Wie hier in einem Impfzentrum in Schleswig-Holsteins soll noch in dieser Woche in den Senioreneinrichtungen in Werne geimpft werden. © picture alliance/dpa
Impfstart in Werne

Impfstart in Werne noch in dieser Woche: Seniorenheime bereiten sich vor

Noch in dieser Woche werden die ersten Senioren in den Werner Einrichtungen geimpft. Das St.-Katharina- und das St.-Antonius-Seniorenheim erklären, wie sie sich darauf vorbereiten.

Ob es das lang ersehnte Licht am Ende des Tunnels ist, ist noch unklar, sagt Anke Adebahr, Heimleiterin des St.-Antonius-Seniorenheims in Werne. Fest steht aber: Die Coronaimpfung in den Werner Seniorenheimen wird noch in dieser Woche starten. Im Falle des St.-Katharina-Seniorenheimes steht der Impftermin sogar schon fest: Am kommenden Samstag (9. Januar) sollen alle impfwilligen Mitarbeiter und Bewohner der Einrichtung gegen das Coronavirus geimpft werden. „Das dauert dann an dem Tag so lange, bis es abgeschlossen ist“, sagt Heimleiter Rudolf Voß.

„Wir wurden vom Kreis angerufen. Von da wurde uns gesagt, dass genug Impfstoff zur Verfügung steht. Seitens des Kreises habe es geheißen, so Voß, dass die Seniorenheime im Kreis bis zum 15. Januar durchgeimpft worden sein sollen. Denn danach solle das Impfzentrum in Unna in Betrieb gehen. „In der letzten Woche haben wir ein Schreiben an die Mitarbeiter und die Bewohner aufgesetzt, um da schonmal erste Infos zu geben“, sagt Voß. Zeitgleich hat das Team der Einrichtung den nötigen Papierkram samt Musterformular, Aufklärungsmaterial und Anamnesebogen sowie Einwilligung zur Impfung pro Bewohner und Mitarbeiter vorbereitet.

Dr. Hans Piepenbrock wird die Mitarbeiter und Bewohner des St.-Katharina-Wohnheimes impfen. Dafür hat die Einrichtung einen Kooperationsvertrag über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) abgeschlossen. „Der wurde uns auch bestätigt“, so Voß.

St.-Katharina-Wohnheim rechnet mit rund 200 Impfdosen

Dass es am 9. Januar im Seniorenheim losgehe, sei „wirklich toll“, sagt Voß. „Die Kollegen machen eine Exceldatei aus den Daten der Mitarbeiter und Bewohner, sodass wir ab heute [Montag, Anm. d. Red.] da drübergucken können, ob es da Gesprächsbedarf gibt“, sagt Voß. Auch wenn sich noch nicht alle Impfangefragten zurückgemeldet hätten: Die Einrichtung rechnet mit 180 bis 200 Impfdosen. Nach einer ersten Auswertung hatten sich 96 Prozent der Bewohner und 78 Prozent der Mitarbeiter für die Impfung ausgesprochen. Ausschließlich wegen etwa Vorerkrankungen sei der Rest noch zurückhaltend, sodass Voß mit diesen Personen Gespräche führen werde.

Auch das Gespräch mit dem Arzt können Mitarbeiter und Bewohner suchen. „Klar ist aber auch, dass wir keine 100 prozentige Deckung haben werden“, so Voß. Doch ein Nein zum jetzigen Zeitpunkt sei ja kein Nein für immer. „Wenn sich jemand gegen die Impfung entscheidet, dann werde ich nochmal Gespräche führen“, so der Heimleiter. Wenn jemand Angst vor der Impfung habe, dann werde das respektiert. Für Mitarbeiter des Heimes könnte das künftig heißen, diesen Mitbewohnern weiter mit Schutzkleidung zu begegnen.

Auch die Frage der Mobilität zu den Impfzentren oder den Teams zu den Senioreneinrichtungen bei späteren Impfentscheidungen müsse noch geklärt werden, so Voß. Das Wohnrecht bleibe in jedem Fall bestehen. Einen Mitarbeiter könne man bei Impfverweigerung ja auch nicht einfach kündigen, so Voß. Generell geht der Heimleiter davon aus, dass die Schutzmaßnahmen in der Einrichtung auch nach den Impfungen erst einmal beibehalten würden, bis ein vollständiger Schutz durch die Impfung gewährleistet ist. „Dann brauche ich ja eh bis Mitte Februar.“

Für den 9. Januar muss die Einrichtung den Impfstoff mindestens drei Tage vorher bestellen. In Kühlschränken, die nicht für Lebensmittel zur Verfügung stehen, werden die Dosen dann bei 2 bis 8 Grad für maximal 120 Stunden zwischengelagert. Je nachdem, wie viel Zeit zwischen Lieferung und Impfung liege, denkt die Einrichtung auch über einen Sicherheitsdienst zur Bewachung der Impfdosen nach.

Im selben Raum werden dann pro Ampulle bis zu 5 Impfungen in Spritzen mit einer Kochsalzlösung aufgezogen. Nach den Schutzvorgaben werden dann in einem Einbahnstraßenverfahren (ein Bereich mit zwei Ausgängen) an einer Station die Daten der Mitarbeiter und Bewohner angenommen, an einer weiteren wird geimpft. In einem dritten Bereich sollen sich die Geimpften zur Überwachung zwecks Impfreaktionen kurzzeitig aufhalten. „Jeder, der mobil ist, wird hier versorgt. Am Ende werden dann von Dr. Piepenbrock die geimpft, die auf den Zimmern sind.“

10 Stunden Wochenend-Dienst für Impfvorbereitungen

Am St.-Antonius-Seniorenheim haben die Pflegedienstleiter und Anke Adebahr als Heimleiterin am Wochenende 10 Stunden damit verbracht, die Papiere und Formulare für die bevorstehenden Impfungen in der Einrichtung vorzubereiten. „Der bürokratische Teil ist sehr zeitintensiv“, sagt Adebahr. Noch am Montagnachmittag, so Adebahr, gingen auch die letzten Formulare an die Betreuer der Bewohner und an die Mitarbeiter heraus. Am Dienstag (5. Januar) werde sie dann einen Impftermin mit der KVWL vereinbaren. „Mit den drei Ärzten ist alles besprochen“, so Adebahr. Die Impfung soll im Keller der 145 Kurz- und Langzeitpflegeplätze starken Einrichtung per Einbahnstraßensystem ablaufen. Nach einer kurzen Anamnese des derzeitigen Gesundheitszustandes sollen dann bis zu vier Personen gleichzeitig geimpft werden können.

Rund 300 Impfdosen, so rechnet Adebahr, werden es etwa am Ende für Bewohner und Mitarbeiter sein. Ein Mitarbeiter pro Bewohner, das sei ein hoher Personalaufwand. „Aber das kriegen wir hin“, so Adebahr. „Ob es danach besser ist… Ich hoffe, dass das so ist. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass wir dann leben können wie vorher. Ich bin erstmal froh, wenn wir das Impfen hinter uns gebracht haben und hoffe auf ein besseres 2021, vor allem für unsere Bewohner“, sagt die Heimleiterin.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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