Immer mehr Stromkästen werden zum Aushängeschild von Werne

Verkehrsverein

Dass so ein alter grauer Stromkasten zu einer Art „Aushängeschild“ für eine Kommune werden kann, klingt erst einmal völlig absurd. Klappt aber trotzdem, wie sich am Beispiel der Stadt Werne zeigt.

Werne

, 07.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heidelore Fertig-Möller und Gottfried Forstmann vom Verkehrsverein Werne vor einem der bebilderten Stromkästen in der Lippestadt.

Heidelore Fertig-Möller und Gottfried Forstmann vom Verkehrsverein Werne vor einem der bebilderten Stromkästen in der Lippestadt. © Felix Püschner

Eigentlich ist so ein Stromkasten ja nicht unbedingt ein optisches Highlight: In der Regel ein meist grauer Kasten eben, der sich irgendwie in das Stadtbild einfügt - und selten zu dessen Verschönerung beiträgt. An manchen Stellen ist er den Leuten zunächst vielleicht ein Dorn im Auge. Doch irgendwann fällt selbst dieser Fremdkörper nicht mehr groß auf. Steht halt da, das Ding. Ziemlich trostlos. Tut aber niemandem weh.

Der Werner Verkehrsverein wollte im Jahr 2015 nicht weiter tatenlos zusehen. Irgendwie mussten die Kästen doch auch noch zu etwas anderem gut sein, als bloß für Strom. Und dann kam die Idee: Warum die grauen Kästen nicht einfach mit historischen Fotos der Lippestadt bekleben?

Idealerweise mit Motiven von den Stellen, an denen der Kasten auch steht. Solche Fotos gibt es schließlich zu genüge - etwa im Archiv des Fördervereins Stadtmuseum oder auch im Fundus anderer Privatleute. Also wurde gesammelt, gedruckt und beklebt. So oft, dass inzwischen 46 Stromkästen im historischen Werner Stadtkern verziert sind.

Die Standorte der Stromkästen mit historischen Fotos im Werner Stadtkern.

Die Standorte der Stromkästen mit historischen Fotos im Werner Stadtkern. © Felix Püschner

„Und da sind wir schon ein bisschen stolz drauf. So etwas gibt es schließlich nicht in jeder Stadt - zumindest nicht mit so schönen Fotos“, sagt Heidelore Fertig-Möller vom Verkehrsverein. In einigen Fällen seien die Fotos auf den Werner Stromkästen zwar beschmiert oder zerrissen worden, doch hielten sich die Schäden bislang in Grenzen und konnten zügig repariert werden. Die 46 Stromkästen sollen übrigens nicht das Ende der Fahnenstange sein. Man wolle durchaus auf die 50 zugehen oder sogar darüber hinaus, sagt Vereinsvorsitzender Gottfried Forstmann.

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Die Kästen hätten nämlich eine besondere Funktion, sind fast schon eine Art „Aushängeschild“ der Stadt. „Wir wollen auch, dass Touristen durch die Bilder erfahren, wie es hier in Werne früher einmal ausgesehen hat“, erklärt Fertig-Möller. Da überrascht es kaum, dass der Verkehrsverein die Stromkästen kurzerhand mit ins Programm seiner Themenführungen durch die Lippestadt genommen hat. Bei der Führung „Alt-Werne - neu entdeckt“ machen die Teilnehmer Halt an den 20 schönsten Stromkästen Wernes, auf denen Bilder aus den Jahren 1900 bis 1960 zu sehen sind.

Anmeldungen und Infos gibt es beim Verkehrsverein am Roggenmarkt 13 unter Tel. 02389 531640 oder online unter www.Verkehrsverein-Werne.de.

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