Nach Sauna-Brand ist Haus unbewohnbar: Feuerwehr meistert einen der schwierigsten Einsätze

dzFeuerwehr-Einsatz

Der Brand in einer Sauna sorgte für einen schwierigen Großeinsatz der Feuerwehr, die erst mit Mühe den Brand löschen konnte. Es war einer der schwierigsten Brände der vergangenen Jahre in Werne.

Werne

, 16.10.2019, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Langsam fährt eine Frau mit ihrem Auto durch die Körnerstraße. In einer schmalen Kurve hält sie inne. Ihr Blick geht nach links auf ein Einfamilienhaus, das zurzeit unbewohnbar ist. Am Abend zuvor hatte sich hier einer der schwersten Brände in der jüngsten Vergangenheit in Werne ereignet. Einen Tag nach dem verheerenden Brand erinnern einige Spuren an das Feuer.

Eine große Heimsauna stand am Dienstagabend, 15. Oktober, hier in Flammen. Die Bewohner versuchten erst, den Brand selbst zu löschen. Vergebens. Die zwei Erwachsenen und zwei Kinder konnten sich selbst in Sicherheit bringen.

Ihre Hunde, die sich noch im Erdgeschoss befanden hatten, retteten die Einsatzkräfte.

„Die Hunde zu retten, hatte erste Priorität. Wir konnten sie über ein Fenster, das wir eingeschlagen haben, aus dem Haus holen“, erklärte Dr. Bodo Bernsdorf, Pressesprecher von der Freiwilligen Feuerwehr.

Nach Sauna-Brand ist Haus unbewohnbar: Feuerwehr meistert einen der schwierigsten Einsätze

Auch an der Vorderseite des Hauses sind an den Kellerfenstern die Brandspuren zu sehen. © Andrea Wellerdiek

Einsatzkräfte löschen das Feuer von zwei Seiten

Nachdem die Tiere aus dem Gebäude waren, begann für die Feuerwehr ein schwieriger Einsatz. Die Feuerwehrmänner versuchten von zwei Seiten das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Die größte Herausforderung: die extreme Hitze. „Wenn Putz und Beton von den Wänden platzen, dann ist das ein Zeichen für sehr große Hitze. Schätzungsweise reden wir von Temperaturen um die 900 bis 1000 Grad“, erklärte Bernsdorf. Die alarmierte Feuerwehr konnte nur mit Mühe und nach langen Löscharbeiten unter Atemschutzgeräten das Feuer, das sich im gesamten Keller ausgebreitet hatte, löschen.

Bewohner wollten Sauna nutzen

Das Feuer war gegen 18.30 Uhr in der Heimsauna ausgebrochen. Die Bewohner, die die Sauna gerade angestellt hatten und sie nutzen wollten, hatten hinter dem Elektroofen ein Brandloch entdeckt. Kurze Zeit später brannte die Sauna lichterloh und der gesamte Keller stand in Rauch.

„Ein Brand in einem Keller ist immer kritischer. Denn da kann man nicht wie im Erd- oder Obergeschoss viele Fenster öffnen“, erklärte Wehrführer Thomas Temmann noch am Dienstagabend. Entsprechend stark verraucht war der gesamte Keller, als die Rettungskräfte hinunter gingen.

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Einsatz unter extremer Hitze

Die Räume waren bereits stark erhitzt, was die Löscharbeiten umso mehr erschwerte. Die Einsatzkräfte - es waren alle Löschzüge vor Ort - stellten deshalb sogenannte Hochdrucklüfter in Stellung, um den Rauch aus dem Keller zu bekommen.

Unter Atemschutzgerät gingen die Feuerwehrmänner unter extremer Hitze vor. „Von zwei Seiten wurden die Flammen eingedämmt“, erklärt Bernsdorf. Auch die komplette Holzvertäfelung und die doppelten Wände der Heimsauna brannten. Etwa 45 Minuten dauerte es, bis die insgesamt 60 Einsatzkräfte das Feuer löschen konnten.

Nach Sauna-Brand ist Haus unbewohnbar: Feuerwehr meistert einen der schwierigsten Einsätze

Zu einem großen Feuerwehr-Einsatz kam es am Dienstagabend in der Körnerstraße. Es war einer der größten Brände in der jüngsten Vergangenheit. © Andrea Wellerdiek

Alle Löschzüge im Einsatz

Die Flammen konnten nicht auf die weiteren Räume des Hauses übergreifen. Auch die Nachlöscharbeiten gestalteten sich als aufwendig. Denn der glimmende Brandschutt lag in der völlig zerstörten Sauna. Mit einem Schaum-Wasser-Gemisch konnte dieser abgedeckt werden.

Gegen 22.30 Uhr meldete die Feuerwehr den Einsatz als beendet. Neben den Löschzügen Stockum und Stadtmitte waren auch die aus Holthausen und Langern vor Ort. Damit der Grundschutz der Stadt Werne sichergestellt werden konnte, übernahm der Löschzug Bergkamen-Rünthe diese Aufgabe.

Haus unbewohnbar, Terrasse einsturzgefährdet

Die Körnerstraße war während des Einsatzes komplett gesperrt. Das Einfamilienhaus ist zurzeit unbewohnbar. Ob ein technischer Defekt Auslöser für den Brand war, ist allerdings noch unklar. Die Kriminalpolizei des Kreises Unna hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Beamten riegelten das Einfamilienhaus ab. Die Terrasse, die sich direkt oberhalb der Sauna befindet, sei stark beschädigt und einsturzgefährdet, wie Christian Stein, Pressesprecher der Polizei des Kreises Unna, bestätigte.

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