Maskenpflicht im Unterricht fällt weg: Werner Schulen üben Kritik an Land

dzSchulen in Werne

Ab dem 1. September ist das Tragen einer Maske im Unterricht an weiterführenden Schulen nicht mehr notwendig. So steht es in den Medien. Manchem Werner Schulleiter reicht das aber nicht.

Werne

, 01.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet teilte am Donnerstag (27. August) auf einer Pressekonferenz mit, dass die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen ab dem 31. August nicht mehr gelte. Wie gehen die Schulen in Werne damit um?

„Das ist eine gute Frage“, sagt Jürgen Artmann, stellvertretender Schulleiter des Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg, am Montag (31. August) um 13.30 Uhr beim Gespräch mit dieser Redaktion. „Wenn wir bis 14 Uhr keine offizielle Mail vom Schulministerium bekommen, gilt die Maskenpflicht an unserer Schule auch morgen.“

Trotz Laschets Ankündigung sei zu dem Zeitpunkt noch vieles unklar gewesen. „Was sind die Details? Gibt es andere Vorgaben? Es kann ja nicht nur heißen ‘alle Masken runter‘ und das war’s. Wir stehen im Moment auf der Leitung.“ Laut dem stellvertretenden Schulleiter müsste die Entscheidung vernünftig umgesetzt und kommuniziert werden. Das wäre bis Dienstag (1.9.) zeitlich nicht möglich.

Kurz nach 14 Uhr: Beim Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg ist immer noch keine offizielle Mail, die für Artmann bindend sei, eingegangen. „Die Schüler müssen morgen erstmal mit Maske zur Schule kommen. Wenn bis nachmittags noch eine Mail kommen sollte, werden wir am Dienstag im Laufe des Tages entscheiden, wie wir damit umgehen“, sagt er.

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Zeitgleich an der Marga-Spiegel-Sekundarschule: Schulleiter Hubertus Steiner hat gerade die Pressekonferenz von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Schulministerin Yvonne Gebauer zu Ende geschaut. Dort erklärten die beiden Politiker noch einmal ausführlicher die Hintergründe zum Wegfall der Maskenpflicht im Unterricht.

Die Schulministerin sagte, dass die Maskenpflicht auf dem Schulhof und im Gebäude verlängert werde, bis die Schüler sich auf ihrem Platz befinden. Im Unterricht sei das Tragen einer Maske aufgrund der sinkenden Infektionszahlen nicht mehr nötig. In dem Zusammenhang lobte sie die Lehrer und Schüler, wie sie die Situation gemeistert hätten.

Schon vor der Pressekonferenz hatten Schulen in anderen Städten angekündigt, dass sie die Maskenpflicht beibehalten wollten. Gebauer betonte aber, dass Schulleiter diese nicht mehr verhängen dürften. Es könne ein Gebot ausgesprochen werden, aber das Tragen im Unterricht sei eine freiwillige Entscheidung der Lehrer und Schüler.

Hubertus Steiner ist Schulleiter an der Marga-Spiegel-Sekundarschule.

Hubertus Steiner ist Schulleiter an der Marga-Spiegel-Sekundarschule. © (A) Kaiser

„Das wird meine letzte Schulstunde unter diesen Bedingungen“ sagt Schulleiter Steiner, kurz bevor er in den Unterricht geht. „Wir werden den Erlass ab morgen umsetzen. Ich habe gerade den Wortlaut der Pressekonferenz an die Schüler weitergegeben.“ Auf eine offizielle Mail des Landes brauche er nicht zu warten.

Obwohl das Tragen der Maske nicht mehr verpflichtend sei, rechne Steiner damit, dass am Dienstag viele Schüler die Maske auch im Unterricht tragen würden. Die Empfehlung, die Klassenräume alle 45 Minuten zu lüften, sei für die Marga-Spiegel-Sekundarschule nicht von Belang. „Wir haben eine gute Filteranlage in der Lüftung, die die Luft austauscht.“

Marcel Damberg leitet das Anne-Frank-Gymnasium.

Marcel Damberg leitet das Anne-Frank-Gymnasium. © (A) Vanessa Trinkwald

Am Anne-Frank-Gymnasium heißt es am Montagnachmittag auf die Frage, wie mit dem Wegfallen der Maskenpflicht umgegangen werde, von Schulleiter Marcel Damberg: „Dafür müssen wir erstmal einen Erlass haben. Ich habe davon bis jetzt nur aus den Medien erfahren.“

Bis halb zehn am Abend würde er auf eine offizielle Mail warten. Dann seien seine Konferenzen vorbei. Eine kurzfristige Umsetzung bis morgen sei auch kein Problem. „Ich erwarte nicht, dass es noch andere größere Vorgaben gibt.“

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