Die Durchfahrt durch die Bahnhofs-Unterführung in Werne ist verboten. Winfried Hoch würde das Verbot aufheben, allerdings sollten dann der Eingang in den Tunnel verbreitert und ein Spiegel für den „Gegenverkehr“ aufgehängt werden. © Jörg Heckenkamp
Radfahren in Werne

Mit Video: ADFC will freie Fahrt für Radler durch den Bahnhof Werne

Der Anteil des Fahrrades am Straßenverkehr nimmt zu. Mehr Radler bedeutet aber auch mehr Klagen über Schwach- oder Gefahrenstellen. In einer kleinen Serie zeigen wir Tops und Flops in Werne. Heute: Teil 5.

Am Bahnhof Werne und in der näheren Umgebung macht der ADFC gleich zwei Probleme aus.

Flop 1:

Das erste Problem: Die Unterführung unter dem Bahnhof ist für Radfahrer gesperrt. „Dennoch fahren viele hier durch, vor allem Schüler“, hat Winfried Hoch, Sprecher des ADFC in Werne, beobachtet. Eigentlich sei die Unterführung breit genug, sodass man Fahrradfahren hier erlauben könnte, meint der Experte.

Allerdings findet sich eine Engstelle. „Das ist aus der Innenstadt kommend die Einfahrt in die Unterführung.“ Die sei schmal und biege dann sofort scharf nach rechts ab. An dieser Stelle habe er selbst beinah schon mal einen Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Fahrradfahrer gehabt, sagt Hoch.

Er schlägt vor, auch wenn es aufwendig ist, die Einfahrt baulich zu verbreitern. „Man könnte links den kleinen Raum wegnehmen, dann hätte man Platz gewonnen“, sagt der 70-jährige Radfahr-Aktivist. Zusätzlich, und das wäre nur ein kleiner Aufwand, sollte man an der gegenüberliegenden Wand einen Spiegel anbringen, um gefährliche Begegnungs-Situationen an dieser Ecke zu vermeiden. Problem: „Das liegt alles in der Hoheit der Deutschen Bahn“, sagt Hoch.

Wenn der Bahnhof für Radler befahrbar wäre, käme man dem Ziel einer besseren Radwegeverbindung aus Richtung Krankenhaus kommend bis in die Innenstadt näher, meint der ADFC. Doch ist nicht nur die Sperrung im Bahnhof ein Problem, sondern einige Hundert Meter weiter taucht das nächste Hindernis auf. Statt Top also heute

Flop 2:

Statt entlang der von Autos stark frequentierten Bahnhofstraße könnten Radler viel besser den Weg über die Gutenberg- und Kettelerstraße, Becklohhof, Burgstraße bis in die Innenstadt nehmen. Doch den Übergang von der Gutenberg- zur Kettelerstraße vermiest die Penningrode den Zweirad-Lenkern. Nicht nur, dass diese Trasse stark befahren ist (Tempo 50 ist hier erlaubt) – es fehlen auch Absenkungen, wie Winfried Hoch mit seinem eigenen Fahrrad demonstriert.

„Wenn ich aus Richtung Bahnhof komme, muss ich mein Rad zwei Stufen hinunter und auf der gegenüberliegenden Seite zur Kettelerstraße wieder eine Stufe hoch schieben“, sagt er. Eine Absenkung, damit Fahrradfahrer durchfahren können, wäre an dieser Stelle allerdings gefährlich. Die Penningrode ist aus Richtung Bahnhof kommend schlecht einsehbar und die Autos sind schnell.

Daher könnte sich Hoch vorstellen, „eine Mittelinsel anzulegen“. Wenn man die Bushaltestelle an der nördlichen Seite der Penningrode umbauen würde, würde „man Platz für eine Mittelinsel gewinnen“.

Kennen Sie weitere Tops und Flops?

  • Sind Ihnen Stellen im Stadtgebiet aufgefallen, die für Radler umständlich oder gefährlich sind?
  • Oder kennen Sie Bereiche, in denen sich für Zweiradfahrer etwas verbessert hat, was gut gelungen ist?
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Jörg Heckenkamp

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