Ein LKW-Fahrer aus Werne saß jahrelang ohne Führerschein hinter dem Steuer (hier ein Symbolbild). Vor Gericht redete er Klartext. © picture alliance/dpa
6000 Euro Strafe

LKW-Fahrer ohne Führerschein: „Haus gebaut, Frau weg, Scheidung“

Ein 44-jähriger Mann aus Werne saß jahrelang hinterm Steuer eines LKW. Das ist nicht ungewöhnlich. Doch er fuhr ohne Führerschein. Und die Gründe dafür sind indes ungewöhnlich.

Hinter dem Steuer eines Lkw durfte ein 44-jähriger Werner nicht mehr sitzen. Er tat es trotzdem – über Jahre. Vor dem Amtsgericht Lünen gab er das nicht nur ganz offen zu, sondern erklärte auch, was ihn dazu trieb.

Einen Führerschein besaß der Mann aus Werne schon länger nicht mehr. Stoppen konnte ihn das nicht und das im wortwörtlichen Sinne. Im Zeitraum zwischen Herbst 2017 und März 2020 war er in 197 Fällen mit dem Lkw unterwegs, fuhr mutmaßlich quer durch Deutschland. Und das konnte auf Dauer nicht verborgen bleiben.

LKW-Fahrer: „Ich wusste, dass ich was falsch mache“

Fahren ohne Fahrerlaubnis wurde dem 44-Jährigen nun also zur Last gelegt. Er fackelte nicht lange und redete vielmehr Klartext: „Haus gebaut, Frau weg, Scheidung, Haus musste weg. Eins nach dem anderen ist das dann so alles passiert. Ich hatte einen Haufen Schulden.“ So habe er Geld verdienen müssen. Aber er wolle sich nicht rausreden. „Ich wusste, dass ich etwas falsch mache, aber die Folgen waren in dem Moment Nebensache.“

Der Vielzahl der Fahrten und der sehr lange Tatzeitraum standen schließlich dem offenen Geständnis, der schwierigen Situation des Werners und seinem bis dato völlig leeren Strafregister gegenüber. Der 44-Jährige wurde zu 6000 Euro Geldstrafe und zu 18 Monaten Sperrfrist zur Erteilung einer Fahrerlaubnis verurteilt.

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