Bach-Kantate erklingt in bewegender Vorabendmesse in der St.-Christophorus-Kirche

Klassisches Konzert

Mit einer Vorabendmesse zum Fest der „Darstellung des Herrn“, bei dem die Kantate „Ich habe genug“ von Johann Sebastian Bach erklang, wagt die St.-Christophorus-Gemeinde Werne neue Impulse.

Werne

, 03.02.2019, 15:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bach-Kantate erklingt in bewegender Vorabendmesse in der St.-Christophorus-Kirche

Brachten die Bach-Kantate zum Klingen: Sopran Dagmar Borowski-Wensing überzeugte gemeinsam mit Hans-Joachim Wensing (Orgel) und sechs Musikern des Oratorien-Orchesters Düsseldorf. © Elvira Meisel-Kemper

Neue Wege der Gestaltung der Messe ging die St.-Christophorus-Gemeinde in Werne am Vorabend zum Fest der „Darstellung des Herrn“ in der gleichnamigen Pfarrkirche in Werne. Um die Bedeutung dieses Kirchenfestes hervorzuheben, erklang mitten in der Messe die Kantate „Ich habe genug“ von Johann Sebastian Bach.

Dagmar Borowski-Wensing (Sopran), Hans-Joachim Wensing (Orgel) und sechs Musiker des Oratorien-Orchesters Düsseldorf brachten die Kantate zum Klingen. 1727 schrieb Bach die Solokantate zum Kirchenfest „Mariä Reinigung“ für die Bass-Stimme. Einige Jahre später schrieb er die oft aufgeführte Kirchenkantate für die Sopran-Stimme um.

Biblischer Hintergrund

Der biblische Hintergrund für die Entstehung der Kantate steht im Lukas-Evangelium. Darin wird geschildert, wie der greise Simeon im Tempel Jesus Christus als Kind in den Armen hält und in dem Kind den Messias erkennt. „40 Tage nach der Geburt des ersten Sohnes bringen jüdische Familien ihren Sohn im Tempel dar. Der greise Simeon nimmt das Kind entgegen“, erklärte Pfarrdechant Jürgen Schäfer.

Simeon war prophezeit worden, dass er nicht eher sterben werde, bevor er nicht den Messias erblickt habe. Das war auch Teil der Texte der Kantate von Johann Sebastian Bach, die in fünf Sätzen gesungen wurde. Die Erstfassung für die Bass-Stimme hatte Bach wohl gewählt, weil die Gedanken, die Freude über die Ankunft des Messias und die Todessehnsucht des alten Simeon eine prägende Stimme erhielt.

Erzählende Arie

Mit der weiblichen Stimme des klaren Soprans von Borowski-Wensing wurde das eher zur erzählenden Arie. Der Wechsel der Orchesterstimmen mit der Gesangsstimme wurde von der Orgel, zwei Cellisten, zwei Violinisten und einer Flötistin eindrucksvoll herausgearbeitet. Schmeichelnd erhob sich Borowski-Wensings Stimme im dritten Satz „Schlummmert ein, ihr Augen“, tragend umspielt vom Orchester.

Die Vorabendmesse, welche die Interpretation der Bach-Kantate umrahmte, trug ebenso zur Feierlichkeit bei. Messdiener entzündeten Kerzen der zahlreichen Besucher in den Bänken.

Licht der Welt

Pfarrer Schäfer ging mit den Messdienern in einer Lichterprozession durch die Kirche voran, in der die Gemeindemitglieder ihre brennenden Kerzen trugen. Die Kerzen waren das Symbol für Christus als „Licht der Welt“, wie Schäfer es formuliert hatte.

Nach dem Austeilen der Kommunion erteilte Schäfer noch den Blasiussegen an die Gemeindemitglieder. „In Werne feiern wir eben die Feste, wie sie fallen“, bedankte sich Schäfer am Ende bei allen Beteiligten nach der ungewöhnlich langen Vorabendmesse.

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