Jugendhilfe

Nach rund 40 Jahren bei der Jugendhilfe Werne: Uwe Schenk sagt tschüss

Uwe Schenk war viele Jahre Hobby-Zauberer und Geschäftsführer in Personalunion. Von seinem beruflichen „Herzblutthema“ bei der Jugendhilfe Werne nimmt der 63-Jährige nun aber Abstand.
Uwe Schenk (l.) verabschiedet sich in den Ruhestand und übergibt die Geschäftsführung der Jugendhilfe an Katharina Böckenholt (2.v.r.) und Thomas Kißmann (Mitte). Blumen überreichten Pfarrdechant Jürgen Schäfer (r.) sowie Michael Kremer und Martina Schulte von der Stiftung St.-Christophorus Krankenhaus Werne. © Felix Püschner

Fast 40 Jahre war Uwe Schenk bei der Jugendhilfe Werne tätig – erst als Praktikant, später als Einrichtungsleiter und schließlich als Geschäftsführer. Nun verabschiedet sich der 63-Jährige in den Ruhestand: „Ich falle zum Glück nicht ins Leere. Ich habe eine große Familie, sechs Enkel – und dann ja auch noch die Zauberei“, sagt Schenk mit einem Schmunzeln. Seinen Abgang als Geschäftsführer hat der Hobby-Zauberer gut vorbereitet. Gemeinsam mit seinem Team natürlich.

Schenks Nachfolger sind zudem keine neuen Gesichter. Sowohl Katharina Böckenholt als auch Thomas Kißmann sitzen schon länger im Boot. Und das ist ein gewichtiger Grund dafür, dass Schenk das Ruder für sein „Herzblutthema“ ruhigen Gewissens in andere Hände geben kann.

Als Schwester Claudia noch das Heim leitete

An die Anfänge seiner Zeit bei der Jugendhilfe kann sich Schenk noch gut erinnern. Eigentlich habe er ja Lehrer werden wollen, „aber dann habe ich gemerkt, dass es auch an anderen Stellen Bedarf gibt.“ Seinerzeit wurde das Werner Kinderheim noch von Schwester Claudia vom „Orden der Göttlichen Vorsehung“ geleitet. Für die Betreuung und Erziehung der Kinder waren noch ausschließlich Frauen zuständig.

Und das habe man auch im Alltag der Kinder gespürt, sagt Schenk: „Als ich hier anfing, bin ich einmal pro Woche mit einem Jungen zum Fußball gegangen. Das war für ihn ein echtes Highlight. Später bin ich dann als Erziehungsberater eingestiegen und habe mich um Pflegefamilienvermittlung gekümmert.“

Und eigentlich sei genau das ja auch heute noch das Ziel: Kindern ein gutes Leben in Familien zu ermöglichen statt sie im Heim unterzubringen. Verändert hat sich in den vergangenen Jahrzehnten trotzdem eine Menge. Er habe sogar einen echten „Paradigmenwechsel“ miterleben dürfen, sagt Schenk – und meint damit ein grundsätzliches Umdenken in der Jugendhilfearbeit: Weg vom defizitorientierten Notbetreuungskonzept hin zu einem offenen Hilfskonzept, das viel früher ansetzt und präventiver ausgerichtet ist.

„Leider konnten wir trotzdem nicht allen Kindern helfen. Es gab immer mal Fälle, in denen Kinder und Eltern keine Hilfe annehmen wollten“, sagt Schenk. In manchen Fällen habe es anstelle eines Happy Ends dann zum Beispiel Probleme mit Straffälligkeiten und Drogen gegeben.

Das war neben vielen schönen Erlebnissen die traurige Seite seiner Arbeit. Und es gab noch eine andere Seite, die Schenk lange ein Dorn im Auge war – auch wenn sich die Situation inzwischen gebessert hat: „Die höchst wirtschaftliche Haltung von Jugendämtern. Da gab es schon manchmal Reibereien. Ich konnte es nie verstehen, dass man einem Kind noch nicht einmal ein Fahrrad finanzieren wollte.“ Da stieß dann auch der Hobbyzauberer an seine Grenzen.

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