KAB St. Sophia in Stockum löst sich auf, macht aber in neuer Form weiter

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Die KAB St. Sophia in Stockum hat sich aufgelöst. Weil viele Mitglieder aufgrund steigender Beiträge an einen Austritt gedacht haben, zog der Vorstand des Kirchenvereins nun die Reißleine.

Werne, Stockum

, 29.12.2018, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ausflüge, Radtouren, Familienfeste oder der Winterzauber - die KAB (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung) St. Sophia sorgte in Stockum für viele Veranstaltungen. Die Vereinigung gibt es seit 1931. Nun endet diese Ära. Denn der Ortsverein hat sich aufgelöst. Der Grund seien die erhöhten Mitgliedsbeiträge des zentralen Verbandes der KAB. „Sie sind um mehr als 40 Prozent gestiegen“, erklärt Dieter Helmig, Vorsitzender der KAB.

Jedes Mitglied zahlt einen Beitrag, der sich aus dem Beitrag des Zentralverbandes Deutschland und dem Vereinsbeitrag vor Ort zusammensetzt. 114 Euro sind es jährlich für den Zentralverband, für die KAB St. Sophia bislang lediglich 4,80 Euro (40 Cent monatlich) - als Familie. Der Großteil der Beiträge fließt an den Zentralverband und den zuständigen Diözesanverband. Für die Arbeit vor Ort bleibt wenig übrig. Doch auch dort steigen die Kosten, sodass auch hier die Mitgliedsbeiträge erhöht werden müssten.

Viele Mitglieder kündigen Austritt an

„Wenn so wenig für die Arbeit in Stockum bleibt, ist es schwierig, das den Mitgliedern zu erklären“, sagt Helmig. So kündigte etwa die Hälfte der rund 160 Mitglieder einen Austritt an. Der Vorstand musste reagieren. Laut Helmig gab es nur zwei Szenarien: „Entweder gehen wir unter, weil uns die Mitglieder weglaufen, oder wir machen etwas Neues“, erklärt der 56-Jährige. Die Verantwortlichen aus Stockum haben sich auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung für Letzteres entschieden. Mit dem neuen Jahr werden sie sich im Familienkreis Stockum und Horst engagieren.

KAB St. Sophia in Stockum löst sich auf, macht aber in neuer Form weiter

Auch im Familienkreis Stockum und Horst soll es Ausflüge wie etwa eine Rodeltour ins Sauerland geben. © Sonja Löffler (A)

Die Ziele, die sie damit verfolgt, bleiben dieselben: „Wir möchten gemeinsam mit anderen Vereinen das Dorfleben aufrechterhalten“, erklärt Helmig. All das soll nun „unter dem großen Deckmantel der Kirche“ erfolgen. Und das mit mehr finanziellen Möglichkeiten, wie Helmig sagt. Im Familienkreis zahlt eine Familie einen Jahresbeitrag von 24 Euro - ohne Abgabe an einen übergeordneteten Verband. Das Geld soll in einen Fonds fließen, um Kindern aus weniger betuchten Famlien etwa einen Tornister zu kaufen oder die Teilnahme an Klassenfahrten zu ermöglichen.

Mit gemischten Gefühlen denkt Dieter Helmig an das Ende der KAB St. Sophia Stockum. „Auf der einen Seite habe ich ein weinendes Auge. Ich habe viel Arbeit und Engagement in den Verein gesteckt. Die KAB ist bekannt und beliebt für ihre Arbeit. Auf der anderen Seite bin ich froh, dass wir durch den Familienkreis einen so hohen Zuspruch bekommen haben.“ Seit 26 Jahren ist Helmig in der KAB aktiv, 25 Jahre davon im Vorstand. Insgesamt 70 Anmeldungen, darunter neun neue Familien, zeigen, dass man auf dem richtigen Weg sei.

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