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Nach Online-Petition gegen Eurobahn: Joshua Tolksdorf besucht Keolis-Werkstatt

Eurobahn-Ärger

Verspätete Eurobahn: Joshua Tolksdorf (16), der eine Petition gegen Betreiber Keolis initiiert hatte, kam einer Einladung des Unternehmens nach. Nun sieht er die Probleme mit anderen Augen.

Werne

, 26.01.2019 / Lesedauer: 3 min
Nach Online-Petition gegen Eurobahn: Joshua Tolksdorf besucht Keolis-Werkstatt

Joshua Tolksdorf (16) hat im Herbst eine Onlinepetition gegen die Eurobahn gestartet. Daraufhin hat der Betreiber Keolis ihn und seine Schulklasse nun in die Eurobahn-Werkstatt eingeladen. Nun würde er die Probleme mit anderen Augen sehen, meint Tolksdorf. © Joshua Tolksdorf

Zugausfälle, Verspätungen und jede Menge Ärger: Joshua Tolksdorf wollte die Situation der RB50 zwischen Werne und Dortmund nicht mehr hinnehmen. Der 16-Jährige, der täglich mit der Eurobahn in die Nachbarstadt zum Wirtschaftsgymnasium fährt, ärgerte sich über Zugausfälle und stundenlange Wartezeiten. Er startete eine Online-Petition gegen die Eurobahn, die ihm und seiner Schulklasse nun einen besonderen Ausflug ermöglichte.

Joshua Tolksdorf und seine Mitschüler besuchten nun die Eurobahn-Werkstatt in Hamm-Heessen. In einer einstündigen Führung zeigte Werkstattleiter Roland Canstein den Schülern die Räume, die Waschanlage und die Arbeitsplätze. „Wir haben interessante Einblicke bekommen, die man so als Fahrgast nicht bekommt“, erzählt Joshua Tolksdorf.

Hintergründe zu Zugausfällen und Verspätungen

Danach gab Nicole Pizzuti, Keolis-Unternehmenssprecherin, in einem einstündigen Vortrag Einblicke in das Unternehmen Keolis und konkret auf die Linie RB 50, die zuletzt arg für Probleme gesorgt hat.

„Wir haben gesehen, was dahinter steckt, wenn ein Zug zu spät kommt. Man steht als Fahrgast nur am Bahnsteig und ärgert sich und pauschalisiert alles. Aber die Hintergründe dazu kennt man eigentlich gar nicht“, sagt Joshua Tolksdorf nachdenklich.

Er freut sich, dass er nach seiner Petition ein klärendes Gespräch mit den Verantwortlichen von Keolis führen durfte. Und auch seitens des Eurobahn-Betreibers sei man zufrieden mit dem direkten Austausch mit den Kunden.

„Grundsätzlich begrüßen wir es, wenn junge Leute wie Joshua sich für wirtschaftliche Themen interessieren und eine Petition starten - auch wenn sie gegen unser Unternehmen gerichtet war. Er hatte auch mit unseren Herausforderungen auf der Strecke zu kämpfen“, sagt Pizzuti. Sie ging in ihrem Vortrag vor allem auf die RB50 und die dort entstandenen Zugausfälle und Verspätungen ein.

Nach Online-Petition gegen Eurobahn: Joshua Tolksdorf besucht Keolis-Werkstatt

Joshua Tolksdorf hat mit seiner Klasse die Eurobahn-Werkstatt besucht. © Keolis

Situation hat sich beruhigt

Sie erklärte, wie Keolis auf kurzfristige Personalengpässe reagiert oder welche Auswirkungen die Umleitung des Fernverkehrs oder der Radsatzaustausch der gesamten Flotte auf die Zuverlässigkeit der Eurobahn hat. Aktuell habe sich die Situation auf der eingleisigen Strecke zwischen Dortmund und Münster beruhigt, erklärt die Unternehmenssprecherin.

„Wir haben zurzeit eine Pünktlichkeit von 96 bis 98 Prozent auf der RB50.“ Das habe vor allem mit dem Einsatz der neuen Flirt3-Bahnen zu tun und mit dem wegen Schienenarbeiten umgeleiteten Fernverkehr.

Noch bis Ende Juni 2019 soll der Fernverkehr auf der Strecke verbannt sein. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass die Eurobahn die Strecke dann allein nutzen kann - deutlich mehr Pünktlichkeit inklusive. „Wenn der Fernverkehr wieder auf der Strecke rollt, sieht es aber wieder schlecht für die Eurobahn aus“, ist sich Nicole Pizzuti sicher.

Mehr als 1300 Stimmen bei der Online-Petition

Das hört auch Joshua Tolksdorf, der täglich von Werne nach Dortmund pendelt, nicht gern. Dabei ist er zurzeit sehr zufrieden mit der Eurobahn: „Im Moment läuft es echt super. Wenn es so bleibt, kann ich mich nicht beklagen“, sagt der 16-Jährige, der mit seiner Online-Petition mehr als 1300 Stimmen gesammelt, Druck auf Keolis ausgeübt und einen besonderen Schulausflug hatte.

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