Umziehen in Zeiten von Corona: So sieht es auf dem Werner Wohnungsmarkt aus

dz Mieten und kaufen in Werne

Umziehen mitten in der Corona-Krise: Geht das? Was müssen Umzugswillige aktuell beachten und gibt es überhaupt freie Wohnungen? Wir haben nachgefragt.

Werne

, 16.05.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gute und günstige Mietwohnungen in Werne sind rar - nicht nur in der Corona-Krise. Marco Mintel von Mintel Immobilien berichtet von zahlreichen Anfragen. Das Interesse an Wohnungen sei in den vergangenen Monaten nicht zurückgegangen. Doch auch bei der Besichtigung von Immobilien gibt es Einschränkungen.

So herrscht Maskenpflicht in der Immobilie. Der Sicherheitsabstand muss eingehalten werden. Massenbesichtigungen, zu denen mehrere Interessenten kommen, seien aktuell nicht erlaubt. Familien und Lebenspartner dürfen gemeinsam die Wohnung erkunden, müssen sich aber die Hände desinfizieren. Damit sie keine Türklinken berühren müssen, werden alle Türen vor der Besichtigung geöffnet.

Der aktuelle Mieter musste der Besichtigung zustimmen

„Viele Interessenten fragen, ob Besichtigungen aktuell überhaupt möglich sind. Das ist kein Problem - die Interessenten sind sehr verständnisvoll und halten sich an die Regeln“, so Mintel. Allerdings habe es in wenigen Fällen Ärger mit den derzeitigen Mietern gegeben. Bewohnte Immobilien durften bis vor Kurzem nur besichtigt werden, wenn der Mieter zustimmte - in zwei Fällen sei deshalb die Besichtigung ausgefallen.

Inzwischen wurden die Regeln gelockert und bewohnte Wohnungen dürfen wieder problemlos besichtigt werden. Einige Mietimmobilien habe Mintel aktuell im Angebot. Die seien schnell vergriffen. Wer umziehen möchte, könne unter Einhaltung der Abstände und Maßnahmen auch ein Umzugsunternehmen engagieren. Mintel rät jedoch, den Umzug so gut es geht selbst zu stemmen, um sich und die Mitarbeiter zu schützen.

Immobilienpreise sind aktuell stabil

Von Hilfs-Angeboten auf Ebay-Kleinanzeigen rät er ab: „Erstens ist das Schwarzarbeit und zweitens ist der Helfer nicht versichert, falls irgendetwas passiert.“ Die Immobilienpreise seien laut Mintel bislang stabil - allerdings prognostizieren Experten, dass die Preise nach der Krise fallen werden. Das läge daran, dass aktuell wenig Immobilien angeboten werde. Kommen nach der Krise wieder mehr Immobilien auf den Markt, würde der Preis sinken.

Jens Kujawiak (Lippe Immobilien) bietet kontaktlose Wohnungsbesichtigungen an. Kaufinteressenten können einen Großteil des Kaufes online abwickeln.

Jens Kujawiak (Lippe Immobilien) bietet kontaktlose Wohnungsbesichtigungen an. Kaufinteressenten können einen Großteil des Kaufes online abwickeln. © Engeling & Müller GbR

Jens Kujawiak von Lippe Immobilien geht hingegen davon aus, dass sich preistechnisch auf dem Werner Immobilienmarkt nicht viel tun wird. Großstädte träfe die Krise härter, denn dort blieben aktuell die Investoren aus dem Ausland fern. Kujawiak beobachtet aktuell, dass die Eigentümer zögerlicher verkaufen. Diejenigen, die nicht dringend ihr Haus veräußern müssen, würden lieber abwarten: „Sie stellen sich Fragen wie: ‚Bleiben die Preise stabil? Was macht die Bank?‘ und behalten ihr Haus erst einmal.“

Kontaktlose Wohnungbesichtigung und 360-Grad-Bilder im Web

Das Interesse an Immobilien habe sich hingegen kaum verändert: „Als der Lockdown kam, war weniger los. Seit die Geschäfte wieder geöffnet haben, kommen auch wieder mehr Leute zur Wohnungsbesichtigung.“ Teilweise funktioniere die auch kontaktlos: „Wir schließen auf, die Interessenten laufen durchs Haus und wir schließen nachher in sicherer Distanz wieder ab.“

Außerdem bietet die Immobilienverwaltung 360-Grad-Bilder der Immobilien auf seiner Homepage an. „Wenn man sich dabei in eine Wohnung verliebt, kann man einen Termin vereinbaren“, so Kujawiak. Das Büro sei aktuell für Besucher geschlossen. Unterlagen können per E-Mail versandt werden.

Immer wieder hört man von Mietern, die aufgrund von Kurzarbeit in Verzug geraten - Kujawiak habe bislang jedoch noch keine Mietausfälle zu verzeichnen. „Das liegt daran, dass die meisten großen Betriebe in Werne weiterarbeiten durften. Wolfsburg mit seiner Autoindustrie ist da beispielsweise viel stärker betroffen“, so der Immobilienmakler.

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