Ludger Burmann aus Werne spielt seit August 2020 wieder in der ARD-Telenovela „Rote Rosen“ mit. Anfang November stand er noch mit Karl Dall vor der Kamera, der nun starb. Über besondere Dreharbeiten mit dem Komiker und zu Corona-Zeiten spricht Ludger Burmann im Interview. © ARD/Nicole Manthey
Werner Schauspieler bei „Rote Rosen“

Ludger Burmann über besondere Dreharbeiten mit dem verstorbenen Karl Dall

Ludger Burmann steht zurzeit für „Rote Rosen“ vor der Kamera. Über besondere Dreharbeiten unter Corona-Bedingungen und die Zeit am Set mit Karl Dall spricht der Schauspieler aus Werne.

Auf den Tod des Komikers Karl Dall (79) hat Ludger Burmann mit Bestürzung reagiert. Der Schauspieler aus Werne stand mit dem Entertainer noch vor der Kamera, bevor Karl Dall am 11. November einen Schlaganfall erlitten hat.

Seit August 2020 dreht Ludger Burmann (64) wieder für die ARD-Telenovela „Rote Rosen“ in Lüneburg. Erst kehrte er als Geist und in der neuen Staffel als Walter Berger in die Serie zurück. Vor sechs Jahren hatte Ludger Burmann bereits den Bruder von Walter, Willi Berger, gemimt. Die Figur erlitt einen Schlaganfall und starb den Serientod.

Das, was für die Drehbücher seinerzeit geschrieben wurde, erlebten die Schauspieler nun selbst mit. Karl Dall, der einen Alt-Rockstar bei „Rote Rosen“ spielen sollte, erholte sich nicht mehr nach seinem Schlaganfall, den er am Rande der Dreharbeiten erlitt. Nur einen Tag zuvor stand auch Ludger Burmann aus Werne mit ihm vor der Kamera. Über das Kennenlernen mit dem Entertainer und besondere Dreharbeiten spricht Ludger Burmann im Interview.

Der Komiker und Entertainer Karl Dall hat seit Anfang November für die Telenovela „Rote Rosen“ gedreht, bis er einen Schlaganfall bekommen hat. Wie hat das Team die Nachricht über den Tod aufgefasst?

Alle sind ganz entsetzt und traurig, weil es wirklich ein äußerst netter und sympathischer Kollege ist. Gleich drehe ich mit der Neubesetzung noch eine Szene nach, die ich mit ihm vorher schon gedreht habe. Das ist alles schon sehr traurig und tragisch. Es war wirklich sehr witzig mit ihm, zu drehen. Wir haben viel gelacht. Natürlich sind alle ziemlich betroffen, weil er wirklich ein ganz netter, offener Kollege war. Ich kannte ihn vorher ja auch nur aus dem Fernsehen. Es ist bedauerlich und sehr schade, dass er nicht mehr da ist. Ich hatte mich schon darauf gefreut, mit ihm mehr zu drehen. Aber es ist leider wie es ist. Manche Kollegen kannten Karl Dall aber gar nicht.Das überrascht mich aber…Ja das war ganz witzig. Ein junger Kollege, mit dem ich ganz viel spiele, kannte ihn nicht. Aber er ist jetzt 18 oder 19 Jahre alt. Diese Generation kennt Karl Dall nicht unbedingt. Da habe ich den Kollegen gefragt: „Was, du kennst nicht: ‚Hallo Fräulein Lisa, haben sie schon ein Visa‘ (beginnt zu singen) Ne, das kannte er nicht. Dann habe ich ihm erst einmal ein Video gezeigt von Insterburg und Co. Da hat er Karl Dall natürlich direkt erkannt. Dass er ein Mega-Star war und im Fernsehen überall aufgetreten, war den jüngeren Kollegen nicht bewusst.

Wenn Sie die Szenen, die Sie zuvor mit Karl Dall gespielt haben, neu drehen müssen, haben Sie die tragische Geschichte dann im Hinterkopf oder können Sie das ausblenden?

Das ist ganz unterschiedlich. Also Claus Dieter Clausnitzer hat viele Szenen mit ihm gedreht, die er jetzt neu drehen muss. Ich glaube schon, dass ihn das ganz schön mitnehmen wird, so wie ich Claus kenne. Ich werde da gleich auch sicher dran denken. Natürlich ist das scheiße. Aber so ist das jetzt nun mal. Es ist schon komisch und auch das erste Mal, das mir so etwas passiert ist.

Eine neue Herausforderung sind die Dreharbeiten in der Corona-Krise. Das ist bestimmt nicht einfach, oder?

Es ist überhaupt nicht einfach. Wenn wir nicht drehen, haben wir die Masken den ganzen Tag auf. Das gilt auch für das gesamte Team. Bei der technischen Probe und beim Drehen nehmen wir die Maske dann ab. Wenn es eine Szene gibt, in der wir näher als 1,5 Meter zusammen sind, dann müssen wir zum Corona-Schnelltest. Das wissen die Schauspieler aber einen Tag vorher. Ansonsten wird sehr penibel darauf geachtet, dass wir beim Drehen 1,5 Meter Abstand halten. Wir hatten mal einen Verdacht auf Corona, der sich aber nicht bestätigt hat. Hier herrscht eine große Vorsicht. Klar, es ist manchmal nervig und ich vergesse es auch schon mal. Die Aufnahmeleiter erinnern einen dann daran. Und diese Maßnahmen sind natürlich richtig und wichtig.Deshalb glaube ich auch nicht, dass etwas passiert, weil wirklich alle sich dran halten, auch wenn es echt unangenehm sein kann und das Team den ganzen Tag das Dingen um hat – außer in der Kantine. Wenn wir draußen drehen, dann ist es ein bisschen lockerer.

Sie spielen den Frauenheld Walter. Wie sieht es denn da mit Kuss-Szenen aus?

Das geht natürlich nicht. Das geht nur, wenn die Kollegen vorher einen Corona-Schnelltest gemacht haben. Das geht aber Ruck-Zuck. Da hat man innerhalb von einer Viertelstunde das Ergebnis. Aber das ist bei mir jetzt nicht der Fall. Letzte Woche bin ich zweimal getestet worden und davor auch zweimal. Heute Nachmittag zum Beispiel ist ein Clinch geplant oder wenn wir zusammen im Auto sitzen, dann müssen wir vorher alle zum Corona-Test.

Ab wann sind Sie dann in den neuen Folgen von „Rote Rosen“ zu sehen?

Die neuen Folgen beginnen im Januar. Jetzt bin ich aber schon fast jeden Tag in der Serie zu sehen. Ich hatte gerade erst eine Hühner-Phobie. Das verrückte dabei ist ja, dass ich auf einer Hühnerfarm groß geworden bin in Werne. Da musste ich schon lachen. Aber alle haben gesagt, dass ich die Hühner-Phobie überzeugend gespielt hätte.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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