Attilio Stival vom Eiscafé Venezia hat trotz Schnee den Schalterverkauf wieder geöffnet. Aber die Situation ist nicht gerade rosig. © Felix Püschner
Eiscafés

Mit Video: Die ersten Eisdielen in Werne erwachen aus dem Winterschlaf

Trotz Schneefall hatte Attilio Stival sein Eiscafé Venezia an der Bonenstraße in Werne wieder geöffnet. Sogar mit einem besonderen Angebot. Kam das gut an? Und wie ist die Lage bei den anderen Eisdielen in Werne?

Während am Moormannplatz in Werne noch die letzten Schneehaufen schmelzen, nimmt Attilio Stival an der Theke seines Eiscafés Venezia die Bestellung einer jungen Frau auf. Jeweils eine Kugel Erdbeere und Vanille für die Kinder, dann noch Schoko-Minze für die Mama und eine Kugel Nuss für die Oma.

Letztere kommentiert das mit einem herzhaften „Dann kann der Frühling ja jetzt kommen“. Und wahrscheinlich lächelt Stival hinter der FFP2-Maske, als er das hört. Einen Grund dazu hätte er zumindest in diesem kurzen Moment. Denn immerhin konnte er gerade Kunden bedienen.

Davon gibt es derzeit nicht viele. Betreten darf das Eiscafé im Zuge des Lockdowns ohnehin niemand. Und nur wenige kommen tatsächlich von draußen zur Theke, um sich die ein oder andere Kugeln für 1,20 Euro zu kaufen. Stival hat sein Eiscafé bereits vor zehn Tagen geöffnet. Ziemlich früh nach der Winterpause – und trotz der Wetterprognose, die ein Schnee-Chaos erwarten ließ. Warum? „Na, du musst Geld verdienen. Ohne Geld geht es nicht. Ich habe ja meine Kosten.“

Dass sein Geschäft schlecht läuft, liege aber natürlich nicht nur am Wetter, sondern auch an der Pandemie. „Es ist nicht nur zu kalt – es kommen auch kaum Leute in die Stadt, weil die Geschäfte geschlossen sind“, sagt Stival. Als wir ihn auf eines der Schilder ansprechen, auf denen er mit „Glühwein-to-go“ wirbt, muss er lachen und scherzt: „Da habe ich selbst mehr von getrunken als verkauft. Das Angebot kam nicht wirklich gut an.“

Irgendwie halte er sich trotz Krise über Wasser, doch dass sich die Corona-Situation bald ändern muss, steht außer Frage. „Ich hoffe, dass wir im März wieder Kunden in unser Café lassen können und auch die anderen Geschäfte wieder öffnen. Sonst wird es schwierig. Wir alle brauchen wieder mehr Kunden.“

Eis Berger in Stockum setzt weiterhin auf Eisautomat

Peter Telgmann von Eis Berger in Stockum sieht das ähnlich. Derzeit hält er sich mit der Öffnung seiner Eisdiele aber noch komplett zurück – auch was einen möglichen Termin in den nächsten Wochen betrifft. Stattdessen setzt der Jungunternehmer aktuell auf gut gemeinte Distanz zum Kunden. „Wir wollten kein Risiko eingehen. Die Gesundheit geht vor“, sagt Telgmann auf Anfrage unserer Redaktion. Eine Alternative steht den Kunden jedoch in Form des Eisautomaten am Café an der Werner Straße zur Verfügung.

Peter Telgmann bietet sein selbst hergestelltes Eis auch im Eis-Automaten an.
Peter Telgmann bietet sein selbst hergestelltes Eis auch im Eis-Automaten an. © Andrea Wellerdiek (Archiv) © Andrea Wellerdiek (Archiv)

Auch hier können sich Eisliebhaber mit verschiedenen Eissorten versorgen. Ganz neu im Angebot: Eine Kreation mit frischen Zitronen aus Sizilien und feinstem Basilikum sowie das mit Salz verfeinerte „Magic Caramel“. Einfach um den Kunden mal wieder etwas Neues zu bieten, wie Telgmann erklärt. Dass sein Konzept mit dem Eisautomaten aufgeht, bekommt er immer wieder vor Augen geführt. Nicht nur, weil er oft nachfüllen muss.

„Die Leute sagen mir inzwischen, ich sollte nichts anderes mehr machen, weil der Automat so flexibel ist“, sagt Telgmann und lacht. Je nachdem, wie sich die Pandemie-Situation entwickelt, werde er entscheiden, wann er wieder Kunden in seiner Eisdiele empfängt. Und dass dies nicht mehr allzu lange dauert, hofft natürlich auch er.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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