Wo sonst draußen Obst und Gemüse in Hülle und Fülle zu finden sind, trotzt jetzt nur noch ein Rumpfangebot von Grünkohl, Rosenkohl und Nüssen den eisigen Temperaturen. © Jörg Heckenkamp
Schnee in Werne

Lebensmittel: Schnee und Glätte sorgen für Lieferschwierigkeiten in Werne

Der Schnee und die Glätte haben auch bei den Lebensmittelläden in Werne für Schwierigkeiten gesorgt. Clemens Overmann erreichte seine Ware mit etwas Verzögerung, Aldi bemüht sich um die gewohnte Versorgung.

Der Schnee und die Kälte der vergangenen Tage haben nicht nur den Berufspendlern und Zugreisenden Probleme beschert, auch der Lebensmittel-Einzelhandel in Werne hat das Wetter in Form von Anlieferungsschwierigkeiten zu spüren bekommen.

„Der Montag war chaotisch, Dienstag hat es sich wieder reguliert und heute am Mittwoch ist es schon fast wieder normal“, sagt Clemens Overmann von Lebensmittel Overmann an der Steinstraße, der seine Waren zum großen Teil von Edeka bezieht. Durch das Lkw-Fahrverbot am Montag seien die Waren mit jeweils einem Tag Verzug angeliefert worden. „Das war alles fertig eingepackt, aber das durfte alles nicht raus“, sagt Overmann am Telefon. So sei die Ware fürs Wochenende am Montag angeliefert worden, die Ware für Montag am Dienstag, die für Dienstag am Mittwoch.

Alle wollen Suppengrün, aber das ist derzeit bei Overmann aus

Derzeit fehle nur noch Suppengrün im Laden, Möhren gebe es nun auch wieder, nachdem wegen des Wetters drei Tage lang vom Biohof Schulze-Wethmar aus Lünen keine angeliefert werden konnten, weil die Hofeinfahrt durch 75 Zentimeter Schnee versperrt wurde, so Overmann. „Er kam nicht raus und ich konnte nicht reinfahren.“ Und eine gespritzte Alternative wollte er nicht, so Overmann.

Auch die Kartoffeln von Ostendorf seien nun mit Verzögerung wieder da. Für manche Artikel, die Overmann über Edeka nicht bekommt, fährt er einmal in der Woche nach Dortmund zum Großhandel. Ein Fehler, wie der Werner nach seiner Tour am Mittwoch sagt: „Für 60 Kilometer bin ich drei Stunden gefahren. Das hätte ich mir heute schenken können.“ Wegen der strengen Temperaturen hat Clemens Overmann derzeit nur noch Grünkohl und Nüsse draußen vor dem Laden stehen. Alles andere hat der Einzelhändler reingeholt. „Es ist ein absoluter Kramladen, aber das hat auch seine Gemütlichkeit“, sagt Overmann und lacht.

Clemens Overmann stapelt die Südfrüchte während der eisigen Winterzeit nun in seinem Laden.
Clemens Overmann stapelt die Südfrüchte während der eisigen Winterzeit nun in seinem Laden. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Aus der Lidl-Pressestelle heißt es auf die Anfrage, wie es um die Belieferung der Filiale in Werne stehe: „Aufgrund des Wetters und der damit einhergehenden Verkehrssituation können wir in unseren Filialen in Werne und Umgebung derzeit nicht das gewohnte Sortiment anbieten. Darüber informieren wir unsere Kunden über einen Aushang am Filialeingang. Wir arbeiten daran, dass zeitnah wieder alle Produkte verfügbar sind.“

Aus der Pressestelle von Aldi Nord heißt es kurz: „Die Wetterlage hat auch uns in den vergangenen Tagen vor Herausforderungen gestellt. Die Versorgungssicherheit in unseren Märkten ist jedoch gewährleistet. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Logistik, den Märkten und auch in der Verwaltung arbeiten engagiert daran, unsere Kunden wie gewohnt mit allem zu versorgen, was sie für ihren täglichen Einkauf benötigen. Hierfür stehen wir auch mit unseren Lieferanten und Logistikpartnern in engem Austausch.“ Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hatte Aldi am Dienstag (9. Februar) erklärt, dass durch die angespannte Situation auf den Straßen kurzfristig Lieferungen verschoben oder umdisponiert werden mussten.

Penny und Rewe hatten pandemiebedingt bereits vorgesorgt

Für Penny und Rewe teilt Rewe-Group-Sprecher Andreas Krämer mit: „In einzelnen Lägern – vorwiegend im Osten und Norden von Deutschland – kommt es vereinzelt aufgrund schwieriger Straßenverhältnisse zu verzögerten Marktbelieferungen, wobei die Logistikabläufe wieder in Richtung Normalität einpendeln. Das kann bei tagesfrischen Warengruppen wie Obst und Gemüse in einzelnen Fällen zu einem reduziertem Angebot führen, weil der Tourenrückstand sukzessive abgearbeitet wird. Die Warenversorgung ist grundsätzlich gesichert. Wir gehen davon aus, dass sich die Lage zeitnah wieder entspannt.“

Penny und Rewe hätten aber allein schon pandemie-bedingt die Bestände in den Lägern und Märkten erhöht. Insofern sehen man derzeit wetterbedingt keine längeren flächendeckenden Auswirkungen auf die Märkte, so Krämer. Rewe besitzt deutschlandweit rund 5500 Märkte.

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka betonte gegenüber der dpa am Dienstag, er könne die Warenversorgung in den betroffenen Gebieten weiterhin sicherstellen. „Es kann zwar lokal zu Verzögerungen bei der Belieferung einzelner Märkte kommen, aber grundsätzlich funktioniert die Lieferkette. Es besteht kein Grund, Vorräte anzulegen.“

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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