Richtige Ernährung ist wichtig - gerade für Kinder. Ernährungsberaterin Sandra Wörmann (43) bringt Kindern in ihrer Werner Werkstatt das Kochen bei und hat Tipps für Eltern.

Werne

, 23.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Konzentriert schält der fünfjährige Lennard die Kartoffel, die vor ihm liegt. Eine Schicht nach der anderen löst er von der Kartoffel ab und füllt damit eine Schale, während Hannah (6) die Kartoffeln in einer Presse in Stifte schneidet. Es gibt Pommes in der Werner Kochwerkstatt von Sandra Wörmann.

Pommes in einer Kochwerkstatt: ein bisschen ungesund und wie im Schnellrestaurant oder? „Nichts ist verboten“, sagt Wörmann. Denn Pommes sind nicht gleich Pommes - und bei Chicken Nuggets genauso.

Darauf sollten Eltern beim Essen für Kinder achten

  • Hinterfragen, was eigentlich in den Zutaten und Gerichten steckt
  • Kindern nicht zu früh zuckerhaltige Lebensmittel zu Essen geben (vor dem ersten Lebensjahr am besten gar nicht)
  • Kinder frühzeitig beim Kochen einbeziehen
  • Vielfalt auf dem Teller bietet Kindern die Möglichkeit, viel zu probieren
  • Mahlzeiten sollten zu zwei Dritteln aus Gemüse bestehen
  • Mindestens einmal am Tag gemeinsam essen
  • Faustregel: keine Dinge kaufen, deren Inhalte man nicht versteht
  • Alles ist erlaubt, aber in Maßen

Richtig zubereitet sind sie nämlich nicht fettig und ungesund. Und überhaupt: „Es geht generell zunächst darum, dass Kinder ein Gefühl für Lebensmittel bekommen.“

Dass dieses Gefühl in vielen Fällen fehlt, hat Sandra Wörmann in ihrer Zeit als Küchenleitung an einer Nordkirchener Schule gelernt. Der Satz, den sie dort am häufigsten gehört hat? „Gemüse mag ich nicht!“

Acht Jahre Küchenleitung in einer Schule

In ihren acht Jahren als Küchenleitung entstand bei Wörmann die Idee, eines Tages eine Kochwerkstatt zu gründen. „Kinder müssen ans Kochen herangeführt werden und die Sachen fühlen, riechen und erleben“, so Wörmann, die anschließend als Ernährungsberaterin gearbeitet hat.

Genau das machen sechs junge Köche an diesem Tag in Wörmanns Kochwerkstatt an der Capeller Straße. Dabei sind nicht nur die Pommes und die Nuggets interessant, sondern auch das Gemüse. „Es kommt immer darauf an, wie man es anrichtet, und man muss immer wieder unterschiedliche Dinge anbieten“, sagt Wörmann.

Kochen für Kinder - worauf Eltern achten sollten

Spielerisch begeistert Sandra Wörmann die Kinder auch für gesunde Lebensmittel - so zum Beispiel mit diesem Gemüse-Zug. © Mario Bartlewski

Beim Kochkurs macht beispielsweise ein Gemüse-Zug Halt auf dem Tisch: hergestellt aus Gurken, Möhren, Radieschen und Paprika. Bei Lennard, Hannah und den anderen Kindern kommt das gut an. Man muss also nur wissen, wie man das Interesse der Kinder weckt - und auf ein paar Grundregeln achten.

„Kinder sollen nicht zu früh Sachen mit hohem Zuckergehalt essen“, rät Wörmann. Kommen sie einmal auf den Geschmack von beispielsweise süßen Äpfeln voller Fruchtzucker, werden andere Lebensmittel schnell unattraktiv. Auch in Fruchtjoghurt stecken teilweise rund 14 Würfel Zucker.

Verständnis für Lebensmittel bei Kindern wecken

Wie viel Zucker worin steckt, ist also eine der wichtigen Fragen. Doch nicht nur Zucker gilt es im Auge zu behalten, sondern generell die Inhalte von bestimmten Gerichten. Damit das Verständnis für Lebensmittel besser wird, sollten Eltern viel selber kochen und ihre Kinder miteinbeziehen - und zwar frühzeitig.

Im Schulalter kommt es nämlich immer wieder mal vor, dass die Eltern nicht Zuhaus sind. Statt Pizza oder Döner kann es dann auch mal der selbst gemachte Pfannkuchen sein, den Kinder essen.

Kochen für Kinder - worauf Eltern achten sollten

Kartoffeln schälen ist für die kleine Annika kein Problem. © Mario Bartlewski

Doch das Wichtigste beim Kochen mit Kindern ist, dass es ihnen Spaß macht. Genau das sieht man den Teilnehmern der Kochwerkstatt an. Es wird geschnitten, gerührt und ganz viel gelacht.

„Es ist einfach schön zu sehen, wenn die Kinder ein Gefühl fürs Kochen gewinnen, Spaß haben und letztlich Erfolge erkennen“, so Wörmann. Denn was gekocht wird, darf am Ende auch probiert werden. Drei Gänge kommen so beim knapp zweistündigen Kurs in der Kochwerkstatt zustande.

Neben dem Gemüse-Zug mit selbst gemachtem Dip gibt es Pommes und Chicken Nuggets sowie Pfannkuchen zum Nachtisch. „Das schmeckt richtig gut. Das will ich demnächst auch Zuhause für meine Eltern machen“, schwärmt Lennard bei der Verkostung. Kochen kann also auch Spaß machen. Man muss es nur probieren.

Die Kochwerkstatt

  • Alle Informationen zur Kochwerkstatt finden Interessierte im Internet
  • Sandra Wörmann bietet Kochkurse, Ernährungskurse und spezielle Ferienkurse
  • Kochkurse gibt es in vier Gruppen: fünf bis acht Jahre, acht bis zwölf Jahre und für Teenager
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