Kai Lübke imkert seit etwas mehr als 2 Jahren. Es fing an mit einem Volk, jetzt geht der 36-Jährige auf knapp 10 Völker zu. © Spiller
Hobby-Imkern in Werne

Imkerei als Hobby: Kai Lübke (36) aus Werne trat spät in die Fußstapfen von Opa Erich

Seit rund 2 Jahren imkert Kai Lübke (36) aus Werne. Obwohl sein Großvater Erich Günnewig ihm das Imkerdasein vorgelebt hat, hat es den Werner erst spät gepackt. Dafür aber so richtig.

Jahrzehntelang hat sein Großvater Erich Günnewig in Werne Honigbienen gehalten, Honig geschleudert und war aktiv im Imkerverein. Auch beim Schleudern – wenn der Honig mithilfe der Schwerkraft aus den Waben geschleudert wird – hatte Enkel Kai Lübke (heute 36) damals oft zugeguckt. Aber das Hobby seines Großvaters wollte nicht auf ihn abfärben. „In der Jugendzeit hat mich das nicht so interessiert. Im Nachhinein ist das ein bisschen schade“, sagt der Werner.

Schon Großvater Erich Günnewig hatten es die Bienen angetan, die er Jahrzehnte auf seinem Grundstück hielt.
Schon Großvater Erich Günnewig hatten es die Bienen angetan, die er Jahrzehnte auf seinem Grundstück hielt. © Repro Spiller © Repro Spiller

Denn erst seit knapp 2 Jahren hat den 36-Jährigen das Hobby gepackt. Und das können Interessierte auch auf Instagram verfolgen (www.instagram.com/imkerkailue/). 2015 ist Kai Lübke in das Haus seiner Großeltern gezogen. „Bis auf den Bienenstand war da nicht viel“, erinnert sich Lübke. Abgesehen von dem Imker, der Bienen auf dem Grundstück betreute, und regelmäßig vorbei kam. Doch die Idee, sich selbst als Imker zu versuchen, wuchs erst langsam in dem Werner heran. „Das hat sich über den Winter entwickelt“, sagt Lübke. 2019 dann belegte der heute 36-Jährige einen Imkerlehrgang. „Ich wollte das vernünftig und mit Hintergrund machen.“ Nach vier Monaten hatte Lübke seinen Imkerschein in der Hand.

Hilfe gab es vom Imkerverein und durch den Lehrgang

Gemeinsam mit einem Imker aus dem Verein hat sich Lübke alle nötigen Gerätschaften zugelegt. Und sein erstes eigenes Volk. Daraus sind mittlerweile 9 geworden sowie 3 Ablegervölker, um den Bestand kontrolliert zu halten. Durch Theorie und Praxis aus dem Lehrgang, Hilfe aus dem Imkerverein und den Imker, der die Bienen auf dem Grundstück von Kai Lübke pflegte, hat sich der 36-Jährige an die Imkerei herangetastet. „Das war eine ideale Ausgangsposition.“ Vor allem, da Neuimker im Verein immer einen Bienenpaten zur Seite gestellt bekämen.

So sehen die Bienenkästen von draußen aus.
So sehen die Bienenkästen von draußen aus. © Spiller © Spiller
Und so vom Inneren des Bienenstandes.
Und so vom Inneren des Bienenstandes. © Spiller © Spiller

Anfang Juni hat Lübke den ersten Honig des Jahres – die Frühtracht – geschleudert. Leider sei die Ernte „eher bescheiden“ gewesen wegen des schlechten Wetters im April und Mai, sagt er. Ein paar Gläser sind aber doch dabei rum gekommen, die Lübke an seiner Einfahrt an der Elisabethstraße gegen 3 Euro auf Vertrauensbasis an Interessierte verkauft. „Ich hoffe, die zweite Ernte im Juli wird besser“, sagt Lübke. Dann steht die Sommertracht an.

Wer sich in dem Hobby versuchen will, dem rät Lübke vor allem zu drei Dingen: den zeitlichen Rahmen nicht zu unterschätzen, einen Lehrgang zu machen und den Respekt vor den Tieren zu haben. „Wenn man es richtig machen will, muss man einmal in der Woche reingucken“, sagt Lübke. Auch um Krankheiten vorzubeugen. Zumindest im Sommer, wenn es arbeitsintensiver sei. Und es handele sich auch eben um kein Hobby für eine Saison. „Das sollte man sich vernünftig überlegen.“ Trotzdem empfiehlt Lübke sein Hobby. Ihm mache die Arbeit mit den Bienen Spaß, auch wenn seine Völker schneller gewachsen seien, als ursprünglich geplant.

In einem Schaukasten tummelt sich ein kleineres Bienenvolk, das Kai Lübke mit Zuckerwasser ernährt. Für die Völker in den Beuten gibt es im Winter Zuckerblöcke.
In einem Schaukasten tummelt sich ein kleineres Bienenvolk, das Kai Lübke mit Zuckerwasser ernährt. Für die Völker in den Beuten gibt es im Winter Zuckerblöcke. © Spiller © Spiller

Imkerei als Hobby in NRW

Laut Landesumweltamt hat die Coronapandemie in NRW nicht dazu geführt, dass die Zahl der Hobbyimker rasant angestiegen ist – auch wenn die Zahl kontinuierlich wächst. Hier hat es 2014 14.271 Mitglieder gegeben, 2018 waren es 15.964, 2019 17.495 und 2020 18.557.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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