Matthias Heimann (46) ist der erste Kunde beim Aldi in Werne, der mit einem Corona-Schnelltest wieder den Laden verlässt. Einige Kunden sind allerdings leer ausgegangen. Der Test war in wenigen Minuten ausverkauft. © Michelle Kozdon
Coronavirus in Werne

Mit Video: Erst gähnende Leere, dann Ansturm auf Corona-Schnelltests beim Aldi in Werne

Beim Discounter Aldi gibt es seit Samstagmorgen Corona-Schnelltests. In Werne blieb der zu erwartende Ansturm auf den Artikel am frühen Morgen zunächst aus. Doch dann änderte sich das schlagartig.

Ein negatives Ergebnis eines Selbsttestes gibt eine gewisse Sicherheit, wenn man wieder Familie und Freunde treffen möchte. Es könnte gleichzeitig künftig auch den Eintritt zur Gastronomie bedeuten. Diese Regelung könnte bei dem nächsten Öffnungsschritt und je nach Inzidenz-Wert gelten. Der Wunsch, sich einen Schnelltest schnell zu ergattern, war in Werne am Samstagmorgen (6. März) spürbar.

Der Aldi an der Klöcknerstraße öffnete seine Türen um 7 Uhr. Eine knappe halbe Stunde vor Ladenöffnung allerdings herrschte noch gähnende Leere vor dem Discounter, der in seinen Filialen als erstes Unternehmen Corona-Schnelltests für jedermann verkauft. Gegen 6.45 Uhr änderte sich das allerdings schlagartig. Nach und nach haben sich Kunden angestellt, nachdem eine Frau den Anfang gemacht hat.

Sie geht eigentlich immer früh einkaufen, sagt sie. „Aber heute natürlich auch für den Test. Man kann ja nicht wissen, wie viele es letztendlich gibt.“ Einen Test möchte sie an diesem Morgen unbedingt ergattern. „Sonst kann ich doch meine Enkelin nicht sehen. Die ist 8. Ich kann sie nur vom Balkon sehen – winkenderweise.“

Einige Kunden gehen leer aus

Als der Aldi öffnete, standen 18 Personen an, um sich einen Schnelltest zu kaufen. Alle blickten kurz vorher noch gespannt und ungeduldig in das Innere des beleuchteten Ladens, ob sich schon etwas tue. Nachdem ein Mitarbeiter mit einem „Guten Morgen“ um Punkt 7 in den Laden ging, folgten ihm auch schon die ersten Kunden.

Nach nur wenigen Minuten kamen die ersten Kunden wieder aus dem Geschäft. Dieter Daum (78), der als Zwölfter in der Schlange stand, sagte stolz: „Das war der Letzte!“ und zeigte seinen gekauften Schnelltest. Er und seine Frau Margrit Daum (76) standen am Samstagmorgen früh bei minus 3 Grad in der Schlange, um endlich wieder ihre Enkelkinder sehen zu können.

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Ansturm auf Corona-Schnelltests beim Aldi in Werne

Für sie war klar, dass sie es heute unbedingt versuchen mussten, einen Schnelltest zu ergattern, weil sie ihren Enkelkindern sonst nur per Facetime zuwinken und sie es kaum abwarten können, sie wieder in den Arm zu schließen. Die Geduld hatte sich dann auch gelohnt. Mit jeweils einem Test in den Händen und auf dem Weg zum Auto sagte Margrit Daum: „Jetzt schnell nach Hause und dann können wir sie hoffentlich endlich wiedersehen. Nicht nur per Facetime.“

Auch Sven Linnemann (28) stand in aller Früh als zweiter in der Warteschlange, weil ihn seine Frau „aus dem Bett geschmissen“ hat, damit sie eine Chance auf einen Test hätten. „Wir haben es gestern noch in den Nachrichten gehört und auf Facebook gelesen. Dann sind wir heute morgen beide losgefahren, meine Frau zu dem anderen Aldi und ich hier“, sagte Linnemann.

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Ansturm auf Corona-Schnelltests beim Aldi in Werne

Aber nicht jeder Kunde hatte an diesem Morgen solch ein Glück. Enttäuscht, frustriert und wütend gingen einige Kunden, die keinen Schnelltest in der Früh ergattert hatten, wieder nach Hause. Eine Kundin ging mit den Worten „Hätte ich vorher gewusst, dass Aldi nur zwölf Stück verkauft, dann wäre ich gar nicht gekommen“, frustriert und verärgert zum Auto.

Beim Warten war die Stimmung noch entspannt. Die Kunden in der Schlange hatten zuvor noch Hoffnung, dass sie alle einen Test bekommen werden. Doch nach dem stockenden Verkehr im Laden und dem letztlichen Weg heraus mit leeren Händen, verzogen sich einige hoffnungsvolle Gesichter.

Tests auch beim zweiten Aldi in Werne schnell ausverkauft

Ähnlich sah es am Aldi am Bahnhof in Werne aus. Hier waren die Schnelltests ebenfalls nach wenigen Minuten vergriffen. Die Abgabe an jeden einzelnen Kunden ist generell auf eine Packung und damit auf fünf Schnelltests (für 25 Euro) begrenzt. Wer keinen Test mehr bei Aldi ergattern konnte, kann sein Glück ab Dienstag (9. März) in den Drogeriemärkten Rossmann und dm versuchen, in denen dann der Verkaufsstart der Schnelltests beginnt.

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Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek
freie Mitarbeiterin

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