Kraftwerksrevison: Alle Hotel-Zimmer belegt

WERNE Rund 850 Mitarbeiter von 70 Firmen geben sich am Gersteinwerk die Klinke in die Hand. Sie sorgen für die technische Überholung der Anlage, aber auch für volle Betten in den Hotels – zum Leidwesen mancher Touristen.

von Von Rudolf Zicke

, 03.07.2008, 15:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Leere Stühle auf dem Werner Marktplatz? Zurzeit eher selten der Fall. Alle Werner Hotels sind belegt.

Leere Stühle auf dem Werner Marktplatz? Zurzeit eher selten der Fall. Alle Werner Hotels sind belegt.

Dazu gehört die 71-jährige Margarete Pingsmann aus Essen. Sie ist schon als junges Mädchen mit dem Fahrrad von ihrem damaligen Wohnort Dortmund ins Werner Solebad gefahren, „das war damals, als die Sole noch braun war“, erinnert sie sich schmunzelnd.

Die regelmäßigen Besuche in dem Bad hat sie über die Jahrzehnte beibehalten. Allerdings fährt sie nun nicht mehr mit dem Rad, sondern mit der Bahn. Und weil das von Essen aus eine ganz Zeit dauert – momentan durch die Gleissperrung bis zu drei stunden pro Weg –, und sie außerdem die Lippestadt mit ihrem tollen Blumenschmuck so wunderschön zum Bummeln findet, bucht sie gerne mal eine Übernachtung in einem Werner Hotel.

 „Das ist zurzeit aber nicht möglich“, bedauert die Essenerin. In mehreren Hotels habe man ihr mitgeteilt: „Ausgebucht wegen der Revision am Gersteinwerk.“ Das Problem kennen auch Stadtmarketing-Chef Jochen Höinghaus und Marita Gräve vom Verkehrsverein. „Werne ist dicht“, gibt Höinghaus seine Einschätzung wieder, aber, ergänzt Marita Gräve: „Die Lage hat sich schon etwas entspannt, weil die Revision Mitte des Monats beendet ist.“

Problem für Radtouristen

Ein ganz besonderes Problem seien dabei Radtouristen, die zum Beispiel der Rönerroute folgen. „Die stehen oft ganz spontan abends vor der Tür und suchen eine Bleibe“, so Marita Gräve. Deshalb hat sie mit dem Guardian des Klosters, Pater Suitbert, eine Vereinbarung getroffen. Danach dürfen die Radler, wenn kein Hotel frei ist, sich in dem bescheidenen Nachtlager für die Jakobspilger im Kloster zur Ruhe betten.

Hoteliers freuen sich über Gäste

Was des einen Leid, ist des anderen Freud, sagt der Volksmund. Zu denen sich sich über die Kraftwerksinspektion freuen, gehört unter anderem Franz Kroes, Chef des Hotels Ickhorn. Denn: Seit der Möbelriese Ikea mit seinen zahlreichen Besuchern aus dem In- und Ausland Werne den Rücken gekehrt habe, sei auch die Zahl der Übernachtungen spürbar zurück gegangen: „Da kommt uns so eine Revision natürlich sehr gelegen.“

Doch eigentlich habe man auch während der Revision noch Kapazitäten frei gehabt, zumindest ab Donnerstag/Freitag, „wenn die Monteure und Ingenieure übers Wochende nach Hause gefahren sind.“

Der treuen Bad-Besucherin Margarete Pingsmann soll im Übrigen geholfen werden. Der Verkehrsverein hat ihr ein Unterkunftsverzeichnis von Werne zugeschickt.

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