Michaela Hiepler (62) geht nach 30 Jahren bei der Fabi Werne in Rente

dzVerabschiedung

Wahrscheinlich hätte Michaela Hiepler noch ein paar Jahre in der Familienbetreuung der Familienbildungsstätte (Fabi) Werne gearbeitet. Wegen der Corona-Pandemie hört sie aber schon früher auf.

Werne

, 13.08.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Ära ist zu Ende: Nach 30 Jahren bei der Familienbildungsstätte (Fabi) Werne hat sich Michaela Hiepler (62) in den Ruhestand verabschiedet. Aus diesem Grund kamen am Dienstag (11. August) noch einmal ein paar ihrer Weggefährten zusammen und blickten mit Hiepler auf ihre Zeit in der Familienbetreuung zurück.

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte Hiepler in ihrer Abschiedsrede. „Ich habe immer gerne hier gearbeitet, aber ich freue mich auch darauf, mehr zuhause zu sein.“ Zuhause war sie in den vergangenen Monaten gezwungenermaßen schon öfter. Seit März 2020 mussten die Kurse wegen der Corona-Pandemie runtergefahren werden.

Die Anspannung fällt ab

Die war für die Neu-Rentnerin auch ein Grund, schon früher, als sie eigentlich geplant hatte, in den Ruhestand zu gehen. „Ohne Corona hätte ich die Rente noch ein paar Jahre vor mir her geschoben.“ Jetzt sei für die 62-Jährige aber ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören.

Die Kinder würden Hiepler zwar fehlen, dafür falle bei ihr aber auch viel Anspannung ab. „Die Eltern haben mir das Beste anvertraut, dass sie besitzen“, sagte sie. „Deswegen hatte ich immer Angst, dass ihnen etwas passiert.“ Die Wernerin sei froh, dass es nie dazu gekommen ist.

Maria Gärtner (v.l.), Gabriele Kranemann, Elisabeth Meßner, Margaretha Winkelmann und Janina Eickmann bei der Verabschiedung von Michaela Hiepler.

Maria Gärtner (v.l.), Gabriele Kranemann, Elisabeth Meßner, Margaretha Winkelmann und Janina Eickmann bei der Verabschiedung von Michaela Hiepler © Tobias Larisch

Wenn sie Eltern in den vergangenen Wochen getroffen habe, würden diese immer fragen, wann ihre Kinder wieder zu ihr kommen könnten. Daraufhin hätte Hiepler sie leider enttäuschen müssen.

Gabriele Kranemann, langjährige Leiterin der Fabi, bestätigte, wie gut Hiepler bei den Familien ankam. „Wir mussten uns keine Sorgen machen, dass die Kurse nicht voll wurden. Die Leute haben sogar angestanden, um einen Platz bei ihr zu bekommen.“

Selbst gebastelte Geschenke zum Abschied

Hiepler sei eine „Institution“ gewesen, weswegen Kranemann sich nicht vorstellen konnte, dass sie aufhöre. „Das ist schade für die Fabi“, sagte sie und lobte ihre Idee, eine Kinderbetreuung am Vormittag anzubieten („Das war in den 80er-Jahren kein großes Thema“), sowie Hieplers großes Herz. Passend dazu gab es von Kranemann ein ausgeschnittenes Herz als Geschenk für sie.

Auch die aktuelle Fabi-Leiterin Monika Wesberg schwärmte von Hiepler. „Wir haben durchweg positive Erfahrungen gemacht und du hast dich immer gut um die Familien gekümmert.“

Sie freute sich zwar, dass es trotz der Corona-Einschränkungen eine Verabschiedung in kleinem Rahmen geben konnte, aber Wesberg hätte ihr eine größere Feier gegönnt. „Ich möchte dir im Namen aller, die nicht kommen konnten, Danke sagen.“

„Ich möchte, dass du mit einem Lächeln im Gesicht an die Fabi-Zeit zurückdenkst“, sagte Elisabeth Meßner, ehemalige Kollegin von Hiepler, und überreichte ihr symbolisch einen gebastelten Smiley als Abschiedsgeschenk.

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