Politik

Menstruationsartikel an Werner Schulen: Stadt sieht noch viele Fragezeichen

Die Linke in Werne fordert kostenlose Menstruationsartikel für Bildungseinrichtungen. Während die anderen Parteien Zustimmung signalisierten, sieht man auf Seiten der Verwaltung noch viele Fragezeichen.
Kostenlose Menstruationsartikel für Schulen forderte die Fraktion Die Linke in Werne - und fand damit Befürworter. Bei der Stadt ist man noch skeptisch. © Pixabay

Geht es nach den Linken in Werne, werden zukünftig alle Schulen und kommunalen Bildungseinrichtungen mit nachhaltigen Menstruationsartikeln – etwa Stoffbinden, plastikfreien Tampons und Menstruationstassen – ausgestattet. Kostenfrei sollen diese Artikel dann menstruierenden Personen zur Verfügung gestellt werden. Ein solch niedrigschwelliges Angebot könne sowohl zur Enttabuisierung des Themas Menstruation in der Gesellschaft beitragen, als auch eine finanzielle Entlastung für menstruierende Personen schaffen.

So hatte die Fraktion ihren entsprechenden Antrag begründet, der in der jüngsten Sitzung des Schul- und Sportausschusses am Dienstag (1. Juni) auf dem Tisch lag. Doch während sie bei den übrigen Werner Parteien durchaus auf Zustimmung stieß, zeigte man sich auf Seiten der Stadtverwaltung eher skeptisch – zumindest mit Blick auf eine rasche Umsetzung des Vorhabens.

Kosten könnten im sechsstelligen Bereich liegen

Dezernent Alexander Ruhe erklärte: „Bevor wir das machen, müssen wir noch viele Fragen klären.“ Dazu gehöre nicht zuletzt die des Bedarfs und der Finanzierung. Man müsse zunächst schauen, wer anspruchsberechtigt sein soll: Richtet sich das Angebot an alle oder nur an diejenigen, denen es finanziell nicht so gut geht? Und nimmt man auch die VHS mit ins Boot oder beschränkt man sich lieber doch nur auf die Schulen? In letzterem Fall, so rechnete Ruhe vor, könnte das Angebot die Stadt deutlich mehr als 100.000 Euro pro Jahr kosten – und das auch nur, sofern man sich ausschließlich auf Hygieneartikel konzentriert.

Zudem müsse man sich über die Art und Weise der Herausgabe Gedanken machen: Will man die Artikel quasi unkontrolliert per Automat auf der Damentoilette oder doch lieber im Sekretariat herausgeben? „Dann haben wir aber das Risiko einer Stigmatisierung, wenn die Schülerinnen sich die Artikel nur einzeln abholen können“, betonte Ruhe.

Nach dem Willen der Politik muss die Verwaltung nun genau diese Dinge klären. Denn die Ausschussmitglieder beauftragten die Stadt einstimmig mit der Erarbeitung eines entsprechenden Konzepts.

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