Wie hier im Impfzentrum Cottbus werden noch in dieser Woche die ersten Senioren in den Werner Pflegeeinrichtungen geimpft. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Corona-Impfung in Werne

Impfstart steht kurz bevor: Senioreneinrichtungen sind bereit

Nur noch wenige Tage, dann geht das Impfen gegen das Coronavirus auch in Werne los. Die Vorbereitungen in den Werner Senioreneinrichtungen laufen derzeit auf Hochtouren.

Noch in dieser Woche werden die ersten Senioren in der St.-Kathrina-Einrichtung in Werne gegen das Coronavirus geimpft. Auch im St.-Antonius-Wohnheim laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren – Stand Dienstagnachmittag (5. Januar) wird dort ab Anfang nächster Woche geimpft. Und auch in den übrigen Werner Einrichtungen zeichnen sich die Impftermine ab.

Patrick Auer, Einrichtungsleiter der Protalis-Senioreneinrichtung an der Freiherr-vom-Stein-Straße, rechnet damit, dass er am Mittwoch (6. Januar) die letzten Rückmeldungen der insgesamt rund 70 Mitarbeiter und 70 Bewohner bekommen wird. Dann werde er den Impfstoff bestellen und mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) den Impftermin besprechen. Derzeitige Prognose: Mitte kommender Woche. Die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, sei „kunterbunt“, sagt Auer. „Einige sagen ‚Eine Nadel kommt mir nicht unter die Haut‘, andere sagen ‚Super, das mache ich gerne‘.“

Seniorenzentrum in Stockum will Impfstoff Ende der Woche bestellen

Das Impfen wird sich im Eingangsbereich der Einrichtung abspielen, in dem es mehrere Zu- und Ausgänge gibt, sodass eine Einbahnstraßenregelung gewährleistet ist. Wie man etwa mit den bettlägerigen Personen umgehe, werde derzeit noch besprochen. Dass es mit den Impfungen jetzt losgeht, finde er „sinnig“, sagt Auer. Er würde sich wünschen, dass auch die Angehörigen der Bewohner geimpft würden, damit das aufwendige Testprocedere in den Einrichtungen zurückgefahren werden könne. Doch würde ein weiterer Coronaimpfstoff zugelassen, der bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden kann, dann könne dies noch einmal eine Erleichterung für das ganze System mit sich bringen, so Auer.

Wann genau es im Seniorenzentrum der Panhoff-Stiftung in Stockum mit dem Impfen losgeht, ist noch nicht ganz klar. Fest steht nur, dass es ein Tag in der kommenden Woche sein wird, sagt die Einrichtungsleiterin Doreen Biniasch. „Wir sind noch mittendrin“, sagt sie über die Vorbereitungen. Einen Arzt, der die Impfungen durchführe, gibt es bereits. Vor Weihnachten hatte die Einrichtung die nötigen Papiere und Formulare an die Bewohner und deren Betreuer und an die Mitarbeiter ausgegeben. „Ich hoffe, dass ich bis Freitag alles habe, sodass ich dann die Impfdosen bestellen kann.“

Über einen Link der KVWL kann Biniasch dann einen Termin für die Impfungen auswählen. Ziel ist es, alle Bewohner und Mitarbeiter an einem Tag zu impfen. Gleichzeitig gibt Biniasch dann die benötigten Impfdosen an die KVWL weiter. In der Einrichtung leben 27 Bewohner, 46 Mitarbeiter arbeiten dort. Und die Impfbereitschaft sei hoch. Einige Mitarbeiter hätten beispielsweise wegen vorhandener Allergien aber noch Gesprächsbedarf oder suchten vorab einen Arzt für die Rücksprache auf, so die Einrichtungsleiterin. „Das ist mir dann schon wichtig. Nebenwirkungen gibt es immer, zum Beispiel tut mir der Arm weh von der Grippeschutzimpfung“, so Biniasch. Aber gerade für Allergiker könne es Probleme geben, die auch sie lieber abgeklärt haben möchte. Über sogenannte Impflisten werden die geimpften Mitarbeiter und Senioren dann an die KWVL zurückgemeldet.

Einrichtung am Solebad ist noch unklar über Impftermin

„Ich bin ein Impfbefürworter, auch um die Bewohner zu schützen“, sagt Biniasch. Jetzt mit dem Impfstoff habe man die Möglichkeit, der Pandemie ein Ende setzen zu können. „Auch für die Bewohner, die oft fragen, wie lange die Pandemie denn noch dauern werde“, so Biniasch. „Die fiebern dem entgegen.“ Am Ende stehe die Hoffnung, dass mit der Impfung noch ein bisschen mehr Normalität zurückkehre.

In der Protalis-Einrichtung am Solebad ist derzeit noch unklar, wann die Bewohner und Mitarbeiter geimpft werden können, da es dort derzeit einige coronapositive Fälle gibt. Unter normalen Umständen könnten die Impfungen dort in der kommenden Wochen durchgeführt werden. Wie und ob das nun aber möglich ist, müsse nun das Gesundheitsamt des Kreises Unna entscheiden, so Einrichtungsleiterin Sabine Oboda. 80 Bewohner und 67 Mitarbeiter umfasst die Einrichtung. Und die Impfbereitschaft sei hoch: „Es lassen sich fast alle impfen, die wenigsten haben Bedenken. Das hat mich auch gewundert.“

Über die Autorin
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Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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