Mode-Designerin aus Werne lieferte Masken sogar nach Süddeutschland

dzCorona in Werne

Sabine Gedamke-Kestings Masken finden in der Corona-Krise viele Abnehmer. Sogar eine Schornsteinfeger-Firma und Friseure stehen auf der Kundenliste - mit teils besonderen Wünschen.

Werne

, 21.05.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die größte „Maskenwelle“ ist wohl erstmal geschafft. Die meisten Menschen sind versorgt. Und Sabine Gedamke-Kesting vom Nähatelier „Creabine“ könnte durchaus von sich behaupten, mit ihren selbstgenähten Mund-Nasen-Bedeckungen vielen Leuten in der Maskenpflicht-Zeit weitergeholfen zu haben. Die Corona-Krise ist für die Wernerin arbeitsintensiv - aber auch spannend.

Als im März bekannt wurde, dass Gedamke-Kesting Behelfs-Nasen-Mundschutze aus Stoffresten näht, löste das eine wahre Bestellflut bei der Wernerin aus. Erst Recht, als die Regierung anschließend die Maskenpflicht ausrief. Ihr Mann und ihr Sohn halfen ihr bei der Herstellung: „Ich habe meinem Sohn das Nähen beigebracht. Mein Mann schnitt die Stoffe zurecht, mein Sohn nähte die Gummis an und ich machte den letzten Feinschliff.“

So wurde aus dem einzelnen Maskennähen eine richtige kleine Produktion mit Industriestraße. Auch zwei ihrer Nähkurs-Teilnehmer halfen fleißig bei der Herstellung von Masken, die gespendet wurden.

Und so geht's: Wie man die Maske richtig aufsetzt und trägt, hat die Wernerin in einer Anleitung erklärt.

Und so geht's: Wie man die Maske richtig aufsetzt und trägt, hat die Wernerin in einer Anleitung erklärt. © Sabine Gedamke-Kesting

Stoffe für Männermasken waren schwierig zu besorgen

Gedamke-Kesting spendete aber auch Stoffe an Privatleute, die dann selbst Masken nähen wollten. „Ich habe auch in eine meiner WhatsApp-Gruppen, das Schnittmuster geschickt, welches ich etwas umgeändert hatte. Viele haben auch selbst genäht“, sagt sie und ergänzt: „Am Anfang gab es für die Kunden keine Möglichkeit, sich Stoffe auszuwählen.“

Sie habe darauf geachtet, dass die Stoffe neutral sind. Die Frauenmuster waren für sie einfacher zu finden: „Ich hatte noch sehr viele Stoffe übrig, unter anderem von Patch-Work-Taschen, da gab es keine Probleme“. An Männerstoffe sei sie nur schwieriger herangekommen. Generell wollten ihre Kunden aber fröhliche Masken, um sich die Maskenzeit etwas zu verschönern.

Und natürlich müsse man in so eine Aufgabe erst einmal reinwachsen: „Am Anfang passierte es schon mal, dass Masken zu klein waren. Männer haben eben meistens größere Köpfe als Frauen.“

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Zwei unterschiedliche Schnittmuster

Deshalb nähte Gedamke-Kesting nach zwei Schnittmustern: eines mit Gummilaschen an den Seiten und das andere mit Schlaufen zum Binden und Verstellen. Mit der Zeit gab es immer mehr Fans der „Bindemaske“: „Die ist einfach praktischer. Wenn man sie kurz abnimmt, kann man sie um den Hals baumeln lassen“, so Gedamke-Kesting. Dazu hat sie immer eine Zeichnung geliefert, wie man diese Maske am besten und effektivsten bindet.

Natürlich steht die Funktionalität im Vordergrund, aber auf der anderen Seite ist die Maske auch zu einem modischen Accessoire geworden. „Ich habe mir eine modisch und zugleich funktionelle Maske im Leo-Look genäht“, sagt die Wernerin.

Witzige Zufälle und verschiedene Wünsche

Im Laufe der Zeit sind die unterschiedlichsten Bestellungen eingegangen. So nähte sie für eine Schornsteinfeger-Firma nur schwarze Masken und für einen Friseur auf Wunsch knallbunte Modelle. In dieser arbeitsintensiven Zeit sind aber auch lustige Dinge passiert: „Einmal habe ich mir eine falsche Nummer notiert. Es ging eine Frau im Süden Deutschlands ans Telefon. Wir kamen ins Gespräch und zufällig benötigte sie auch Masken. Ich schickte ihr welche zu, sie verkaufte die Masken dort und spendete das Geld an die Tafel.“

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