Der Impfstoff für Haustiere wie Katzen, aber auch andere Medikamente, sind bisweilen knapp bei den Tierärzten in Werne. © picture-alliance/ dpa-tmn
Tiere in Werne

Medikamente für Haustiere in Werne sind knapp

Jüngst meldete sich eine Leserin bei uns in der Redaktion. Sie wollte ihre Katze bei ihrem Tierarzt impfen lassen, jedoch wurde sie vertröstet, da kein Impfstoff mehr vorhanden wäre.

Wie sich herausstellte, ein Problem, welches mehrere Tierärzte betrifft. Auf Anfrage der Redaktion äußerten sich zwei Tierarzt-Praxen aus Werne, welche allerdings nur anonym Auskunft geben wollten. Das Problem bestehe schon lange. Immer wieder waren Impfstoffe und andere Medikamente nicht lieferbar oder schwer zu bekommen.

Mittlerweile gäbe es ein paar Firmen, die Impfstoffe wieder liefern, jedoch nicht alle. Nicht nur für Katzen seien die Impfstoffe knapp. Auch bei anderen Kleintieren und Pferden gebe es immer wieder Schwierigkeiten.

Eine klare Begründung für die Knappheit von Medikamenten für Haustiere können zwei Werner Tierarzt-Praxen nicht benennen. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

„Es fängt bei Schmerzmitteln an und geht bis zu Nierensuspensionen für Katzen, welche schon lange nicht lieferbar sind“, sagt eine Tierärztin aus Werne. Medikamente, die lebensnotwendig sind für die Tiere. „Und dann steht man da und muss den Tierbesitzern sagen: Tut uns leid“, erklärt sie, „Das ist dann wirklich bedauerlich.“

Eine Mitarbeiterin in einer weiteren Praxis erzählte, dass die Hersteller ihnen geraten haben, einen Monat auf Vorrat zu bestellen, da Materialien knapp wären. Das sei jedoch schwierig. „Nicht jede Praxis kann Impfstoffe auf Vorrat bestellen, da nicht jede Praxis einfach 1000 Euro in Vorkasse gehen kann. Vermutlich können das nur die Kliniken“, sagt die Tierärztin.

Verschiedene Gründe für Medikamenten-Knappheit

Weshalb die Impfstoffe knapp sind, sei nicht bekannt. Die Tierärztin vermutet, dass die Herstellung der Impfstoffe im Ausland ein Grund sein könnte. Die Transporte aus dem Ausland und auch die Arbeitsbedingungen seien unter Corona erschwert. Die Mitarbeiterin der anderen Praxis vermutet, dass Materialien wie Glasflaschen und Gummipfropfen für den Corona-Impfstoff genutzt werden könnten, weshalb die Produktion nicht hinterherkomme.

Pharmaunternehmen bestätigt Lieferverzögerungen

Das Pharmaunternehmen Boehringer-Ingelheim, welches Impfstoffe liefert und teils herstellt, äußerte sich in einem Beitrag auf seiner Internetseite dazu: „Aktuell kommt es zu Lieferverzögerungen einiger unserer Produkte in Deutschland. Wir wissen, wie wichtig diese Produkte für Ihre Patienten sind. Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere sind für uns als Tiergesundheit von Boehringer Ingelheim ein zentrales Anliegen. Derzeit können wir leider nicht absehen, zu welchem Termin die betroffenen Produkte wieder wie gewohnt lieferbar sind.“ Dazu versicherten sie, dass sie mit Hochdruck an Lösungen arbeiten würden. Leider habe sich seit dieser Mitteilung im Oktober nicht viel verändert.

Bis jetzt hatten die Praxen Glück und hatten genug Medikamente und Impfstoffe auf Vorrat. „Letztes Mal war es auch so, dass wir bestellt haben und es danach wieder weg war“, sagt die Tierärztin. Sie schaut vier bis fünf Mal am Tag nach, ob Impfstoffe wieder lieferbar sind. Denn wer zuerst bestellt, bekommt es auch zuerst.

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