Keine Scheine, keine Karten, kein Wechselgeld - Das ist die neue Parkgebühr am Krankenhaus

Krankenhaus Werne

Der Automat nimmt keine Scheine, keine EC- oder Kreditkarten. Wechselgeld spuckt er auch nicht aus. Die neue Parkgebühr am Christophorus-Krankenhaus sorgt für Unverständnis.

Werne

, 24.06.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Keine Scheine, keine Karten, kein Wechselgeld - Das ist die neue Parkgebühr am Krankenhaus

Dr. Winfried Heitbaum (v. l.) von der Mitarbeitervertretung, Pflegedirektor Ludger Risse und Geschäftsführer Axel Weinand an einem der neuen Parkautomaten am Krankenhaus-Parkplatz. © Jörg Heckenkamp

Seit dieser Woche weisen große Schilder auf das bevorstehende Ende des gebührenfreien Parkens am Christophorus-Krankenhaus hin. „Ab dem 1. Juli nehmen wir Gebühren“, sagt Peter Klim von der bundesweiten Firma „Fair Parken“. Sie kümmert sich im Auftrag des Krankenhauses um das Parkraumkonzept.

Keine Scheine, keine Karten, kein Wechselgeld - Das ist die neue Parkgebühr am Krankenhaus

Große Schilder weisen schon jetzt auf die Parkgebühren hin, die ab 1. Juli 2019 zu entrichten sind. © Jörg Heckenkamp

Das sieht in groben Zügen wie folgt aus:

  • Ab Montag, 1. Juli, müssen Patienten, Besucher und Mitarbeiter für die Nutzung von einem der rund 340 Parkplätze zahlen.
  • Die ersten 30 Minuten sind frei, die Stunde parken kostet 1,50 Euro, maximal 10 Euro am Tag.
  • Mitarbeiter zahlen durchweg 10 Euro im Monat.
  • Bis zum 14. Juli haben die Besucher Zeit, sich an die Parkgebühr zu gewöhnen. In den dann folgenden drei Wochen beträgt die Vertragsstrafe („Knöllchen“) nur 9,90 Euro, danach wird der volle Betrag von 24,90 Euro an Strafe fällig.

Schon jetzt stößt bei etlichen Wernern die Art der Bezahlung auf Unverständnis. Der Automat nimmt nämlich nur Münzen an. „Scheine oder Karten sind nicht möglich“, sagt Wernes Standortleiter Ludger Risse. Weiteres Manko: Der Automat wechselt nicht.

Keine Scheine, keine Karten, kein Wechselgeld - Das ist die neue Parkgebühr am Krankenhaus

Die Parkautomaten werden ab dem 1. Juli scharf geschaltet. Danach gilt eine zweiwöchige Eingewöhnungsfrist ohne Strafgeld. © Jörg Heckenkamp

Als Alternative zur Barzahlung steht eine Smartphone-App zur Verfügung. Die kostet zwar 15 Prozent oder mindestens 20 Cent Aufpreis zur Parkgebühr, „hat aber den Vorteil der minutengenauen Abrechnung“, sagt Odo Veuskens von der Firma Easypark.

Außerdem könne man per App bequem die Parkzeit verlängern, falls die gebuchte Zeit nicht ausreicht. Bei der Barzahlung am Automaten müsste der Autobesitzer wieder zu seinem Fahrzeug und ein weiteres Ticket ziehen.

Keine Scheine, keine Karten, kein Wechselgeld - Das ist die neue Parkgebühr am Krankenhaus

Vertreter des Krankenhauses und beteiligter Firmen an einem der Parkautomaten © Jörg Heckenkamp

Die Mitarbeiter des Krankenhauses, etwa rund 400 betroffene Autofahrer, seien mit der Einführung der Parkgebühr durchaus einverstanden. Dr. Winfried Heitbaum, kommissarischer Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, sagt: „Wir stehen voll dahinter. Das Geld, das bislang in den Unterhalt des Parkplatzes geflossen ist, das können wir viel besser für die Patienten einsetzen.“

Ein höherer fünfstelliger Betrag fließe jedes Jahr in den Unterhalt der Parkplätze, „vom Winterdienst bis zum Baumschnittt“, sagt Geschäftsführer Axel Weinand. Allein die Erweiterung der Anlage um rund 80 Plätze vor einigen Jahren habe rund 500.000 Euro verschlungen.

Außerdem hofft das Krankenhaus, durch die Gebühr Fremdparker wie Jogger oder Hundebesitzer fernzuhalten. Oder gar Fahrgemeinschaften, die den Krankenhaus-Stellplatz als Sammelparkplatz nutzen.

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