Vier gesunde Eichen sollen für den Kita-Neubau im Dahl weichen. Das sorgt in der Politik für Diskussionen. Jugenddezernent Alexander Ruhe glaubt nicht, dass der Standort auf der Kippe steht.

Werne

, 01.07.2019, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den geplanten Kita-Neubau am Grote Dahlweg müssen vier Eichen gefällt werden. Das sorgte im jüngsten Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr für rege Diskussionen. Steht der Kita-Neubau wirklich wegen vier gesunder Eichen auf dem Spiel?

Jugenddezernent Alexander Ruhe glaubt nicht, dass der Neubau an dieser Stelle platzen könnte: „Ich sehe – Stand jetzt – keine Notwendigkeit, von dem Standort abzuweichen. Ich bin zuversichtlich, dass wir dort eine Kita bauen können“, erklärt Ruhe.

Wenn es Diskussionsbedarf gebe, müsse man dies ernst nehmen. Dass ein Streit über die vier Eichen und den Bau der Kita entfacht ist, möchte Ruhe nicht kommentieren. Er verdeutlicht aber, wie wichtig ein Kita-Neubau in Werne ist.

Der Bedarf ist da

„Wir brauchen im nächsten Jahr eine neue Kita, in der Platz für vier Gruppen ist. Wir brauchen Ende des Jahres Baurecht“, so Ruhe. Die Eltern hätten einen Anspruch auf die Betreuung ihrer Kinder. Und dafür benötigt man eine 17. Kita in Werne.

„Wir stehen auch bei dem Träger im Wort“, sagt Ruhe. Zum ersten Mal übernimmt in Werne die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Unterbezirk Unna eine Kita. Wenn dies nicht wie geplant am Grote Dahlweg erfolgen kann, wenn der Standort wirklich platzen sollte, dann muss die Stadt in jedem Fall umplanen. „Natürlich haben wir einen Plan B“, sagt Ruhe.

14 Flächen standen zur Auswahl

Insgesamt 14 Flächen hatten die Verantwortlichen vorab in Augenschein genommen. Am Ende entschied man sich für die Fläche im Evenkamp. Nun prüft das Bauamt der Stadt Werne bauliche Alternativen, mit denen die vier Eichen möglichst erhalten werden können.

„Wir sind dabei, unterschiedliche Optionen aufzuarbeiten. Wir hoffen, dass wir eine Lösung präsentieren können, mit der wir auch die Eichen erhalten können“, erklärt Planungsdezernent Ralf Bülte.

Neue Anordnung des Gebäudes im Gespräch

Demnach wird aktuell eine neue Anordnung des Gebäudes geprüft. Statt einer rechteckigen Form werde aktuell über eine L-Form und eine quadratische Form nachgedacht. „Alles ist abhängig vom Gebäudetyp“, sagt Bülte. Einen Investor für den Neubau gibt es noch nicht.

Der Neubau soll in jedem Fall nach dem Vorbild der Einrichtung an der Klöcknerstraße erfolgen, so Bülte. „Das ist ein Bau modernster Art mit einer hohen Funktionalität und optimierten Prozessabläufen.“

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Frage der Wirtschaftlichkeit

Die Verantwortlichen prüfen derweil auch, ob der Bau auch weiter auf den Parkplatz ragen könnte. Denn laut Bülte sei der Parkplatz nur bei großen Sportveranstaltungen ausgelastet. Auch eine Neuordnung des Spielbereiches der Kita könnte eine Option sein, um die vier Eichen zu retten.

Wie auch immer der Neubau aussehen wird, man müsse natürlich auch immer wirtschaftlich bauen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) werde nur eine bestimmte Größe finanzieren.

Fraktionen bekommen weitere Beratungszeit

Die finanzielle Frage ist auch entscheidend, wenn es darum geht, in die Höhe statt in die Breite zu bauen. Die Idee eines zweigeschossigen Gebäudes ist praktisch realisierbar. „Vor dem Hintergrund der Barrierefreiheit bräuchten wir dann aber auf jeden Fall einen Aufzug. Und der muss finanziert werden“, erklärt Bülte.

Er geht davon aus, dass es bei einem eingeschossigen Gebäude bleibt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung für den Neubau finden, der eine politische Mehrheit bekommt“, sagt Bülte. Den Fraktionen hat die Stadtverwaltung derweil zwei weitere Wochen Zeit gegeben, um das Thema zu beraten. Dann steht die frühzeitige Beteiligung, also die Information der Öffentlichkeit, an.

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