Festwirt Peter Böseler (49) hofft wie viele, dass Sim-Jü in diesem Jahr stattfinden kann. Ob er sein Zelt aufbauen darf und wird, hängt aber von vielen Faktoren ab. © Jörg Heckenkamp (A)
Kirmes in Werne

Kein Bier im Sim-Jü-Zelt? Festwirt hat zugesagt – unter strikten Bedingungen

Die Planungen für Sim-Jü 2021 laufen weiter, obwohl noch keiner sagen kann, ob die Kirmes in Werne tatsächlich stattfinden kann. Der Wirt für das Festzelt hat nun auch zugesagt. Doch es gibt Bedingungen.

Die Vorbereitungen für Sim-Jü in Werne laufen das ganze Jahr über. Auch wenn die Kirmes erst vom 23. bis 26. Oktober 2021 steigen soll, sind viele Verträge mit Schaustellern seit Wochen abgeschlossen. Auch wenn noch ungewiss ist, ob das größte Volksfest an der Lippe aufgrund der Corona-Krise überhaupt stattfinden kann, erledigen die Verantwortlichen ihre turnusmäßigen Arbeiten, die zur Vorbereitung für die große Kirmes nötig sind.

Als nächsten Schritt wurde auch der Vertrag mit dem Wirt für das Festzelt abgeschlossen, wie Kordula Mertens, Ordnungsamtsleiterin der Stadt Werne, am Dienstag (4. Mai) gegenüber dieser Redaktion erklärte.

Sim-Jü-Kirmes möglich, Festzelt verboten – Szenario möglich

Wie bei der letzten Sim-Jü-Kirmes 2019 soll auch in diesem Jahr wieder Peter Böseler seine „Sim-Jü-Festhalle“ auf dem Parkplatz Am Hagen aufbauen. Vorausgesetzt natürlich, die Corona-Krise lässt das zu. Denn auch wenn die Kirmes stattfinden darf, heißt das nicht gleichzeitig grünes Licht für den Festbetrieb, wie Peter Böseler (49) erklärt.

Die Sim-Jü-Festhalle bauten Peter Böseler und sein Team das erste und letzte Mal auf der Kirmes 2019 in Werne auf.
Die Sim-Jü-Festhalle bauten Peter Böseler und sein Team das erste und letzte Mal auf der Kirmes 2019 in Werne auf. © Andrea Wellerdiek © Andrea Wellerdiek

„Es kann sein, dass die Kirmes stattfinden kann, das Zelt aber verboten wird. Die Kirmes an sich findet draußen statt. Das ist bei Festzelten natürlich anders. Deshalb haben wir Betreiber von Festzelten es deutlich schwieriger“, sagt er. Zumal mit dem Betrieb eines Zeltes auch folgende Attitüde der Gäste suggeriert wird: „Es wird gefeiert, es wird getrunken. Für viele ist das ein Dorn im Auge, weil man damit gleich verbindet, dass der eine oder andere sich nicht an die Regeln hält.“

Strikte Bedingungen für Festzelt

Deshalb gibt es für Böseler gewisse Bedingungen, unter denen er sein Zelt überhaupt auf Sim-Jü aufbaut. Dazu zählt etwa ein Ausschank-Verbot von alkoholischen Getränken. Der Aufbau des gut 1000 Quadratmeter großen Zeltes muss sich rentieren, erklärt Böseler, der zum letzten Mal Anfang 2020 eines seiner Festzelte auf einer Veranstaltung bewirtschaftete.

„Wenn die Auflagen zu extrem sind, dann kann ich es nicht umsetzen.“ Wenn man die Besucher-Obergrenze etwa halbieren und damit auf etwa 300 bis 450 Personen begrenzen und Abstände von 1,50 Metern einhalten müsste, wäre das in der Praxis nur schwer darstellbar. „Wir hätten dann Bierzelt-Garnituren, an denen nur zwei Leute sitzen könnten. Es wäre mit einem riesigen Personalaufwand verbunden, weil man das Ganze ja auch kontrollieren müsste“, erklärt der 49-Jährige.

Er habe schließlich als Betreiber eine Verantwortung für den Betrieb des Zeltes. „Wenn es zum Hotspot werden würde, dann wäre ich meines Lebens nicht mehr froh“. Auf geringe Einschränkungen könnten er und sein Team sich einstellen. Hygienekonzepte hat der Deutsche Schaustellerbund ausgearbeitet, entscheidend wird aber sein, welche Vorgaben das NRW-Gesundheitsministerium machen wird.

Dass die Verantwortlichen in Werne weiter an den Planungen der Sim-Jü Ende Oktober festhalten, begrüßt Peter Böseler. Er benötige nicht viel Vorlaufzeit, um das Festzelt in Werne zu betreiben.

„Wir sind schnell in der Lage, es umzusetzen. Wir haben das Zelt und das Personal. Aber man muss natürlich schauen, dass auch die Lieferanten ihren Betrieb wieder rechtzeitig hochfahren können.“ Zudem müssen Verträge mit DJ und Live-Musikern unterschrieben werden.

Denn das steht fest: Wenn Peter Böseler sein Festzelt auf Sim-Jü aufbauen darf, soll es in jedem Fall wieder das gewohnte Programm mit Live-Musik, DJ und Seniorennachmittag geben.

An Feinheiten werde man arbeiten. Etwa an der Toiletten-Situation. Bei der letzten Sim-Jü 2019 und der ersten für Peter Böseler als Betreiber gab es Kritik, weil einige Besucher nicht wieder ins Zelt kamen, nachdem sie zur Toilette gegangen waren. Zwischenzeitlich musste der Eingang ins Festzelt gestoppt werden, weil sich zu viele Besucher darin gleichzeitig aufhielten.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
Zur Autorenseite
Andrea Wellerdiek
Lesen Sie jetzt