Kuhbar vor dem Aus: Deshalb ist Inhaber Bernd Ostermann (53) der Appetit auf Eis vergangen

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Die Zukunft der Kuhbar in Werne ist ungewiss. Bernd Ostermann (53) gibt die Eisdiele am Stadthaus auf und verrät, was nötig ist, damit es überhaupt weitergeht.

Werne

, 18.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Nachricht hat in Werne eingeschlagen wie eine Bombe: Die Zukunft der Kuhbar am Stadthaus ist ungewiss. Inhaber Bernd Ostermann (53) hört auf, ein neuer Franchisenehmer muss her. Und das muss schnell gehen, denn die bisherigen Verträge sind schon gekündigt.

„Zum Jahresende gebe ich die Kuhbar in Werne ab“, sagt Ostermann auf Anfrage dieser Redaktion. Bis dahin laufen auch noch die aktuellen Verträge. Findet sich bis dahin kein Nachfolger, steht die Kuhbar in Werne vor dem Aus.

Kuhbar-Gründer hat seine Anteile am Unternehmen verkauft

„Der Schritt fällt mir schwer. Ich hänge sehr an der Kuhbar in Werne und stand hier auch oft selbst hinter der Theke“, sagt Ostermann. Doch wieso macht er dann nicht weiter? Die Ursache ist privater Natur. Ostermann ist Kuhbar-Gründer und hat seine Anteile am eigenen Unternehmen verkauft. Er trennt sich quasi von seinem Baby.

Der Nachwuchs hat das Studium beendet, aus der Frau ist längst die Ex-Frau geworden. „Ich habe mich gefragt, warum machst du das?“ Das Unternehmen stehe aktuell gut da. Das Produkt laufe gut, der Markenname ist in der Region bekannt. Also suchte Ostermann jemanden, der seine Anteile kauft – mit Erfolg.

Dr. Heike Papenhoff, Marketing-Expertin und Professorin an der FOM Hochschule für Ökonomie in Dortmund, übernahm zum 1. Juni einen Teil der Anteile von Bernd Ostermann. Ein weiterer Anteil ging an Martina Ostermann, die ohnehin nahezu die Hälfte der Anteile besaß und damit jetzt die Mehrheit im Unternehmen hält.

Die Filiale in Werne gehört noch zum Stammbesitz der Kuhbar. Ostermann kümmerte sich bisher selbst um den Betrieb. Nun soll ein Franchisenehmer gefunden werden, um die Kuhbar-Zukunft in Werne zu sichern.

Wirtschaftlich, gesteht Ostermann, laufe die Kuhbar in Werne „eher mittelmäßig“. Doch in in der Lippestadt habe man aus seiner Sicht einen guten Ruf, gerade im Sommer ständen die Leute zum Teil Schlange und frische Produkte habe man direkt im angrenzenden Rewe Symalla beziehen können.

Ostermann betreibt Kuhbar noch bis Jahresende – aus Fairness

„Durch die Nähe zum Stadthaus und zum Busbahnhof ist es rund um die Kuhbar sehr belebt. Eine ausgezeichnete Lage also“, so Ostermann. Franchisenehmer könnten also auf gute Voraussetzungen setzen. Auch, weil Ostermann die Kuhbar noch bis zum Jahresende selber führt – „aus Fairness“, wie er selbst begründet.

„Ein Übergang zum Jahresende ist immer am fairsten, weil man dann nicht nur das Sommergeschäft mitnimmt und den neuen Besitzer dann im Regen stehen lässt“, sagt Ostermann.

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Doch was sind die neuen Pläne des Werner Kuhbar-Inhabers? Mit 53 Jahren Rentner werden? Nein, das sei nicht sein Plan. Zunächst stehe für ihn ein Sabbatjahr an. Wenn das vorbei ist, will Ostermann auf jeden Fall wieder arbeiten. „Ich habe noch einige Ideen, denn gar nichts will man ja auch nicht tun“, sagt er.

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