Markthändler Achmed Mourabi (48) präpariert einen der beiden Gas-Heizöfen. „Wenigstens kann man sich zwischendurch dann mal die Hände wärmen", sagt er. © Jörg Heckenkamp
Kälte in Werne

Mit Video: Werner Wochenmarkt – Mit drei Hosen trotzt ein Händler der eisigen Kälte

Der Wochenmarkt am Freitag in Werne war nur dünn besetzt. Vier Händler verloren sich auf dem Platz. Sie mussten Temperaturen von minus 15 Grad trotzen. Wie schaffen Sie es, nicht zu erfrieren?

Der Bauhof war ab Mittwoch (10. Januar) damit beschäftigt, den Marktplatz für den Freitagsmarkt freizuräumen. Doch im Vorfeld war schon klar, dass nicht allzu viele Händler ihre Stände aufbauen. Schließlich verloren sich am Freitag (12. Februar) gerade einmal vier Händler auf dem schneefreien Areal.

Darunter Achmed Mourabi. Der 48-Jährige ist seit rund vier Jahren Händler auf dem Werner Wochenmarkt. Üblicherweise steht er mit seinen Trockenfrüchten und Nüssen in dem Bereich zwischen Sparkasse und Café Telgmann. „Aber heute sind ja nicht viel da, da sind wir hier auf dem Platz zusammengerückt.“

In der Tat waren ein Fischhändler, ein Bäckerei-Wagen, ein Stand mit mediterranen Spezialitäten und eben Achmed Mourabi vor Ort. Die Gemüsehändler etwa hatten bereits im Vorfeld abgewunken. Die Temperaturen seinen viel zu kalt für ihre Waren.

Mourabis Trockenfrüchten und Nüssen machten die freitäglichen Temperaturen um minus 15 Grad „überhaupt nicht aus“. Auch er selbst hat sich gegen die sibirische Kälte gewappnet. Mit einem Lachen im Gesicht erzählt er: „Drei Hosen – eine Art Leggings, eine normale Hose und schließlich eine Ski-Hose.“ 2 Pullis und eine dicke Jacke halten den Oberkörper warm, dazu Handschuhe und Mütze. „So geht‘s“, sagt der Händler.

Das Brett hat der Händler selbst konstruiert. Wenn wenig zu tun ist, steht er dort drauf statt auf dem eiskalten Boden.
Das Brett hat der Händler selbst konstruiert. Wenn wenig zu tun ist, steht er dort drauf statt auf dem eiskalten Boden. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Für den Weg von Dortmund nach Werne habe er an diesem Morgen mit seinem Marktstand deutlich länger als sonst gebraucht, „zwei Stunden waren wir unterwegs“. Seinen Stand hat er an zwei Seiten mit einer festen Plane umgeben. Doch die Kälte hält das nicht ab. „Wir haben zwei Gas-Heizöfen dabei“, sagt er. Die sorgten wenigstens für ein bisschen Wärme, „vor allem kann man die Hände zwischendurch mal aufwärmen“.

Damit die Kälte des Marktpflasters nicht direkt durch die Schuhe in die Füße zieht, hat sich Achmed Mourabi einen Trick einfallen lassen. Er hat sich ein kleines Brett gebaut, wie eine Mini-Palette. „Wenn nicht so viel zu tun ist, stelle ich mich einfach da drauf, dann dringt die Kälte nicht so durch.“

Markthändler Mourabi präsentiert seine Trockenfrüchte. Eisige Temperaturen machen ihnen nichts auf. Und er ist ebenfalls gewappnet gegen die Kälte.
Markthändler Mourabi präsentiert seine Trockenfrüchte. Eisige Temperaturen machen ihnen nichts auf. Und er ist ebenfalls gewappnet gegen die Kälte. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Für den nächsten Markttermin am Dienstag (16. Februar) sind erträglichere Temperaturen um 5 Grad vorhergesagt. Dann dürften auch wieder deutlich mehr Anbieter auf dem Wochenmarkt anzutreffen sein. Der Bauhof hat jedenfalls schon Teile der Steinstraße geräumt, in denen üblicherweise Marktstände stehen.

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