„Alle haben gefilmt und gelacht!“ So erlebten die Werner ihr neues Solebad beim Tag der offenen Tür

dzSolebad-Reportage

Tausende Menschen filmen, fotografieren, fühlen das salzige Wasser ein erstes Mal mit den Händen. Wie sie das neue Werner Solebad am Samstag erlebt haben, erzählen sie in unserer Reportage.

Werne

, 13.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Mensch du, hier ist vielleicht was los! Der Bürgermeister ist ins Becken gesprungen, alle haben gefilmt, alle haben gelacht. Was soll ich dir sagen?“

Tja, was soll man da noch sagen? Der ältere Herr, der am Samstagmittag vor der Tür des neuen Solebades im Freien sitzt und mit wem auch immer telefoniert, bringt das alles ganz gut auf den Punkt. Es wird gefilmt, es wird gelacht an diesem so besonderen Tag für Werne. Und immer mal wieder wird auch gezählt.

„Ey, Schuhe aus!“
Badleiter Jürgen Thöne zu Bürgermeister Lothar Christ

5, 4, 3, 2, 1 – und die Scheren durchtrennen das rote Band. Sie machen für Hunderte Menschen um 12 Uhr den Weg frei in ihr lang ersehntes Solebad. Der Tag der offenen Tür ist ein Tag für die Werner: für Eltern, Kinder, Senioren.

1, 2, 3 – und der Bürgermeister springt in voller Montur vom Drei-Meter-Turm in das von Menschen umringte Sportbecken. Na ja, nicht in voller Montur: „Ey, Schuhe aus!“, schreit Badleiter Jürgen Thöne noch, als Lothar Christ die Leiter zum Sprungbrett erklimmen will. „Ernsthaft jetzt?“, fragt Christ. Ernsthaft.

Und dann springt er ohne Schuhe und auch ohne Sakko und taucht kurze Zeit später (zum Glück) wieder auf. Mit dem breitesten Grinsen, das Christ wohl so aufsetzen kann.

„Alle haben gefilmt und gelacht!“ So erlebten die Werner ihr neues Solebad beim Tag der offenen Tür

Lothar Christ hilft seinem Namensvetter auf die Beine. © Helga Felgenträger

Lothar Baltrusch, Namensvetter des Bürgermeisters und Moderator des Tages, springt direkt hinterher. Er grinst nicht ganz so breit, muss erst mal schauen, dass er überhaupt wieder rauskommt aus dem kühlen Nass.

Zum Glück wirft Thöne den Rettungsring. Zum Glück hat das keiner gesehen. Nur Hunderte Menschen, die am Beckenrand stehen und mitfilmen (das Video zum Sprung gibt es hier). Da ist es kurz vor 13 Uhr. Und die ersten tausend Besucher (schätzt Thöne später) haben die heiligen Hallen da schon betreten.

„Hamm ist nichts dagegen“

„Besser hätt’s nicht werden können!“, sagt Dagmar Bleckmann. Sie ist raus aus den heiligen Hallen und hat sich mit Schwester Renate einen Platz in der Sonne gesucht. Die 62-Jährige wohnt seit mehr als 30 Jahren in Werne, hat das alte Bad erlebt und das neue direkt ins Herz geschlossen.

„Eine absolute Wohlfühloase, Hamm ist nichts dagegen“, sagt sie. Im Maximare, auf das sie während der vierjährigen Schließungszeit ausgewichen sei, habe sie viele Leute kennengelernt: „Und sie alle haben auf Werne gewartet.“

„Alle haben gefilmt und gelacht!“ So erlebten die Werner ihr neues Solebad beim Tag der offenen Tür

Dagmar Bleckmann (l.) und Schwester Renate Stanger wollen am Sonntag (14. April) auf jeden Fall zum Anschwimmen kommen. © Vanessa Trinkwald

Renate Stanger (64) wohnt seit 2015 in Werne und kann ihrer Schwester nur zustimmen. „Sehr modern, richtiger Luxus hier.“ Ob die beiden am Sonntag zum Anbaden kommen? Gefühlt haben sie die Frage gar nicht verstanden: „Ja klar!? Wir freuen uns schon richtig.“

Fast auf den Tag genau vor vier Jahren, am 12. April 2015, knallte die damals so warme Aprilsonne auf das alte Solebecken. Die Leute kamen zum Abschwimmen, wollten ein letztes Mal durch das salzige Wasser gleiten, bevor der Bagger kam und das alles plattmachte.

Die Sonne lässt sich heute zwar auch blicken, muckelig ist aber nur das Wasser. „Haben Sie mal gefühlt?“, fragt ein Besucher aus Rünthe. „33 Grad!“ Sie fühlen alle mal. Sie lachen und filmen und fühlen.

„Architektonisch ist das sehr geschmackvoll“

„Meine Frau, die ist mehr so der Delfin“, sagt Hans-Dieter Kunze. „Ich bin immer in die Sauna gegangen, aber die haben sie mir weggenommen“, trauert der 78-Jährige der alten Saunalandschaft hinterher. „Aber ich werde mir die Textilsauna auf jeden Fall anschauen und dann urteilen.“ Und dann ist er auch schon wieder auf dem Weg zur Tür, während andere noch schauen, ob der Föhn funktioniert. An. Aus. Läuft.

Die Kinder setzen da ganz andere Prioritäten: „Wo ist denn eigentlich das Seepferdchen?“, fragt die fünfjährige Jonna nach dem gelben Maskottchen, das sich nach seiner Tanznummer zu „Walking on Sunshine“ auf dem Sprungturm des Bades wohl erst mal eine Pause gönnt.

Das neue Bad gefällt Jonna gut, sagt sie und versinkt im Liegestuhl. Brüderchen Ole (3) macht es ihr gleich – und ist insgeheim wohl auch auf der Suche nach dem großen lachenden Tier.

„Alle haben gefilmt und gelacht!“ So erlebten die Werner ihr neues Solebad beim Tag der offenen Tür

Das Solepferdchen kam bei den Kindern besonders gut an. © Helga Felgenträger

„Architektonisch ist das sehr geschmackvoll“, sagt Papa Olaf Bramer (49). Er hat mehr den Blick für die verarbeiteten Natursteine. „Da spricht der Architekt“, sagt Mama Jessica (42), die sich freut, das Bad demnächst mit den Kindern auszuprobieren. Und anstatt noch länger auf das Solepferdchen zu warten, wagen die Kinder einen Blick hinüber zum Aquacycling...

Mensch du, hier ist vielleicht was los!

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