Keine Besserung beim Parkchaos am Salinenparc

Beschwerde eines Lesers

Als Paul Höll am vergangenen Freitagvormittag in die Werner Innenstadt wollte, traf ihn fast der Schlag. „Der ganze Bereich am Salinenparc war zugestellt. Da kamen Sie als Fußgänger kaum noch durch.“ Wir haben bei den Verantwortlichen nachgefragt, wie es zu einer solchen Situation in einem verkehrsberuhigten Bereich kommen konnte.

WERNE

, 07.11.2016, 16:43 Uhr / Lesedauer: 1 min

Höll, der seinen Wagen auf dem Parkplatz am Hagen abstellt hatte, machte auf seinem Weg in die Fußgängerzone ein Beweisfoto und schickte es der Redaktion.

Es sieht dort nicht nur freitags so aus. Auch an anderen Tage parken Autos, wo sie nichts zu suchen haben: in der verkehrsberuhigten Zone, die keinerlei Stellplätze ausgewiesen hat.

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Politik und Verwaltung diskutieren schon lange über Abhilfen. Doch Lösungen sind schwierig. Zuletzt hatte Stadtplaner Martin Rogge, der den Platz konzipiert hatte, eine Lösung mit Pollern vorgeschlagen. „Poller sind aber optisch die schlechteste Lösung“, meint Lars Hübchen (SPD) auf Anfrage.

Verbotsschilder abmontieren, Behindertenparkplätze ausweisen

Das sah die Mehrheit des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung in der Sitzung Ende September genauso und verwarf die Pollerlösung. Alternativ-Vorschlag der Politiker: die überflüssigen Parkverbotschilder demontieren und drei Behindertenparkplätze ausweisen. „Außerdem werden wir uns als Verwaltung um die Tiefgaragenstellplätze kümmern“, sagt Planungsdezernent Ralf Bülte. 

Wie berichtet, sind die eigentlich für Patienten vorgesehenen Stellplätze in der Tiefgarage dauerhaft weitervermietet. „Das geht so natürlich nicht“, sagt Bülte: „Wir wollen jetzt mit dem Verwalter der Anlage sprechen.“

Platz wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machen

Auch Tiefbauamtsleiter Gisbert Bensch fordert, die „privat genutzten Parkplätze wieder für die Öffentlichkeit“ zugänglich zu machen. Im Gegensatz zum SPD-Mann Lars Hübchen steht er hinter einer Pollerlösung: „Das wären natürlich keine rot-weißen Pfähle geworden, sondern an die Situation angepasste Sperren“, sagt Bensch, der zudem auf einen weiteren Aspekt verweist: „Das wäre eine wirtschaftliche Lösung gewesen.“

Kompromiss als mögliche Lösung

Alle Gesprächspartner äußern übereinstimmend, dass es keinen Königsweg zur Lösung des Problems gäbe. Lars Hübchen: „Wahrscheinlich kann nur eine Mischung aus Kontrollen, Tiefgaragen-Nutzung und wie auch immer geartete bauliche Änderung des Platzes helfen.“

Paul Höll fehlt mittlerweile der Glaube daran: „Ich empfinde es als lächerlich, wenn die Stadt Werne alle drei Monate behauptet, zukünftig verstärkt gegen diese Zustände vorzugehen.“  

Warum Schilder zum Parkverbot dort überflüssig sind
Parkverbotsschilder sind in einem verkehrsberuhigten Bereich („Spielstraße“) wie vor dem Salinenparc nicht nötig.
Denn Parken ist nur dort erlaubt, wo Flächen dafür gekennzeichnet sind.
Solche Flächen gibt es aber vor dem Salinenparc nicht, also dürften Fahrzeuge dort nicht abgestellt werden.
Ausnahme laut Straßenverkehrsordnung: Be- und Entladen, Ein-/Aussteigen.
Ein großer Parkplatz ist nur eine Minute entfernt: Auf dem Stellplatz auf dem Hagen kann man bis zu drei Stunden kostenlos parken.

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