Kriminalität in Werne: Verbreitung pornografischer Schriften deutlich gestiegen

Die Kreispolizeibehörde Unna hat die Kriminalstatistik für das Jahr 2020 veröffentlicht. Auffällig in Werne: Die Gesamtzahl der Delikte ist rückläufig, aber in manchen Kategorien gibt es Ausreißer.
Die Verbreitung pornografischer Schriften hat in Werne deutlich zugenommen. © Symbolbild Pixabay

Hat die Corona-Pandemie dazu geführt, dass die Kriminalität in Werne zurückgegangen ist? Wenn man einen Blick in die Kriminalstatistik der Kreispolizeibehörde (KPB) Unna wirft, dann könnte man durchaus zu dieser Annahme gelangen. Denn: Die Gesamtzahl der Delikte hat gegenüber dem Vorjahr deutlich abgenommen. 1418 Straftaten im Jahr 2019 stehen nun 1311 im Jahr 2020 gegenüber. Parallel dazu ist sogar die Zahl der aufgeklärten Fälle gestiegen – von 638 in 2019 auf nun 655.

In vielen Deliktgruppen zeichnet sich für das vergangene Corona-Jahr eine positive Entwicklung ab: So ist etwa die Zahl der Diebstahlsdelikte um rund 100 Fälle auf nun 490 gesunken. Ein deutlicher Rückgang ist vor allem bei den Fahrraddiebstählen erkennbar: 107 Fälle gab es 2020, im Vorjahr waren es noch 182.

Auch die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle ist rückläufig – von 36 in 2019 auf 22 in 2020. Ein ebenfalls starker Rückgang ist bei der Straßenkriminalität erkennbar. Hier weist die Statistik für 2020 insgesamt 365 Fälle aus. Im Vorjahr waren es noch 477. Und auch die gemeldete Zahl der Körperverletzungen ist gesunken – von 184 auf nun 143.

Dass die Gesamtzahl der Straftaten nicht noch deutlicher zurückgegangen ist, liegt daran, dass es in einigen Deliktgruppen auch unerfreuliche Entwicklungen gibt. Ein Beispiel: Vermögens- und Fälschungsdelikte. Davon gab es im vergangenen Jahr 232 – und damit knapp 50 Fälle mehr als noch in 2019. Stark gestiegen sind zudem Betrugsdelikte. Waren es im Jahr 2019 noch 137, so sind in der Statistik für 2020 genau 193 Fälle aufgeführt.

Einen prozentual starken Anstieg gibt es bei der Verbreitung pornografischer Schriften. Lediglich einen einzigen Fall hatte es 2019 gegeben – 2020 waren es dann gleich 10 Fälle. Auch die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist von 15 in 2019 auf 23 in 2020 gestiegen.

Mario Löhr, Landrat und Leiter der Kreispolizeibehörde Unna, sprach insbesondere mit Blick auf den Anstieg von Betrugsfällen zum Nachteil älterer Menschen von einer „besorgniserregenden“ Entwicklung. Insgesamt hätten solche Delikte im Jahr 2020 im Zuständigkeitsbereich der KPB Unna eine Schadenshöhe von mehr als 950.000 Euro verursacht.

„Deshalb haben wir auch beschlossen, den behördenstrategischen Schwerpunkt auf die Bekämpfung dieser Straftaten zu legen, um besonders die Seniorinnen und Senioren vor diesen kriminellen Methoden zu schützen“, so Löhr.

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