Maisfeld ohne Pflanzenschutz: So überraschend groß sind die Unterschiede in der Ernte

dzVersuch in der Landwirtschaft

Georg Laurenz hat ein Experiment gewagt. Der Landwirt hat einen Teil seines Maisfeldes nicht mit Pflanzenschutzmittel behandelt. Dass sich dies deutlich auf die Ernte auswirkt, zeigt sich nun.

Werne, Stockum

, 18.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum Staunen: Das Experiment von Landwirt Georg Laurenz zeigt Wirkung. Der 69-Jährige hat einen Teil seines Maisfeldes am Hof Schulze Blasum nicht mit Pflanzenschutzmittel behandelt. Ganz bewusst hat er 200 Quadratmeter der insgesamt fünf Hektar großen Mais-Anbaufläche nicht mit Unkrautvernichter bespritzt.

Jetzt, kurz vor der Ernte, die am Wochenende beginnen soll, ist der Unterschied deutlich erkennbar. Die Maiskolben der unbehandelten Fläche sind deutlich kleiner als die nebenan. Denn: Wenn man die Kulturpflanze Mais nicht spritzt, ist sie schnell von Unkraut umgeben. Deutlich weniger Ertrag kommt bei der Ernte heraus.

Maisfeld ohne Pflanzenschutz: So überraschend groß sind die Unterschiede in der Ernte

Verblüffend: Der Mais von der gespritzten Fläche ist mehr als doppelt so groß. © Andrea Wellerdiek

Überraschende Reaktionen

Schon vor zweieinhalb Monaten waren die Pflanzen hier mit sattem Grün umgeben. „Wir möchten damit zeigen, was passiert, wenn der Mais keinen Pflanzenschutz bekommt und der Mais unter der Konkurrenz der Unkräuter leidet“, sagt Laurenz, der seine Anbaufelder normalerweise mit Herbiziden vor dem unbeliebten Grün schützt.

Und viele Bürger schauten sich dieses besondere Maisfeld am Hof Schulze Blasum an. Auch ein Schild machte auf das Experiment aufmerksam. Überraschend seien die Reaktionen gewesen, erzählt Laurenz. „Und man glaubt es ja selber kaum“, so der Landwirt.

Schulklassen zu Besuch

Auch zwei Schulklassen der Kardinal-von-Galen-Schule zeigte er seine Versuchsfläche. Die unterschiedliche Entwicklung, die der Mais mit und ohne Pflanzenschutzmittel nimmt, möchte Georg Laurenz der Öffentlichkeit zugänglich machen. „Ich habe hier einige Menschen vom Rad geholt“, sagt er mit einem Schmunzeln.

„Die Leute verlieren leider die Nähe zu solchen landwirtschaftlichen Themen.“ Umso erfreulicher war es für ihn, dass er so viele Menschen informieren konnte.

Maisfeld ohne Pflanzenschutz: So überraschend groß sind die Unterschiede in der Ernte

Vorn nicht so hoch gewachsen: Etwa 200 Quadratmeter des insgesamt fünf Hektar großen Feldes wurden nicht mit Pflanzenschutzmittel behandelt. © Andrea Wellerdiek

Mais wird früher geerntet als sonst

Doch nach dem Wochenende ist die Versuchsfläche Geschichte. Bei gutem Wetter wird Landwirtin Beatrix Holle, die das Feld bewirtschaftet, mit ihrem Team die Ernte beginnen. „In diesem Jahr starten wir 14 Tage früher als üblich“, erklärt die 52-Jährige.

Danach wissen die Verantwortlichen, welche Einbuße sie bei der Ernte des Körnermais‘ zu verzeichnen haben. Nur so viel: „Die Maschine hier auf der Fläche einzusetzen, lohnt sich von der Ernte her eigentlich gar nicht“, gibt Georg Laurenz eine erste Prognose.

Maisfeld ohne Pflanzenschutz: So überraschend groß sind die Unterschiede in der Ernte

Mit einem Schild hat Georg Laurenz auf seine Versuchsfläche am Hof Schulze Blasum hingewiesen. © Andrea Wellerdiek

Höhe der Verluste lässt sich nur erahnen

Wie groß die Verluste tatsächlich sein werden, lässt sich bereits erahnen, wenn man die Maiskolben der beiden unterschiedlichen Flächen nebeneinander hält.

Ob Landwirt Georg Laurenz es bei einem einmaligen Experiment belässt, ist noch ungewiss. Vielleicht gibt es auch 2020 wieder eine besondere Fläche Land am Hof Schulze Blasum zu beobachten.

Maisfeld ohne Pflanzenschutz: So überraschend groß sind die Unterschiede in der Ernte

Links der Mais von der gespritzten Fläche, rechts der Mais von der unbehandelten Fläche. © Andrea Wellerdiek

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