Keinem Kind ein Instrument?

WERNE Mit Beginn des neuen Grundschuljahres dürfte es rund 220 enttäuschte Kindergesichter geben. Denn die Jungen und Mädchen müssen Wochen oder gar Monate auf die ihnen versprochenen Musikinstrumente warten - wenn sie diese überhaupt bekommen.

von Von Rudolf Zicke

, 01.07.2008, 13:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nicht der Bettelstudent, sondern (von links) Bürgermeister rainer tappe,  Jeki-Projektleiter Mangred Grunenberg, Fachberaterin Melanie Wiebusch und Julia Diamé von der Musikschule bitten um Spenden zum Kauf von Instrumenten für die Werner Grundschüler.

Nicht der Bettelstudent, sondern (von links) Bürgermeister rainer tappe, Jeki-Projektleiter Mangred Grunenberg, Fachberaterin Melanie Wiebusch und Julia Diamé von der Musikschule bitten um Spenden zum Kauf von Instrumenten für die Werner Grundschüler.

Im Rahmen des Projektes "Jedem Kind ein Instrument" (JeKi) haben im vergangenen Schuljahr fast 280 Werner Kinder der ersten Klassen Gitarre, Geige, Klarinette, Trompete und Co. kennen gelernt. Rund 220 der Dötze hatte sich dann dazu entschlossen, in den nächsten Schuljahren ihr Wunschinstrument auch tatsächlich zu erlernen. Dazu sollten sie, so die Intention von JeKi, über die Musikschule Werne im Musikschulkreis Lüdinghausen, das entsprechende Instrument kostenlos erhalten und sogar mit nach Hause nehmen.

Vergessen, Sponsorengelder zu sammeln

Nun allerdings stellte sich heraus: Bei aller Euphorie darüber, dass sich alle Werner Grundschulen an dem Projekt beteiligen, hatte die Musikschule vergessen, die notwendigen Sponsorengelder zum Kauf der Musikinstrumente zu sammeln.

"Wir benötigen für Werne Spenden in Höhe von etwa 25 000 Euro", erklärte gestern Julia Diamé, die vor kurzem die Projektleitung im Musikschulkreis übernommen hatte und "schuldlos" an der peinlichen Panne ist. Wenn dieses Geld möglichst schnell zusammenkommt, stellt die Bochumer JeKi-Stiftung weitere 25 000 Euro zur Verfügung. Dann, aber auch nur dann könnten die Instrumente, deren Kauf auch noch öffentlich ausgeschrieben werden müsse, den 220 Kindern voraussichtlich im Herbst ausgehändigt werden, so Diamé.

"Besser später als gar nicht", meinte gestern bei einem Pressegespräch der Projektleitende Direktor der Bochumer JeKi-Stiftung. Wenn das Spendenziel indes nicht erreicht würden, dürfe auch die Stiftung ihre 25 000 Euro nicht zahlen: Das gesamte Projekt in Werne sei damit in Gefahr.

Werner Firmen halten sich zurück

Zwischenzeitlich hatte die Musikschule bereits Werner Firmen um Spenden gebeten - mit einer ziemlich niederschmetternden Resonanz. Ganze 700 Euro, 500 davon allein vom Einkaufszentrum Gröblinghoff, waren zusammengekommen.

Die Stadt, erklärte Bürgermeister Rainer Tappe, könne das Geld, so löblich das Projekt auch sei, nicht ohne Weiteres zuschießen. Im Haushalt seien dafür keine Mittel vorgesehen.

Deshalb schloss er sich dem dringendem Appell der Stiftung und der Musikschule an alle Bürger und Werner Firmen an, Geld zu spenden, damit es am Ende nicht heißt: Keinem Kind ein Instrument!

Spendenkonto Instrumente: Musikschule Werne, Stichwort: "Jedem Kind ein Instrument", Stadtsparkasse Werne, BLZ: 410 516 05, Konto-Nr,: 707 460 

Spender erhalten eine steuerlich absetzbare Bescheinung. 

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