Wie das Werner Traditionsunternehmen Klingele mit Pappe das Einkaufen revolutionieren will

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Klingele will den Einkauf revolutionieren mit einem neuen Produkt, das bald schon jeder in der Hand halten könnte. Doch für den Erfolg müssen auch Werner Händler mitziehen.

Werne

, 19.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Einkäufe liegen auf dem Band an der Kasse parat, während die Kassiererin ein Produkt nach dem anderen scannt. Doch irgendwas fehlt. Die eigene Tasche liegt mal wieder Zuhause und ist nicht griffbereit. Genau hier soll ein neues Produkt aus Werne helfen.

„Wir haben uns gefragt, wie wir Papier- und Plastiktüten den Kampf ansagen können“, sagt Christian Stangrecki (46), Vertriebsleiter bei den Klingele Papierwerken in Werne. Ihre Antwort: eine faltbare Einkaufstasche aus strapazierfähiger Wellpappe. Die Wellbag.

Zusammengeklappt ist die Wellbag etwa so groß wie ein breiter PC-Monitor, dabei aber nur halb so dick wie ein Finger. „Ich bekomme hier spielerisch meine Einkäufe rein“, sagt Stangrecki, der die Einkaufstasche schon seit einem Jahr selbst ausprobiert.

„Ich werde auch oft angesprochen, woher die Tasche ist“, so Stangrecki. Der große Vorteil: Die Wellbag ist zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, reißt nicht so schnell wie eine Papiertüte und ist gleichzeitig praktischer als ein Karton. Und durch die Klapp-Funktion nimmt er im Kofferraum quasi keinen Platz weg.

Klingele ist auf Hilfe von Händlern angewiesen

Vor knapp zwei Jahren haben Entwickler die Wellbag entwickelt. Doch bislang hatte man das Gefühl, dass die Zeit für den Markteintritt noch nicht gekommen ist. „Das ist jetzt anders“, sagt Amir Mirsakarimi (35), der zusammen mit Stangrecki die Doppelspitze bei Klingele in Werne bildet.

„Durch die EU-Wahl ist den Leuten noch klarer geworden, dass jetzt etwas für die Umwelt getan werden muss“, sagt Mirsakarimi. Die Macher sehen die Zeit für die Wellbag gekommen - doch dafür sind sie auf Einzelhändler und Ketten angewiesen.

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„Wir wollen jetzt den nächsten Schritt gehen“, sagt Stangrecki. Dafür müssten Kunden mit der Wellbag in Kontakt kommen. In Süddeutschland sei das an einigen Stellen schon der Fall, doch andernorts sei man noch auf der Suche.

Der Kontakt zu großen Supermarktketten, bei denen die Wellbag an der Kasse hängen könnte, bestehe zwar, doch fix ist noch nichts. „Ein Traum von uns wäre es, wenn auch Werner Händler die Wellbag einfach in ihren Laden stellen und ausprobieren, wie er ankommt“, sagt Stangrecki.

Klingele bietet Testlauf für Händler in Werne an

Damit das funktioniert, würde man sogar einige Exemplare für einen geringen Preis an die Händler abgeben und gemeinsam Feedback sammeln. Dafür könnten sich die Unternehmen ganz einfach bei Klingele melden.

Kommt die Tragetasche gut an, können sie in beliebiger Menge skaliert werden und auch das Design können die Händler individuell anpassen. Auch bei der Größe haben die Händler die Qual der Wahl. In klein, mittel und groß gibt es die Wellbag - und auch bei Sonderwünschen gibt es Möglichkeiten.

So viel soll der Wellbag für Kunden kosten

„Doch bislang ist es ein langwieriger Prozess, Einzelhändler zu überzeugen“, sagt Mirsakarimi. Der Preis stelle zumeist noch eine Hürde dar. So rechnet man bei Klingele damit, dass Händler die Tragetasche für etwa 60 Cent anbieten.

Vorstellen könne er sich die Tragetasche einerseits bei Lebensmittelhändlern und andererseits bei Geschäften, die hochwertige Produkte anbieten - wie beispielsweise Mode- und Elektrohändler.

Solange die Tragetaschen nicht in Läden erhältlich sind, können Kunden allerdings nicht an die Wellbag kommen. Es ist also noch Warten angesagt - doch vielleicht haben die ersten Werner Händler schon bald Lust, Teil der Einkaufs-Revolution zu sein und starten einen Testlauf.

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