Eine bis zu 4 Meter hohe Skulptur soll auf dem Kreisverkehr an der Münsterstraße/Ecke Becklohhof entstehen. © Stadt Werne
Kreisverkehr in Werne

Mit Video: 4 Meter hohe Stahlskulptur entsteht auf Kreisel an Münsterstraße

Der Künstler Alfred Gockel fertigt für den Kreisverkehr an der Münsterstraße/Ecke Becklohhof in Werne eine bis zu 4 Meter hohe Stahlskulptur. Welche Bedeutung dahinter steckt, lesen Sie hier.

Schon bei der Vorstellung des Kreisverkehrs an der Münsterstraße im vergangenen Jahr hatte Bürgermeister Lothar Christ in einem Nebensatz fallen lassen, dass auf dem Kreisverkehr noch etwas entstehen werde und auch Stromleitungen unter dem Kreisel verlegt worden seien. Mehr wollte Christ damals allerdings nicht preisgeben.

Am Donnerstag (6. Mai) dann aber, in der Cafeteria des Stadthauses, präsentierte Christ gemeinsam die Miniaturversion dessen, was Auto-, Radfahrern und Fußgängern auf ihrem Weg in und durch die Stadt bald begegnen wird: Eine bis zu 4 Meter hohe Skulptur aus Cortenstahl bestehend aus einem Kreis, in dessen Mittelpunkt das Kapuzinerkloster abgebildet ist. An das Kloster angelehnt stehen zwei Figuren, die eine trägt das Kirmesrad der Sim-Jü, die andere hat ein Fahrrad an der Hand. Getragen wird das Ganze von der dunkelblauen Lippe und der hellblauen Horne.

Eine Skulptur, mit der sich die Werner identifizieren können sollen

Die Idee zu der Skulptur hatte der gebürtige Werner Wilfried Thöne, der mittlerweile ebenfalls in Lüdinghausen wohnt. Seine Idee war es auch, das Kapuzinerkloster anstelle des beispielsweise Alten Rathauses in die Mitte der Skulptur zu setzen. Von der Idee überzeugte Thöne Christ nicht nur wegen der historischen Bedeutung des Klosters, sondern auch weil es 2021 genau 350 Jahre Grundsteinlegung feiert und die Klosterbrüder nicht zuletzt in der Nazizeit einen Widerstand gegen die Nationalsozialisten geleistet hatten.

Denn mit der Skulptur, die in unmittelbarer Nähe zur Marga-Spiegel-Schule stehen wird, soll auch an eben diese und die Retter von Werne erinnert werden. Einer von ihnen: Pater Venantius, der Marga Spiegel damals versprochen hatte, sie, wenn alle Stricke rissen, im Kloster vor den Nazis zu verstecken.

Das Fahrrad links in der Skulptur soll Werne als das Tor zum Münsterland darstellen. Der Ring, der alles umgibt, soll die gesamte Aura der Stadt einkreisen, so Künstler Alfred Gockel. „Alles, was drinnen passiert, hat eine gewisse Vitalität.“ Das Riesenrad an der Hand der rechten Figur ist angeschraubt, sodass das Symbol beliebig durch andere ersetzt werden kann. Zwar werde nun im ersten Gang kein weiteres Symbol angefertigt, so Christ, denkbar seien aber etwa ein Weihnachtsbaum für die Weihnachtszeit, ein Symbol für das Straßenfestival (z.B. ein Saxophon oder ein Jongleur) oder ein Pferd zum Gripshöver Reitturnier. Zwei bis vier sollen es am Ende insgesamt etwa werden, so Christ.

Skulptur am Kamener Kreuz mit Hubschrauber stammt von Gockel

Künstler Alfred Gockel versuchte Christ mit einem Handwischen bei der Vorstellung seiner Biografie schnell abzuwiegeln, ist in der Gegend aber kein Unbekannter: Der Künstler aus Lüdinghausen hat sich bereits an der A1 mit seiner Skulptur des Rettungshubschraubers am Kamener Kreuz verewigt. Auch die geschwungene, mit farblichen Platten versehene Skulptur an der A1-Abfahrt Münster-Hiltrup ist Gockels Händen entsprungen. Für die Skulptur in Werne gehe es ihm um Bewegung und das Tor zum Münsterland.

Wer den Kreisverkehr künftig befahre, den soll die Skulptur begleiten: Nicht nur stehen die Figuren innerhalb der Skulptur schräg nach innen zum Kloster, die Figuren selber bestehen aus zwei Ebenen, die in deren Inneren in einem 135 Grad-Winkel gedreht werden. Gemeinsam mit der Lichtinstallation, für die Manfred Döpper verantwortlich sein wird, soll die Skulptur dann tagsüber durch das Sonnenlicht und nachts durch die LED-Lampen Schatten werfen und mit den Autofahrern und Passanten interagieren. Die Skulptur soll aus Cortenstahl bestehen, der mit der Zeit den klassischen Rostton annimmt, aber nicht durchroste, so Gockel.

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Neue Skulptur am Kreisverkehr an Münsterstraße

Finanziert werden soll das Projekt aus privaten, Landes- und Kommunalmitteln. Über Städtebaufördermittel des Landes – aus dem sogenannten Verfügungsfonds – könnte die Stadt bis zu 100.000 Euro beziehen. Die Kosten für die Stadt selber bezifferte Christ auf bis zu 25.000 Euro. Nach der Beschlussfassung des Kulturausschusses am Dienstagabend soll die Skulptur von Frühsommer bis Sommer erstellt werden, damit sie im Herbst installiert werden kann, so der Plan laut Christ.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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