Bürgermeister Lothar Christ hofft auf eine baldige Eröffnung des Corona-Schnelltest-Zenrums auf dem Parkplatz am Hagen. © Jörg Heckenkamp
Corona-Testzentrum in Werne

Mit Video: Nicht alle Bürger dürfen das Schnelltestzentrum in Werne künftig nutzen

Warten auf den Start: Wenn der Kreis Unna grünes Licht gibt, kann das Corona-Schnelltestzentrum in Werne starten. Schon jetzt ist klar: Nicht für alle Bürger wird es hier kostenlose Tests geben.

Dort, wo bald im Minuten-Takt Schnelltests durchgeführt werden sollen, herrscht noch Ruhe: Bislang sind nur die Zelte für das Corona-Schnelltestzentrum auf dem Parkplatz Am Hagen in Werne zu sehen. Sobald aber aus dem Gesundheitsamt des Kreises Unna die Anerkennung vorliegt, darf das Testzentrum in Werne öffnen. Allerdings wird es hier nicht für jeden Bürger einen kostenlosen Test geben. Denn das Bundesministerium für Gesundheit hat klare Vorgaben für ein solches Corona-Schnelltestzentrum formuliert.

Bürger können am Schnelltestzentrum in Werne abgewiesen werden

Demnach werden nur asymptomatische Personen getestet, also nur Bürger ohne für Corona typische Symptome. „Mittlerweile sollte jedem Bürger klar sein, welche Symptome auf Corona hindeuten könnten“, sagt Max Rolke, Pressesprecher des Kreises Unna.

Wer sich trotz Anzeichen wie etwa Fieber oder Störung des Geschmacks- und Geruchssinns zum Schnelltestzentrum in Werne begibt, wird abgewiesen. „Derjenige wird nach Hause geschickt und sollte sich in Quarantäne begeben und sich an seinen Hausarzt wenden, um gegebenenfalls weitere Schritte zu klären“, so Rolke weiter. Ein Test auf das Coronavirus übernimmt in dem Fall der Hausarzt.

Darüber hinaus soll es eine weitere Einschränkung für das Testzentrum geben. „Es soll erst einmal ein Angebot für unsere Werner Bürger sein“, sagt Ordnungsdezernent Frank Gründken. Allerdings könnte man sich im nächsten Schritt auch vorstellen, tagesaktuelle Tests für weitere Bürger anzubieten. „Da geht es zum Beispiel um Pendler, auswärtige Gäste oder Besucher, die in Werne die Gastronomie besuchen wollen. Da bräuchten sie auch einen tagesaktuellen Test“, erklärt Gründken.

Ein Problem sei allerdings, dass es keine deutschlandweite Datenbank für die kostenlosen Tests, die jedem Bürger seit dem 8. März zustehen, gibt. „Über unsere Datenbank wird man schauen können, ob der Bürger schon einen Test in der Woche hier bekommen hat. Aber es ist nicht auszuschließen, ob er nicht woanders schon einen bekommen hat“, so Gründken.

Wichtig ist das nicht nur wegen der Fairness, sondern auch aufgrund der Abrechnung. Der Bund beteiligt sich an den Kosten des einen Tests, der pro Bürger kostenfrei möglich ist. In Werne soll es darüber hinaus möglich sein, weitere Tests zu bekommen. Allerdings muss der Bürger diese Tests dann selbst bezahlen.

In welchem Rhythmus künftig in dem Testzentrum getestet wird, ist noch unklar. Man setzt dabei auf Erfahrungswerte aus anderen Zentren. „Am Anfang werden wir einen etwas höheren Zeitrahmen pro Test einplanen“, sagt Gründken. Es hängt generell auch von den Tests ab, die zum Einsatz kommen werden. Die Variante, die vorgesehen ist, sei aber dafür geeignet, relativ schnell durchgeführt zu werden, so der Ordnungsdezernent weiter. Es soll aber keine zeitliche Verzögerung entstehen, um Warteschlangen generell zu verhindern.

Start des Schnelltestzentrums wohl nächste Woche

Frank Gründken bestätigt derweil die Ankündigung von Bürgermeister Lothar Christ, dass das Corona-Schnelltestzentrum Anfang der kommenden Woche in Betrieb gehen könnte. Die Anerkennung des Kreises läge noch nicht vor, erklärt Gründken am Dienstagnachmittag (9. März). Es habe aber positive Rückmeldungen gegeben.

Einen Start des Testzentrums in dieser Woche sieht er noch nicht. „Das ist aus meiner Sicht nicht umsetzbar, weil wir die Schnelltests noch nicht bestellt haben. Das geht erst, wenn wir die Anerkennung haben“, so Gründken weiter. Zudem müsste es noch grünes Licht der Politik aus Werne geben.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek
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