Kita-Eröffnung in Werne: „Wir kommen an unsere personellen Grenzen“

dzKinderbetreuung in der Corona-Krise

In NRW sind die Kitas wieder geöffnet. Unter Hygienebedingungen können alle Kinder stundenweise wieder betreut werden. In Werne kommen die Kitas mit der Neuregelung an ihre personellen Grenzen.

Werne

, 09.06.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Montag, 8. Juni, sind die Kitas in Nordrhein-Westfalen wieder geöffnet. Nach Wochen der Notbetreuung können nun wieder alle Kinder in die Einrichtungen gebracht werden. Zumindest bis zu 35 Stunden in der Woche. In Werne stellt die Neuregelung in der Corona-Krise viele Einrichtungen vor große Herausforderungen. Denn teilweise fehlt hier Personal.

„Alle Einrichtungen sind gestartet. Darüber sind wir sehr froh. Man muss aber auch sagen, dass ein solcher eingeschränkter Regelbetrieb sehr personalintensiv ist. Und da kommen wir an unsere Grenzen“, erklärt Alexander Ruhe, Jugenddezernent der Stadt Werne. Demnach würden einige Kindertagesstätten in Werne eine Ausfallquote von 20 Prozent melden, weil Erzieherinnen zur Risikogruppe gehören und nicht einsatzbereit sind.

Weniger Flexibilität in den Werner Kitas

Die Eltern müssten sich etwa darauf einstellen, dass sie die gewohnte Flexibilität beim Kita-Beginn nicht generell erwarten können. Während sie ihre Kinder normalerweise in einem Zeitraum zwischen 7 und 8.30 Uhr zur Kita bringen konnten, ist dies aktuell nicht überall möglich, wie Ruhe erklärt. „Dieser offene Anfang ist nur bedingt erreichbar. Es liegt nicht daran, dass man nicht möchte, sondern daran, dass man es mit diesen Kapazitäten nicht schafft“, erklärt Ruhe.

Generell versuchten alle Einrichtungen aber, individuell Lösungen zu finden. Klar ist aber auch, dass man nicht jedem Wunsch gerecht werden könne, so Ruhe weiter. Probleme gebe es laut Ruhe vor allem bei den Eltern, die zuvor ihre Kinder in der Notbetreuung untergebracht haben. Dort konnten sie ihr Kind den ganzen Tag in die Betreuung geben.

Notbetreuung für manche Eltern bessere Lösung

Nach der Neuregelung, die seit Montag gilt und die Notbetreuung abgelöst hat, können Kinder bis zu 35 Stunden wöchentlich in die Kita kommen. So ist diese Gruppe sogar mit dem eingeschränkten Regelbetrieb schlechter gestellt, wie Alexander Ruhe erklärt: „Dieser Punkt führt bei einigen Eltern zu Fragezeichen und gewissen Spannungen.“

Er könne verstehen, dass manche Eltern sich ein größeres Betreuungsangebot wünschen. Es sei aber personell nicht umsetzbar. Dort, wo es keine alternative Betreuungsmöglichkeiten gibt, werde es eine Härtefallregelung geben.

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Insgesamt haben sich laut Ruhe zuletzt etwa 190 Mädchen und Jungen in der Notbetreuung befunden. Diese wurde nach der corona-bedingten Schließung der Kitas am 16. März eingeführt. Zunächst durften Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, ihre Kinder in eine solche Notbetreuung geben.

Seit dem 23. April gilt das Angebot für weitere Berufsgruppen und generell für Alleinerziehende. Zunächst waren es 35 Kinder in der Notbetreuung, zuletzt zählte man etwa 190. Insgesamt sind 1048 Kinder in den 17 Kitas in Werne gemeldet.

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