Interaktive Grafik: Grippe geht vor Coronavirus in Werne einfach unter

dzGrippe-Saison in Werne

Im Angesicht des Coronavirus geht derzeit einiges unter. Offenbar auch die Grippe. Wir erklären, wie die Grippesaison im Kreis Unna verlaufen ist und haben mit Dr. Hans Piepenbrock gesprochen.

Werne

, 21.04.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Offenbar geht die Grippe vor dem derzeit grassierenden Coronavirus in Deutschland einfach unter. Laut Robert-Koch-Insitut (RKI) sei derzeit keine Einschätzung zu zirkulierenden Viren möglich, da nur wenige Proben durchgeführt würden, heißt es im aktuellsten Influenza-Wochenbericht für die Woche vom 4. bis 10. April. Demnach seien in der Zeit vor und nach den Osterferien keine stabilen Zahlen an das RKI gemeldet worden.

Grippe-Fälle im Kreis Unna sprechen für normalen Verlauf

Im Kreis Unna sind bis zur 15. Kalenderwoche 481 Grippeinfektionen an das Landeszentrum für Gesundheit in Bochum gemeldet worden. 2019 zu dieser Zeit waren es 579 Fälle. Zahlen für die einzelnen Städte werden nicht erhoben.

„In diesem Jahr war die Grippe nicht sonderlich auffällig“, sagt Dr. Hans Piepenbrock aus Werne. Seiner Ansicht nach sprächen die vorliegenden Zahlen für eine normale Grippesaison. In seiner Praxis werden keine Bluttests durchgeführt, sondern die Symptome der Patienten registriert. Doch auch er ist der Ansicht, dass die Grippe vor dem Hintergrund des Coronavirus derzeit untergehe.

Für ganz Deutschland gab es seit Beginn der Grippewelle Anfang Oktober 2019 geschätzt 4,5 Millionen Influenza-bedingte Arztbesuche. Allein in der 15. Kalenderwoche waren 500 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle aus den Gesundheitsämtern gemeldet worden. In nachweislich 434 Fällen seien Menschen mit einer Influenzavirusinfektion in der nun beendeten Grippesaison bundesweit gestorben.

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