alles nun für Werne? Was bleibt verboten? Was ist erlaubt? Fragen und Antworten im Überblick:

Worum geht es in der neuen Verordnung überhaupt?

Es geht um Ausnahmeregelungen, in diesem Fall für einen bestimmten Personenkreis – nämlich Genesene und Geimpfte. Die Notbremsen-Regelung des Bundes behält, abgesehen von diesen Ausnahmen, ihre Gültigkeit. Die aktuelle Coronaschutzverordnung gilt seit dem 24. April und ist vorerst bis zum 14. Mai befristet.

Wer gilt denn als genesen und geimpft?

Als geimpft gelten Personen, die einen vollständigen Impfschutz haben. Je nach Impfstoff sind dafür ein oder zwei Einzelimpfungen erforderlich. Personen, bei denen seit der letzten erforderlichen Einzelimpfung mindestens 14 Tage vergangen sind, gelten als geimpft. Als genesen gelten Personen, bei denen eine Corona-Infektion mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate zurückliegt.

Wie muss man nachweisen, dass man geimpft oder genesen ist?

Bei Geimpften funktioniert das naheliegender durch einen Impfausweis. Genesene benötigen den Nachweis für einen PCR-Test oder einen anderen Nukleinsäurenachweis. Wer in Werne beispielsweise von Ordnungsamt, Sicherheitsdienst oder Polizei kontrolliert wird, muss diese Nachweise vorzeigen.

Die neuen Lockerungen für Geimpfte und Genesene gehen dementsprechend mit einem höheren Kontrollaufwand für die Behörden einher. „Wir werden unsere Außendienstmitarbeiter da noch entsprechend schulen. Es wird für uns nicht einfach, das alles zu kontrollieren“, sagt Kordula Mertens, Leiterin des Ordnungsamtes in Werne, auf Nachfrage unserer Redaktion.

Welche Lockerungen gelten jetzt für Geimpfte und Genesene?

Schon seit Montag (3. Mai) werden Geimpfte und Genesene so behandelt wie Personen, bei denen ein tagesaktuelles negatives Testergebnis vorliegt. Sie müssen beispielsweise bei einem Friseurbesuch keinen negativen Schnelltest mehr vorlegen. Durch die neue Verordnung fallen nun auch die Kontaktsperre und die Ausgangssperre für Geimpfte und Genesene weg.

Sie dürfen sich jetzt auch nach 0 Uhr draußen aufhalten und werden nicht mehr mitgezählt, wenn sie sich mit anderen Personen treffen. Demzufolge dürften sich in Werne beispielsweise um 23 Uhr fünf Leute aus verschiedenen Haushalten auf dem Marktplatz treffen, sofern 4 von ihnen bereits geimpft oder genesen sind. Aber: Maskenpflicht, Abstandsgebot und Hygienevorgaben gelten weiterhin auch für Geimpfte und Genesene.

Wann könnte es in Werne Lockerungen für andere Personen geben?

Nach wie vor ist die 7-Tage-Inzidenz ausschlaggebend, wenn es darum geht, was allgemein erlaubt und was verboten ist. Die Inzidenz in Werne ist in den vergangenen beiden Wochen deutlich gesunken. Am 25. April lag der Wert noch bei 271 – am 6. Mai hingegen „nur“ noch bei 83. Aber: Entscheidend für Werne ist die Inzidenz des Kreises Unna, die immer noch deutlich höher liegt. Solange das so bleibt, ändert sich auch in Werne zunächst einmal nichts an den aktuellen Regeln und Einschränkungen – abgesehen von den Ausnahmen für Geimpfte und Genesene natürlich.

Ab welchem Inzidenzwert sind weitere Lockerungen möglich?

Frühestens, wenn die Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Werktagen unter einem Wert von 150 liegt. Eine Ausnahme gilt für den Schul- und Kita-Betrieb. Hier ist ein Wert von 165 angesetzt. Vor dem kommenden Mittwoch (12. Mai) wird sich aber auch diesbezüglich in Werne wohl nichts ändern.

Werner Kneip vom Ordnungsamt der Stadt Werne betont zudem: „Da reicht der Blick auf die Homepage des RKI nicht aus, sondern es muss vom Land in einer Allgemeinverfügung erklärt werden, dass die bisherigen Regelungen offiziell in einem bestimmten Kreis oder einer kreisfreien Stadt aufgehoben werden.“

Welche Lockerungen wären möglich?

Spürbar würde sich eigentlich erst etwas ändern, sobald die Inzidenz unter einen Wert von 100 fällt. Bei einem Wert unter 150 wäre theoretisch zumindest das Shopping mit Termin wieder erlaubt. Über andere Lockerungen soll aber erst dann entschieden werden, wenn die Inzidenz stabil unter 100 liegt. Laut Bundes-Notbremse-Regelung müssen in Kreisen und kreisfreien Städten, die diesen Wert übersteigen unter anderem Fitnessstudios, Schwimmbäder und Freizeitparks geschlossen bleiben – genauso wie Kinos, Museen und Bibliotheken.

Gleiches gilt für Verkaufsstellen des Einzelhandels, die keine Waren des täglichen Bedarfs anbieten. Kneipen, Restaurants und Co. bleiben im Zuge des generellen Lockdowns ohnehin bis mindestens 14. Mai geschlossen.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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