Naturnaher Garten füllt Speisekammer bei Mensch und Tier

WERNE Es duftet in Karin Jankowskis Garten. Doch nicht Rosen, sondern die vielen mit winzigen Blüten besetzten Blütenstände der Agastache oder Mexikonessel verströmen den zarten Geruch. Ein vielstimmiges Summen dringt ins Ohr. Unzählige Hummeln, Bienen und andere Insekten haben die üppig blühende Staude gefunden und lassen sich den Nektar schmecken. In einem naturnah gestaltetem Garten gibt es viel zu entdecken - nicht nur bunte, duftende Blumen.

von Von Irene Steiner

, 31.07.2008, 13:18 Uhr / Lesedauer: 1 min

An Nahrung auch für die Menschen mangelt es nicht: "Die Gurken sind jetzt soweit, die kann ich ernten", zählt Karin Jankowski angesichts der gut bestückten Ranken des Kürbisgewächses auf. Schlangengurken und Minigurken, dazu Bohnen, Kartoffeln, Möhren und noch ein paar Rotkohl-Köpfe unter einem Netz: Die natürliche Speisekammer der Familie Jankowski ist gut gefüllt. Das Unkraut sprießt zum Leidwesen der Gärtnerin Und so macht die Ernte und die Verarbeitung der Früchte im Moment einen großen Teil der Gartenarbeit im Juli aus. Neben Unkraut jäten: "Ich habe jetzt bei der Hitze keine Lust gehabt, den Rasenschnitt von den Nachbarn zu holen und auf meinen Beeten zu verteilen. Bei der Feuchtigkeit sprießt jetzt natürlich das Unkraut", erklärt Karin Jankowski die vielen kleine Pflänzchen, die sich im abgeernteten Teil ihres Gemüsebeetes breit gemacht haben.

Nicht nur Rosen brauchen Rückschnitt

Wichtig ist auch im Juli der ständige Rückschnitt von verblühten oder abgeernteten Trieben: "Mehrfach blühende Rosen müssen mindestens bis zum ersten fünfgliedrigen Blatt zurückgeschnitten werden. Die Brombeeren, Stachelbeeren und Himbeeren schneide ich direkt bei der Ernte stark zurück. Denn sie tragen nur an den zweijährigen Trieben."Und nach der Arbeit kommt der Genuss

Ansonsten sucht die Gartenfachfrau nach Anzeichen von Krankheiten: Brombeeren mit einzelnen roten Segmenten sind von der Gallmilbe befallen. Die Tiere überwintern in Fruchtmumien, da hilft ein radikaler Rückschnitt." Der Himbeerruten-Gallmilbe kommt Karin-Jankowski durch geschickte Pflanzenwahl bei: "Ich habe hier ein herbsttragende Himbeere. Da die Himbeeren an den Trieben aus diesem Jahr tragen, kann ich die Triebe nach der Ernte zurückschneiden und der Schädling kann nicht darin überwintern." Und wenn das alles getan ist, dann bleibt nur eins: "Den Garten genießen", lacht Karin Jankowski.

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