Nach zehn Litern Bier konnte Zeuge sich kaum erinnern

Körperverletzung

Wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen stand am Montag ein 22-jähriger Werner vor dem Amtsgericht Lünen. Doch auch nach drei Verhandlungstagen und umfangreicher Zeugenbefragungen konnte der Fall nicht eindeutig geklärt werden. Zum Glück für den Angeklagten.

WERNE/LÜNEN

von Von Heinrich Höckmann

, 10.01.2011, 15:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach zehn Litern Bier konnte Zeuge sich kaum erinnern

Bei dem zweiten Vorfall am 11. April 2010 wurde zunächst in einer Wohnung im Holtkamp zünftig gefeiert. Der Alkohol floss in Strömen. Es kam zum Streit und die Wohnungseigentümerin verwies den Angeklagten und zwei Freunde aus der Wohnung. Draußen wurden sie aus der Wohnung heraus beschimpft und die Drei begehren wieder Einlass. Als nicht geöffnet wurde, traten sie kurzerhand die Tür ein und schlagen einen 22-Jährigen nieder, der erst im Krankenhaus wieder zur Besinnung kommt. Zwei Mädchen werden ebenfalls geschlagen.   Der befragte Zeuge und Geschädigte konnte sich kaum erinnern. Ja, er sei geschlagen worden, aber wer das getan habe, daran könne er sich nicht erinnern. Auf Nachfragen der Richterin gab er an, reichlich getrunken zu haben, etwa 20 halbe Liter Bier. Bei der polizeilichen Vernehmung, neun Tage nach der Tat, hatte er noch exakt den Hergang beschrieben. Trotz  Ermahnung der Richterin, man könne ihn unter Umständen wegen Falschaussage belangen, blieb er bei seiner Zeugenaussage.

  Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu drei Monaten Gefängnisstrafe, die mit einer bereits verhängten, weiteren Strafe zu einer Gesamtstrafe von sieben Monaten auf  drei Jahre zur Bewährung zusammengefasst wurde. Die Wahrheit herauszufinden sei in diesem Fall wohl nicht gelungen, meinte die Richterin, aber es gelte immer noch der Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“.

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