Britta Löchter (49) zeigt im Heft der Römer-Lippe-Route die Übernachtungsmöglichkeiten in Werne. Sie hofft auf steigende Touristen-Zahlen. © Jörg Heckenkamp
Tourismus in Werne

Kommt der Deutschland-Reiseboom auch in Werne an?

Die Corona-Krise verdirbt vielen Deutschen den Sommerurlaub im Ausland. Dafür sind die heimischen Küsten voll. Wirkt sich der Reiseboom innerhalb Deutschlands auch auf Werne aus?

Urlaub im eigenen Land – das ist für viele corona-geplagte Familien die Alternative zum Sommerurlaub in Italien, Spanien oder der Türkei. Schließlich bleibt der Unsicherheitsfaktor, wie sich die Pandemie-Lage im Ausland entwickelt. Also zieht es die Deutschen in den Sommerferien an die heimischen Strände oder in andere, touristisch gut erschlossene Gegenden wie etwa die Alpen.

Werne hat touristisch auch Einiges zu bieten. Die historische Altstadt, die zahlreichen Radwege und das gerade wieder hochgefahrene Solebad. Es gibt rund 50 Übernachtungs-Einrichtungen in der Lippestadt, davon etwa 40 Privatunterkünfte. Sollten da nicht ein paar Krümel vom großen Sommerferien-Kuchen für Werne abfallen?

„Leider nicht“, sagt Britta Löchter, Projektmitarbeiterin Tourismus beim Werne Marketing. Die Anfragen nach Übernachtungsmöglichkeiten hielten sich in engen Grenzen. Nach den Corona-Lockerungen habe es zwar das ein oder andere Telefonat mit etwaigen Touristen gegeben, „doch wir sind längst nicht auf dem Stand des vergangenen Jahres“, sagt Löchter.

Übernachtungszahlen steigen allmählich wieder an

Genaue Zahlen habe sie im Moment nicht, aber die Situation in Werne dürfte vergleichbar sein mit der der Region. Der Münsterland e. V. habe jüngst von langsam steigenden Übernachtungszahlen berichtet, allerdings auf einem Niveau, „das ungefähr bei 60 Prozent des Vorjahres liegt“, so die Werner Tourismus-Expertin.

Die Corona-Pandemie hat den Aufwärtstrend bei den Übernachtungszahlen in Werne abrupt gestoppt. In elf hiesigen Hotels und Pensionen (Ferienwohnungen sind dabei nicht berücksichtigt) verzeichnete die Statistik der Landesdatenbank für 2019 genau 59.234 Übernachtungen: ein Plus von gut 12 Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2018.

Vermieter konnten auf spezielle Klientel zählen

Wenn auch die touristischen Schlafgäste ausbleiben, so konnten die Werner Vermieter doch zumindest auf eine ganze spezielle Klientel zählen. Durchgängig durften in den vergangenen Monaten Menschen, die in Werne arbeiten, in den Hotels oder Pensionen übernachten. „Die Monteure mussten dem Vermieter gegenüber aber nachweisen, dass sie tatsächlich einen Arbeitsauftrag haben“, sagt Löchter.

Während die Lage an der Bettenfront trotz des Booms von Ferien im eigenen Land mau aussieht, zeigt sich an anderer Stelle ein Lichtblick. Tagesgäste kommen wieder verstärkt ins schöne Werne. Britta Löchter: „Wir merken das an den Besuchen und Nachfragen bei der Tourist Info, die wieder anziehen.“

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Jörg Heckenkamp

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